Angst vor Coronavarianten aus China: Belgien und Österreich nehmen Flugzeugtoiletten unter die Lupe

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Von euronews
Modell einer Flugzeugtoilette, Beispielbild
Modell einer Flugzeugtoilette, Beispielbild   -   Copyright  Jens Meyer/Copyright 2017 The AP. All rights reserved.

Die EU ringt um Maßnahmen im Umgang mit den hohen Corona-Infektionszahlen in China. Wie kann die Bevölkerung in der Europäischen Union geschützt werden? Derzeit herrscht Uneinigkeit. Spanien, Italien und Frankreich verlangen von ankommenden Reisenden aus China bereits einen negativen Test. Die Bundesregierung sieht noch keine Notwendigkeit. Belgien und Österreich greifen nun zu anderen Mitteln.

Europa blickt mit Sorge nach China und befürchtet, Reisende aus der Volksrepublik könnten neue Varianten in die Europäische Union einschleppen. Während sich die Spitzen der EU-Staaten bisher nicht auf eine einheitliche Regelung einigen konnten, gehen die Regierungen in Wien und Brüssel nun eigene Wege. 

Belgien, Österreich: Analyse von Flugzeugabwasser

Die österreichische Regierung kündigte am Dienstag an, ab kommender Woche Toilettenabwasser aus Flugzeugen, die aus China ankommen, auf neue Virusvarianten untersuchen zu lassen. So soll die Analyse demnächst vor gefährlichen Entwicklungen warnen. 

Auch Wasser in Kläranlagen werde genauer unter die Lupe genommen - vor allem in den Orten, die besonders gern und häufig von chinesischen Touristen besucht werden, so in Wien und im Salzkammergut. 

Die belgische Regierung will ebenfalls Flugzeugabwässer untersuchen lassen, wie es bereits am Montag hieß. Zudem seien Reisende aus China aufgerufen, sich nach der Ankunft in Belgien zu testen, sofern coronatypische Symptome auftreten sollten. Zuvor hatte bereits Kanada die Untersuchung der Flugzeugabwässern eingeführt. 

Streit: Verpflichtende Coronatests bei Einreise in die EU?

Verpflichtende Coronatests für Reisende aus der Volksrepublik wollten beide Staaten zunächst nicht einführen, anders als Spanien, Frankreich, Griechenland und Italien, die auf diese Maßnahme zurückgreifen wollen. Auch die USA und Kanda fordern einen negativen Test bei Einreise aus China. Peking hat dies scharf kritisiert.

Die deutsche Regierung sah zunächst keine Notwendigkeit für verpflichtende Coronatests und Kontrollen bei der Einreise aus China. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach wies zuletzt aber darauf hin, dass sich dies jederzeit ändern könnte, sollte es Anzeichen für das Auftreten neuer Varianten geben. Die Bundesrepublik sei darauf vorbereitet. 

Hilfreich wären genauere Informationen über das Virusvariantengeschehen in China. Die Regierung in Peking aber hält sich bedeckt und gibt ledigleich allgemeine Angaben zu Neuinfektionen heraus. Einer Untersuchungskommission der Weltgesundheitsorganisation WHO wird die Einreise weiter verweigert. Die Organisation hat zuletzt eine Pressekonferenz dazu angekündigt.

Weitere Quellen • dpa