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Britische Zentralbank macht größten Zinsschritt in mehr als 27 Jahren

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Von Katharina Sturm
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Bank of England
Bank of England   -   Copyright  AP Photo

Die Bank of England hat ihren Leitzins um einen halben Prozentpunkt auf 1,75% angehoben. Es ist die deutlichste Zinserhöhung seit mehr als 27 Jahren. Ziel ist es so dem rasanten Preisanstieg entgegenzuwirken.

Die Inflation ist in Großbritannien im Juni mit 9,4% auf den höchsten Stand seit vierzig Jahren gestiegen. Die Bank of England geht davon aus, dass die Inflation in den letzten drei Monaten des Jahres noch mehr als 13% erreichen wird und auch im nächsten Jahr soll die Inflationsrate erhöht bleiben.

Der Gouverneur der Bank of England, Andrew Bailey, gab die Zinserhöhung am Donnerstag bekannt. Der Anstieg der Energiepreise habe den Rückgang der Realeinkommen verschärft und damit zu einer weiteren deutlichen Verschlechterung der Konjunkturaussichten im Vereinigten Königreich und im übrigen Europa geführt, so Bailey. Die Folgen des russischen Kriegs in der Ukraine bezeichnet er als "russischen Schock". Er sei aktuell der mit Abstand größte Faktor für die Inflation in Großbritannien. Der Gouverneur betont, dass der Krieg wirtschaftliche Kosten verursacht habe, aber dass er "uns nicht davon abhalten wird, die Geldpolitik so zu gestalten, dass die Inflation wieder auf das 2%-Ziel zurückgeführt wird".

Für das Jahresende sagten die Währungshüter den Beginn einer langen Rezession voraus. Die Bank von England war für ihre zögerliche Politik kritisiert worden. Die US-Notenbank hatte jüngst ihre Leitzinsen um zweimal 0,75 Prozentpunkte erhöht. An den Finanzmärkten geriet das britische Pfund nach Bekanntwerden der Entscheidung unter Druck. Die aktuelle Situation ist für die Zentralbanken besonders kompliziert, weil viele Faktoren, die die Inflation antreiben, außerhalb ihrer Kontrolle liegen.