Angehörige politischer Gefangener hielten eine nächtliche Mahnwache vor mehreren venezolanischen Gefängnissen ab.
Angehörige von inhaftierten Oppositionsanführern, Aktivisten und Journalisten in Venezuela haben eine zweite Nacht lang vor verschiedenen Haftanstalten Mahnwachen abgehalten, um auf neue von der Regierung angekündigte Freilassungen zu warten.
Nachdem fast eine Woche nach der Festnahme des ehemaligen Präsidenten Nicolás Maduro durch die US-Streitkräfte nur acht bis elf Personen freigelassen wurden, herrscht weiterhin Ungewissheit.
An Orten wie El Helicoide, dem Sitz des bolivarischen Geheimdienstes (Sebin) in Caracas, und dem Justizgefängnis Rodeo I im Bundesstaat Miranda wurden Mahnwachen abgehalten. Dort prangerten Angehörige und Aktivisten den Mangel an offiziellen Informationen und den langsamen Fortschritt der versprochenen Freilassungen an.
In der ersten Ankündigung des Parlamentspräsidenten und Bruders des Präsidenten, Delcy Rodríguez, war von der Freilassung einer "beträchtlichen Anzahl" von Häftlingen die Rede, ohne dass Zahlen oder Bedingungen genannt wurden.
Menschenrechtsorganisationen betonen jedoch, dass die bestätigten Freilassungen nicht einmal 1 % der 811 politischen Gefangenen ausmachen, die es nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Foro Penal derzeit im Land gibt.
In Washington versicherte US-Präsident Donald Trump, dass die Freilassungen auf Ersuchen seiner Regierung erfolgten und lobte die Reaktion der Regierung von Delcy Rodríguez.
Bislang hat die venezolanische Regierung noch keine offizielle Liste mit den Namen der freigelassenen Gefangenen veröffentlicht, was die Spannung und die Erwartung der Familien aufrechterhält, die weiterhin an den Gefängnistoren auf Neuigkeiten warten.