Putin ordnet Feuerpause für orthodoxe Weihnachten an - für 36 Stunden

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Von Euronews
Wladimir Putin erklärt Waffenruhe in der Ukraine über Weihnachten - für 36 Stunden
Wladimir Putin erklärt Waffenruhe in der Ukraine über Weihnachten - für 36 Stunden   -   Copyright  Alexander Zemlianichenko/AP

Der Kreml hat im Ukraine-Krieg eine zweitägige Feuerpause angekündigt. Am Freitag und Samstag, dem 6. und 7. Januar soll sie gelten. An diesen Tagen feiern orthodoxe Christen Weihnachten.

Zuvor hatte der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. einen Waffenstillstand gefordert: "Unter Berücksichtigung des Aufrufs Seiner Heiligkeit Patriarch Kyrill weise ich den russischen Verteidigungsminister an, ein Waffenstillstandsregime auf der gesamten Front zwischen den Parteien in der Ukraine von 12:00 Uhr am 6. Januar dieses Jahres bis 24:00 Uhr am 7. Januar einzuführen", so Putin laut einer Kremlmitteilung.

Erdogan ruft zur Waffenruhe auf

Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte Putin zuvor in einem Telefonat zu einem unilateralen Waffenstillstand aufgefordert. "Die Aufrufe zu Frieden und Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew sollten durch einen einseitigen Waffenstillstand unterstützt werden", soll Erdogan dabei laut türkischen Präsidialamt gesagt haben.

Putin soll im Gegenzug gesagt haben, Moskau sei zu einem "ernsthaften Dialog" bereit, solange dabei die "neuen territorialen Realitäten" von der Ukraine akzeptiert würden. Damit meinte der Kreml-Chef die Annexion von vier Regionen in der Ostukraine, die nach dem Vorbild der Krim im Jahr 2014 als russisches Staatsgebiet deklariert wurden.

Selenskyj lehnt Feuerpause und Verhandlungen ab

Der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak schrieb auf Twitter, dass die Russisch-Orthodoxe Kirche zuvor zum Völkermord an den Ukrainern aufgerufen hätte. Der Aufruf zu einem "Weihnachtsfrieden" sei eine zynische Falle oder Propaganda. Russland müsse erst die besetzten Gebiete verlassen, dann werde es einen "vorübergehenden Waffenstillstand" geben.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnt Verhandlungen mit Putin ab und will die Kontrolle über die von Russland eingenommenen Gebiete militärisch zurückerlangen.