Nach Angaben des "Komitees zum Schutz von Journalisten" (CPJ) wurden seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der Hamas mehr als 180 Journalisten im Gazastreifen durch israelische Angriffe getötet.
Mindestens 10 Palästinenser wurden bei israelischen Angriffen in der Nacht zum Donnerstag in der südlichen Stadt Khan Younis im Gazastreifen getötet, wie das Nasser-Krankenhaus mitteilte, das die Leichen aufnahm. Es war nicht sofort klar, ob die Angriffe im Zusammenhang mit der nächtlichen Bergung der Leichen zweier Geiseln standen.
In Gaza-Stadt waren drei Journalisten unter den fünf Palästinensern, die bei israelischen Angriffen auf den Innenhof des al-Ahli Krankenhauses im Norden der Enklave getötet wurden. Nach Angaben des von der Hamas geführten Gesundheitsministeriums im Gazastreifen wurden sechs weiterer Personen bei dem Angriff verletzt.
Das israelische Militär erklärte, es prüfe die Berichte über den Angriff auf al-Ahli, man würde möglicherweise eine Untersuchung der Vorwürfe einleiten. D
Die israelische Armee betont immer wieder, sie ziele nur auf Kämpfer und mache die Hamas für den Tod von Zivilisten verantwortlich, weil die Kämpfer in bewohnten Gebieten Schutz suchen würden.
Nach Angaben der in New York ansässigen NGO "Komitees zum Schutz von Journalisten" (CPJ) wurden seit Beginn der israelischen Militäraktion über 180 Journalisten und Medienmitarbeiter getötet, die meisten von ihnen im Gazastreifen.
Nach israelischen Angaben waren viele der bei den Angriffen Getöteten Kämpfer, die sich als Reporter ausgaben. Das palästinensische Journalistensyndikat verurteilte anhaltende, systematische und absichtliche Angriffe Israels auf Journalisten.
In einer Erklärung sagte die Gewerkschaft, die anhaltende israelische Aggression habe bisher 225 Journalisten und Medienmitarbeiter, darunter 30 Journalistinnen, das Leben gekostet. Bei den nun getöteten Journalisten handelte es sich um Ismail Bdaih, Suleiman Hajjaj und Samir Al-Rifai.
Die Gruppe beschuldigt Israel, eine Politik des "gewaltsamen Verschwindenlassens" gegen palästinensische Journalisten fortzusetzen, und verweist auf den anhaltenden Mangel an Informationen über das Schicksal von zwei vermissten Reportern - Nidal Al-Wahidi und Haitham Abdul-Wahed - deren Fälle die Gewerkschaft als "eindeutige Fälle von gewaltsamem Verschwindenlassen unter Verletzung des Völkerrechts" bezeichnet.
Israel ist in letzter Zeit wegen seiner gezielten Angriffe auf Journalisten und seiner Kriegsführung unter Beschuss geraten. Verschiedene internationale Medienhäuser und bekannte Rundfunkanstalten haben Netanjahus Regierung dafür kritisiert, dass sie unabhängigen internationalen Medien den Zugang zum Gazastreifen verwehrt, um dort zu berichten und zu recherchieren.
Israel gibt an, dass die Entscheidung, Journalisten den Zugang zu der Enklave zu verweigern, aus Sicherheitsgründen getroffen wurde. Man könne die Sicherheit der Journalisten nicht gewährleisten.
Verschiedene internationale Medienorganisationen haben zugesagt, ihre eigenen Sicherheitsprotokolle und -vorkehrungen zu organisieren.
Gruppen, darunter Reporter ohne Grenzen, haben Israel beschuldigt, die Berichterstattung kontrollieren zu wollen und die Fakten zu unterdrücken, indem es der freien Presse nicht erlaubt, im Gazastreifen zu recherchieren und die Bedingungen vor Ort aufzuzeigen.