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Haben Chinas CO2-Emissionen ihren Höchststand erreicht? Neue Analyse: seit 18 Monaten kein Anstieg

China baut einen Solarpark.
Solarpark in China Copyright  Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved
Copyright Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved
Von Hannah Docter Loeb
Zuerst veröffentlicht am
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Eine neue Analyse zeigt: Chinas Emissionen blieben in den vergangenen 18 Monaten stabil oder sanken.

China ist beim jährlichen Gesamtausstoß der größte Verschmutzer der Welt. Das Land deckt seinen Energiebedarf stark mit Kohle und steht für 30 Prozent der weltweiten Emissionen.

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Eine neue Analyse zeigt, dass die Emissionen des Landes seit 18 Monaten stagnieren oder sinken.

Was zeigt der Bericht?

Die aktuelle Auswertung des Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA), veröffentlicht bei Carbon Brief, sieht China klar auf Kurs, seine Treibhausgasemissionen zu senken.

Seit März 2024 waren die Emissionenentweder stabil oder rückläufig. Und obwohl die Stromnachfrage von Juli bis September schneller wuchs, blieben die CO2-Emissionen des Stromsektors unverändert.

Hält sich dieses Muster, verzeichnet China 2025 im Jahresvergleich einen Rückgang der CO2-Emissionen.

„Ein Anstieg oder Rückgang um ein Prozent oder weniger mag objektiv nicht viel ausmachen. Symbolisch ist es jedoch bedeutsam. Chinas Politik hat Spielraum gelassen, die Emissionen noch mehrere Jahre steigen zu lassen. Der Zeitpunkt des Höchststands bleibt offen“, schreibt Lauri Myllyvirta, Leitanalyst am Centre for Research on Energy and Clean Air.

Trotz dieses Trends verfehlt China bislang sein Ziel, die Kohlenstoffintensität, also die CO2-Emissionen pro Einheit des Bruttoinlandsprodukts, zwischen 2020 und 2025 zu senken. Dafür braucht es deutlichere Einschnitte, schreiben die Autorinnen und Autoren.

Allerdings ist China dafür bekannt, bei Klimazusagen weniger zu versprechen und dann mehr zu liefern.

Welche Branchen sind verantwortlich?

Der Ausbau von Solarenergieund Windkraft half, die wachsende Nachfrage zu decken und die Emissionen des Energiesektors niedrig zu halten. In den ersten neun Monaten 2025 kamen in China 240 Gigawatt (GW) Solar- und 61 GW Windkapazität hinzu.

Damit steuert das Land 2025 auf einen weiteren Rekord bei den Erneuerbaren zu. Bereits im Vorjahr installierte China 333 GW Solarleistung, mehr als der Rest der Welt zusammen.

Die Stromerzeugung ausSolarenergie stieg im dritten Quartal 2025 um 46 Prozent, die aus Wind um elf Prozent.

Die rasche Verbreitung von Elektrofahrzeugen (EVs) senkte zudem die Emissionen aus Kraftstoffen im Verkehr im Jahresvergleich um fünf Prozent.

Auch in der Zement- und Metallindustrie sanken die Emissionen im dritten Quartal 2025, um sieben Prozent bzw. um ein Prozent. Zudem gingen die Emissionen aus der Stahlproduktion zurück.

Ebenfalls im dritten Quartal fielen Ölnachfrage und Emissionen im Verkehrssektor um fünf Prozent. Der Ausbau der Chemieindustrie ließ die Emissionen jedoch um zehn Prozent steigen, weil die Produktion von Kunststoffen und anderen Chemikalien kräftig anzog und Einsparungen anderswo wieder ausglich.

Blick nach vorn

China hat kürzlich seine Nationally Determined Contribution (NDC), den nationalen Klimaplan, für 2035 eingereicht und sich verpflichtet, die Netto-Treibhausgasemissionen wirtschaftsweit um sieben bis zehn Prozent zu senkennach ihrem Höchststand.

Chinas Präsident Xi Jinping nahm zwar nicht am Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs beiCOP30 teil, doch eine chinesische Delegation ist für die Gespräche vor Ort.

Der COP30-Präsident André Corrêa do Lago lobte das Land für seine Klimazusagen.

„China bringt Lösungen hervor, die allen zugutekommen, nicht nur China“, sagte er. „Solarmodule sind günstiger geworden, so wettbewerbsfähig im Vergleich zu fossiler Energie, dass sie heute überall sind. Im Kampf gegen den Klimawandel ist das gut.“

Eine am Montag veröffentlichte UN-Analyse kommt zu dem Schluss, dass die Zusagen der Staaten die Welt bis 2035 auf eine Reduktion der Emissionen um zwölf Prozent bringen.

Der aktualisierte Bericht berücksichtigt neue Zusagen, darunter die Chinas, die nach dem Stichtag für die vorherige Analyse Ende Oktober eingereicht wurden. Die nun genannten zwölf Prozent sind ein Fortschritt gegenüber der Reduktion um zehn Prozent, die am 28. Oktober genannt wurde.

UN-Klimachef Simon Stiell nannte die neue Zahl „einen großen Schritt“.

„Jeder vermiedene Bruchteil eines Grads Erwärmung rettet Millionen Leben und spart Klimaschäden in Milliarden Dollar.“

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