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Brand in Crans-Montana: Erste Todesopfer identifiziert

Angehörige trauern um die Opfer des Feuers
Angehörige trauern um die Opfer des Feuers Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved.
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Von Sonja Issel
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Während die Leichname der Identifizierten inzwischen den Familien übergeben wurden, werden zahlreiche Schwerverletzte im In- und Ausland behandelt. Zugleich laufen die Ermittlungen zu Brandschutz, baulichen Mängeln und möglicher strafrechtlicher Verantwortung.

Die Kantonspolizei Wallis hat nach Angaben des Schweizer Mediums Blick inzwischen vier Todesopfer identifiziert. Demnach handelt es sich um zwei Schweizerinnen im Alter von 21 und 16 Jahren sowie um zwei Schweizer im Alter von 18 und 16 Jahren.

Nach Abschluss der Identifizierung wurden die Leichname den Familien übergeben.

Internationale Unterstützung bei der Behandlung der Opfer

Parallel dazu läuft die internationale Hilfe für die zahlreichen Schwerverletzten an. Bei der Behandlung der überwiegend schwer verletzten Opfer des Brandunglücks in Crans-Montana ist Deutschland besonders stark eingebunden.

Vier Patienten wurden bereits kurz nach der Katastrophe in der Silvesternacht in deutschen Kliniken aufgenommen, weitere sieben sollen folgen, teilte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) am Freitagabend mit. Darüber hinaus stünden zusätzliche Transport- und Behandlungskapazitäten zur Verfügung.

Nach Angaben des Schweizer Bundesamts für Bevölkerungsschutz sollen bis Sonntag insgesamt 50 Verletzte in Krankenhäuser im Ausland verlegt werden. Neben Deutschland sind auch Kliniken in Frankreich, Italien und Belgien vorgesehen.

Viele der Verletzten stehen vor langwierigen Behandlungen. Im Kinderspital Zürich werden derzeit fünf minderjährige Brandopfer behandelt, wie Kathrin Neuhaus, Chefärztin des Brandverletzungszentrums, dem Sender SRF sagte. Teilweise seien mehr als 70 Prozent der Körperoberfläche verbrannt. Zudem hätten viele Betroffene durch Rauchgasinhalation schwere Lungenschäden erlitten.

Viele der jungen Patienten müssten sich deshalb voraussichtlich einer zweistelligen Zahl chirurgischer Eingriffe unterziehen. Geplant sei, mit jedem von ihnen etwa jeden zweiten Tag in den Operationssaal zu gehen.

Kritik an Brandschutz und Einrichtung

Während Behandlung der Brandopfer andauern, wächst zugleich die Kritik an Brandschutz und baulicher Ausstattung der Bar.

Nach Angaben von Augenzeugen sei es bei dem Versuch, die Bar "Le Constellation" zu verlassen, zu einem massiven Gedränge auf einer schmalen Treppe gekommen sein, die vom Untergeschoss ins Erdgeschoss führt. Laut Bildern auf der Facebook-Seite des Betreibers wurde diese Treppe bei einem Umbau im Jahr 2015 offenbar verengt, berichtete Blick.

Der 31-jährige Barkeeper aus Crans-Montana berichtete, es habe lediglich einen kombinierten Ein- und Ausgang sowie einen weiteren Notausgang gegeben. Dieser sei bei seinen Besuchen jedoch stets versperrt gewesen. Der Notausgang habe sich in einem abgetrennten Raum befunden, der als Raucherzimmer genutzt wurde. "Alle im Ort wussten, dass das irgendwann schiefgeht", sagte er der BILD.

Die Brandschutzexperten Peter Wilkinson und Edwin Galea erklärten zudem der BBC, dass sich bei dem Brand vermutlich schallabsorbierender Polyurethanschaum an der Decke entzündet habe. Dieses Material sei äußerst leicht entflammbar und könne dichten, giftigen Rauch freisetzen, was die Fluchtzeit erheblich verkürze.

Mögliche Anklagen

Die Staatsanwaltschaft prüft nach Angaben von Oberstaatsanwältin Beatrice Pilloud unter anderem Umbauten, verwendete Materialien, Betriebsgenehmigungen, Sicherheitsvorkehrungen sowie Flucht- und Evakuierungswege.

Zudem werde untersucht, ob überlebende Anwesende strafrechtlich belangt werden könnten. Auf Fotos und Videos seien Feiernde mit Feuerwerk in Champagnerflaschen zu sehen gewesen, das nach ersten Erkenntnissen den Schaumstoff an der Decke entzündet haben könnte. In Betracht kämen etwa fahrlässige Brandstiftung oder fahrlässige Tötung, sagte Pilloud. Bislang gebe es jedoch keine entsprechenden Anhaltspunkte.

Die Betreiber der Bar, Jacques und Jessica Moretti, wurden am Freitag von der Polizei befragt. Laut der französischen Zeitung Le Parisien ist Jacques Moretti in Frankreich wegen früherer Delikte polizeibekannt.

Die Fälle von Zuhälterei liegen rund 30 Jahre zurück. Zudem saß Moretti vor etwa 20 Jahren wegen Freiheitsberaubung, Entführung und Betrugs im Gefängnis. Eine Polizeiquelle erklärte jedoch, er gehöre inzwischen nicht mehr zum Umfeld der organisierten Kriminalität.

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