Keramikfabrik in Angola: Arbeit für den Frieden

Von Chris Burns  & Dinamene Cruz
Keramikfabrik in Angola: Arbeit für den Frieden
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Eine neue Keramikfabrik, die Ende des Jahres in der zentral-angolanischen Provinz Bié eröffnet werden soll, wirkt sich bereits auf das Leben vor Ort aus: Es gibt Arbeitsplätze, Ausbildungsangebote und neue Infrastrukturen. Die Friedenspreis-Keramikfabrik hat bereits Arbeitsplätze für 500 junge Menschen geschaffen und Armee-Veteranen integriert, die ihr Fachwissen im Bereich Mechanik und andere Fähigkeiten einbrachten. Außerdem wurde eine Schule für junge Schüler gebaut; dort wird es auch Abendkurse für Erwachsene geben. Die Infrastruktur wurde ebenfalls ausgebaut: Es gibt Elektrifizierungs-Maßnahmen und ein Wasserauffang-System. 

Ein innovatives sozioökonomische Entwicklungsprojekts in Angolas Kernland

Die Provinz Bié im Zentrum Angolas ist seit je her ein Handelszentrum und eine fruchtbare Region für die Landwirtschaft. Sie war auch ein Brennpunkt in Angolas Unabhängigkeitskampf und später bei den zivilen Unruhen. Daher ist es wichtig, sowohl für Veteranen als auch für Jugendliche Arbeitsplätze zu schaffen. 

Daniel Kavinhanha leitet die Friedenspreis-Keramikfabrik, die bis Ende des Jahres fertiggestellt werden soll und drei Hauptziele verfolgt, wie er erklärt: _"__Damit soll es mehr Einkommensquellen geben und ein Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt geleistet werden. Die zweite soziale Dimension ist die Möglichkeit für die Bürger, ein stabiles Einkommen zu erzielen. Die dritte Dimension ist politischer Natur: Viele ehemalige Soldaten werden sozial und beruflich reintegriert."_Die Fabrik wird auch für die Entwicklung der Region eine wichtige Rolle spielen, sagt er: _"_Wenn die Fabrik fertig ist, werden wir zahllose Baumaterialien produzieren - zum Beispiel hochwertige Ziegel und Fliesen. Wir sind auch dabei, eine weitere Phase zu realisieren, in der wir Küchenutensilien wie Teller, Tassen usw. herstellen werden."

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Daniel Kavinhanha leitet die Friedenspreis-Keramikfabrikeuronews

Aufwertung der Region

Außerdem wurden auch soziale Einrichtungen für die Mitarbeiter und ihre Familien gebaut. _"_Das Projekt hat auch die Infrastruktur ausgebaut, um die soziale Anbindung zu verbessern, wie eine Schule, ein Gesundheitszentrum, Wasser, Energie", so Kavinhanha . 

Einer der am Projekt beteiligten Veteranen hat andere Ex-Soldaten mit dem richtigen Know-how zusammengetrommelt. _"_Vor meiner Arbeit hier, war ich beim Militär", erzählt Avelino Munijindo, Leiter des Transportwesens. "Ich bin vor zwei Jahren in den Ruhestand gegangen. Ich wurde gerufen, um den Kollegen beim Transport zu helfen und die Fahrzeuge und Maschinen zu warten."

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Avelino Munijindo, Leiter des Transportwesenseuronews

Das Projekt hilft Veteranen wie ihm, sich wieder in die Arbeitswelt und in die Gemeinschaft zu integrieren, so Munijindo: "Die Zusammenarbeit ist sehr gut, denn die örtliche Bevölkerung hilft bei der Arbeit, und die ehemaligen Soldaten stellen in einigen Bereichen ihr Fachwissen zur Verfügung, sodass wir ihnen helfen."

Bereits bevor die Fabrik offiziell eröffnet wird, sind positive Auswirkungen in der gesamten Region zu spüren, was zu einem großen Teil auf die um die Fabrik herum gebaute Infrastruktur zurückzuführen ist. 

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Sabino Henda ist Verwaltungsbeamter in Chipetaeuronews

"Diese Keramikfabrik ermöglicht unserer Bevölkerung ein neues Leben", meint Sabino Henda. Er ist Verwaltungsbeamter in Chipeta, eine Gemeinde mit mehr als 30.000 Einwohnern in mehr als 50 Dörfern. Eine der positiven Auswirkungen ist die Schule, so Henda: _"_Die Kinder haben jetzt ganz in der Nähe ihres Zuhauses Unterricht. Die Eltern freuen sich, dass ihre Kinder in einer Schule mit ausgezeichneten Bedingungen gehen werden."

"Entwicklung kann nur dort stattfinden, wo Frieden herrscht. Nach dem Ende des Kriegs sind diese Kinder also die 'Friedensgeneration'."
Sabino Henda
Verwaltungsbeamter in Chipeta

Mit dem Projekt und der Infrastruktur soll der Frieden auf sozialer Ebene gesichert werden.