Seit Juli 2023 gilt in Kroatien ein Sonntagsverkaufsverbot. Dort beklagen jetzt viele Händler hohe Verluste wegen der neuen Regelung.
Seit dem 1. Juli 2023 dürfen in Kroatien Geschäfte, Märkte und Bäckereien an Sonn- und Feiertagen nicht mehr öffnen. Die Händler können nur 16 Sonntage im Jahr wählen, an denen sie arbeiten dürfen.
Was in Deutschland gang und gäbe ist, sorgt in Kroatien für Unmut vieler Händler. Aus den fünf großen Einkaufszentren in der Region Zagreb heißt es, dass ihr Jahresumsatz aufgrund der neuen Regelung um 50 Millionen Euro zurückgehen würde.
Floristen können am Allerheiligen nicht arbeiten
Die kroatische Handwerkskammer weist auf gewisse Mängel des Gesetzes hin. Besipielsweise können die Floristen an Allerheiligen nicht arbeiten. Auch die kleinen Souvenirläden würde das neue Verbot in eine besonders schwierige Lage versetzen.
Denis Ćupić, Präsident des kroatischen Einzelhandels- und Logistikverbandes betont, dass in Einkaufszentren der Sonntag nach dem Samstag der wichtigste Einkaufstag in Kroatien ist. Er macht 20,9 Prozent des wöchentlichen Umsatzes aus, wie die Daten von acht Einkaufszentren zeigen.
Kleine Geschäfte leiden am meisten
Viele Besitzer kleiner Geschäfte betonen ebenfalls, dass arbeitsfreie Sonntage ihnen bereits hohe Verluste gebracht hätten. Laut eigenen Angaben haben sie bisher am neuen Verkaufsverbot am schlimmsten gelitten. Sie sind der Meinung, dass der Sonntagsverkaufsverbot generell der Wirtschaft schade.
Einer von ihnen ist Gordan Kola. Er hat zwei kleine Geschäfte, eines in Zagreb und eines in Dubrovnik, und befürchtet vor allem große finanzielle Verluste während der Tourismussaison. Das kroatische Tourismusministerium ist jedoch mit den Frühindikatoren für 2024 zufrieden. Außerdem gab es dem Ministerium zufolge im Jahr 2023 Rekordeinnahmen in der Tourismusbranche.
Viele Mitarbeiter der Geschäfte glücklich
In Kroatien gibt es aber auh Menschen, die mit der neuen Regelung zufrieden sind. Zlatica Štulić, Präsidentin der Einzelhandelsgewerkschaft, sagt, dass ihre Organisation viele Jahre für einen Handelsverbot am Sonntag gekämpft habe. Für die Beschäftigten im Einzelhandel sei es wichtig, mindestens einen Tag pro Woche mit der eigenen Familie verbringen zu können.