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#TheCube: Vorsicht gefälschte Wetterkarte! Polen spricht von Kreml-Propaganda

Sophia Khatsenkova von #TheCube
Sophia Khatsenkova von #TheCube Copyright Euronews
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Von Sophia Khatsenkova
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Nein, der polnische Fernsehsender TVP1 hat keine Wetterkarte mit Landesgrenzen, die weit in das ukrainische Territorium reichen gesendet. #TheCube hat für Sie nachgeprüft.

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Seit ein paar Tagen kursiert in den sozialen Netzwerken eine Wetterkarte, die angeblich aus einer Wettersendung des polnischen Fernsehsenders TVP1 stammt.

Auf den ersten Blick ein ganz normaler Wetterbericht. Einigen Twitter-User:innen ist jedoch eine Ungenauigkeit an den auf der Karte aufgezeichneten Grenzen aufgefallen.

Sie reicht weit in das Territorium der Ukraine hinein. Bestimme User in den sozialen Netzwerken mutmaßten dazu, Warschau plane, diesen Teil der Ukraine zu annektieren.

Die Wetterkarte wurde auch von kremlnahen Nachrichtensendern und pro-russischen Telegram-Kanälen aufgegriffen.

Die Bilder in den Tweets wurden jedoch mit Photoshop bearbeitet. Der polnische TVP sagte in einer Erklärung, dass man einen solchen Beitrag nie ausgestrahlt habe und bezeichnete ihn sogar als Kreml-Propaganda.

Ein weiteres Detail, dass auf eine Fälschung hinweist, ist, dass die diakritischen Zeichen der polnischen Sprache nicht verwendet wurden, also Striche und Häkchen über bestimmten Buchstaben.

Außerdem verwendet der Sender TVP1 einen Hintergrund, der der Darstellung in den Tweets überhaupt nicht ähnelt.

Wieder andere User haben bemerkt, dass das Bild der Moderatorin, das auf dem manipulierten Foto verwendet wurde, von einem anderen polnischen Fernsehsender stammt.

Ein Bildausschnitt aus einem Youtube-Video zeigt, dass sie das gleiche Kleid trägt und auf die gleiche Weise posiert, auch die Frisur ist identisch. Nur, dass diese Sendung vom März 2020 stammt.

Was bedeutet, dass ihr Gesicht aus einem Youtube-Video entwendet und in den gefälschten Hintergrund eingebettet wurde.

Sogar polnische Regierungsvertreter haben sich zu dem Fall geäußert. Stanislaw Zaryn, Staatssekretär in der Kanzlei des polnischen Ministerpräsidenten, sagte der Polnischen Presseagentur gegenüber:

"Die Desinformationsaktivitäten des Kremls konzentrieren sich nach wie vor auf drei Achsen:

- die Ukraine und die Ukrainer in ein schlechtes Licht zu rücken,

- zu behaupten, die Unterstützung der Ukraine eskaliere den Krieg

- und den Menschen mit der Vision eines Kriegseintritts Polens und dessen möglichen Folgen Angst zu machen."

Ein häufiges Thema, wenn es um Desinformation über den Krieg in der Ukraine geht, meint der Staatssekretär. Er schreibt auf Twitter, dass Russland Polen seit Monaten angreife und Lügen über angebliche Aggressionspläne verbreite, um einen Krieg in Europa zu entfesseln.

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