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ECOWAS droht der Junta im Niger

Viele Menschen im Niger freuen sich über die Junta.
Viele Menschen im Niger freuen sich über die Junta. Copyright Sam Mednick/Copyright 2023 The AP. All rights reserved.
Copyright Sam Mednick/Copyright 2023 The AP. All rights reserved.
Von Euronews mit AFP, AP, dpa
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ECOWAS berät über Militärinvention.

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Rund zwei Wochen nach dem Militärputsch im Niger haben die 15 Länder der westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas über eine Militärintervention beraten.

Paris bekräftigte seine Unterstützung für eventuelle Beschlüsse des Ecowas-Gipfels. Auch US-Außenminister Antony Blinken betonte die Führungsrolle der Ecowas bei der Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung im Niger.

Blinken sagte: "Ecowas hat die Zügel in der Hand, wenn es darum geht zu zeigen, dass die Ordnung wiederhergestellt werden muss. Und wir unterstützen Ecowas bei den Bemühungen."

Niger zählt zu den ärmsten Ländern der Welt und Ecowas-Sanktionen führen nun dazu, dass die Armut schlimmer wird.

Ein Mann auf der Straße in Niamey sagt: "Wir wollen die ECOWAS nicht. Wir wollen Frieden und Stabilität."

Und ein Verkäufer meint: "Nigeria hat keine Ahnung, was bei uns los ist. Sie wissen nicht, was unsere Junta macht. Sie sind weit weg."

Am 26. Juli hatte Nigers Präsidialgarde den demokratisch gewählten Präsidenten Mohamed Bazoum in seiner Residenz festgesetzt. 

Sorgen um entmachteten Präsidenten Bazoum

Derweil wächst die Sorge um den entmachteten Präsidenten Bazoum. Der 63-Jährige wird seit 16 Tagen in seiner Residenz festgehalten. Einer US-Diplomatin soll die Junta gedroht haben, Bazoum im Falle einer Militärintervention umzubringen, wie die «New York Times» am Freitag auf Grundlage eines Berichts der US-Nachrichtenagentur Associated Press berichtete. Die Drohung rief weltweit Empörung sowie weitere Aufrufe zu Bazoums Freilassung hervor.

"Nachdem ihm mehrere Tage lang Strom und Telefon vorenthalten wurden, entziehen ihm die Putschisten nun unter anderem seinen Hausarzt. Selbst der Zugang zu Lebensmitteln wird ihm verwehrt", sagte Bazoums stellvertretender Kabinettschef Moussa Oumarou am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. 

Auch seine Ehefrau und sein Sohn werden weiter festgehalten. Oumarous Angaben zufolge sollen die Putschisten rund 100 Angehörige der gestürzten Regierung festgenommen haben, darunter den Sohn des ehemaligen Präsidenten Mahamadou Issoufou.

Die Afrikanische Union teilte mit, man unterstütze die von der westafrikanischen Staatengruppe Ecowas gefassten Maßnahmen zur Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung und forderte zudem erneut die sofortige Freilassung von Bazoum und aller Mitglieder seiner Familie sowie seiner Regierung.

"Alles hängt von den Putschisten ab"

Die ECOWAS hatte weder einen Zeitplan noch die Anzahl oder Herkunft der Soldaten angegeben, aus denen sich die Eingreiftruppe zusammensetzt. Zugleich hatten sich die Mitglieder für eine friedliche Lösung der Krise ausgesprochen.

Die Putschisten könnten schon morgen Früh entscheiden zu gehen und es werde keine Militärintervention geben, alles hänge von ihnen ab, sagte Ouattara. Die Elfenbeinküste könne ein Bataillon von 850 bis 1.100 Soldaten an der Seite von Truppen aus Nigeria und Benin stellen. Andere Länder könnten sich anschließen.

Neben der militärischen Aufrüstung beschloss die Staatengruppe eine Weiterführung der Ende Juli verhängten Sanktionen. Die Wirtschaftsgemeinschaft hatte Handels- und Finanztransaktionen ausgesetzt, die Grenzen der Nachbarstaaten zum Niger geschlossen und die Zentralbanken angewiesen, Vermögenswerte nigrischer staatlicher und halbstaatlicher Unternehmen sowie der am Putsch beteiligten Militärs einzufrieren. Nigeria stellte zudem die Stromlieferungen in den Niger ein.

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