Jubiläumstreffen in Brüssel: NATO will Ukraine-Hilfe künftig zentral koordinieren

Die NATO-Mitglieder treffen sich anlässlich des 75. Jubiläums der Unterzeichnung des Nordatlantikpaktes.
Die NATO-Mitglieder treffen sich anlässlich des 75. Jubiläums der Unterzeichnung des Nordatlantikpaktes. Copyright Geert Vanden Wijngaert/Copyright 2024 The AP. All rights reserved
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Von Euronews mit AP
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NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg will die Unterstützung für die Ukraine künftig zentral koordinieren.

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Beim NATO-Treffen in Brüssel steht auch kurz vor dem 75. Jubiläum der Unterzeichnung des Nordatlantikpaktes die Unterstützung der Ukraine ganz oben auf der Agenda.

Stoltenberg schlägt zentrale Koordination der Ukraine-Hilfe vor

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat vorgeschlagen, die Waffenlieferungen und Zahlungen an die Ukraine künftig zentral zu koordinieren.

"Wir sind der festen Überzeugung, dass die Unterstützung für die Ukraine weniger von kurzfristigen, freiwilligen Angeboten und mehr von langfristigen NATO-Verpflichtungen abhängen sollte", so Stoltenberg.

"Auf diese Weise geben wir der Ukraine das, was sie braucht, nämlich langfristige, berechenbare und solide Unterstützung."

Der Grund für den Vorschlag sei die Situation vor Ort in der Ukraine, erklärte Stoltenberg. "Es ist ernst. Wir sehen, wie Russland Druck ausübt, und wir sehen, wie sie versuchen, diesen Krieg zu gewinnen, indem sie uns einfach aussitzen."

Bisher schickt die NATO selbst nur nicht-tödliche Hilfsgüter in die Ukraine. Das würde sich auch nicht ändern, sollte der neue Plan in die Realität umgesetzt werden. Dennoch würde sich das Bündnis damit intensiver am Krieg in der Ukraine beteiligen.

Laut einem Bericht der Financial Times könnte die NATO bis zu 100 Milliarden Euro für die Ukraine bereitstellen.

Mitgliedsstaaten hinken Investitionsversprechen hinterher

Einige Mitgliedsstaaten geraten derweil unter Druck, weil sie dem Ziel hinterherhinken, zwei Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes in die Verteidigung zu investieren.

"Ich glaube, dass Polen jetzt das Land ist, das den größten Anteil seines BIP für die Verteidigung ausgibt, und ich hoffe, das ist eine Inspiration für andere", bemerkte Polens Außenminister Radosław Sikorski.

"Ich bin gespannt darauf, von unseren ukrainischen Kollegen etwas über die Herausforderungen an der Front zu erfahren", fügte er hinzu.

Das Vorhaben Stoltenbergs begrüßte Sikorski: "Polen wird auch die Schaffung einer Nato-Mission unterstützen, um die Hilfe, die wir der Ukraine leisten, zu institutionalisieren."

NATO fürchtet erneute Trump-Regierung

Trotz des feierlichen Anlasses hängt ein Thema über dem Treffen der NATO-Mitglieder: eine potenzielle erneute Trump-Regierung in den USA.

Der Ex-Präsident hat bereits mehrfach angedeutet, das Bündnis verlassen oder zumindest die Unterstützung deutlich einschränken zu wollen, sollte er im November gewählt werden.

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