El Helicoide, Symbol von Folter und Unterdrückung in Venezuela, soll nach Trumps Ankündigung geschlossen werden – Menschenrechtsorganisationen fordern Schutz der Gefangenen.
Nur wenige Tage nach der Militäroperation, die zum Sturz des Regimes von Nicolás Maduro führte, kündigte US-Präsident Donald Trump die Schließung von El Helicoide an. Das berüchtigte Haftzentrum in Caracas gilt seit Jahren als Symbol für Misshandlungen und Folter politischer Gefangener.
Die Ankündigung erfolgte fast 72 Stunden nach der umstrittenen Festnahme Maduros und war Teil eines umfassenderen Narrativs über den angeblichen Abbau repressiver Strukturen der ehemaligen chavistischen Regierung. In einer offiziellen Erklärung bezeichnete Trump El Helicoide als eine „Folterkammer im Herzen von Caracas“ und erklärte, die Schließung sei ein Schritt zur Beendigung jahrzehntelanger Menschenrechtsverletzungen unter dem chavistischen Regime.
El Helicoide ist ein spiralförmiges Gebäude, das in den 1950er-Jahren ursprünglich als Einkaufszentrum geplant war, später jedoch zu einem vom bolivarischen Geheimdienst SEBIN betriebenen Haftzentrum umfunktioniert wurde. Der Komplex liegt im Stadtgebiet der venezolanischen Hauptstadt und umfasst eine Fläche von mehr als 100.000 Quadratmetern.
Menschenrechtsorganisationen und ehemalige Häftlinge dokumentieren dort seit Jahren systematische Menschenrechtsverletzungen, darunter Folter sowie willkürliche Inhaftierungen von Regierungsgegnern, Aktivisten und Journalisten. Mehrere ehemalige Gefangene berichteten von extremen Haftbedingungen, winzigen Zellen, lang andauernder Isolation und kaum Kontakt zur Außenwelt.
Trotz der öffentlichen Ankündigung Trumps gibt es bislang keine unabhängige Bestätigung darüber, ob eine formelle Anordnung zur Freilassung aller politischen Gefangenen ergangen ist oder wie der Schließungsprozess konkret umgesetzt werden soll. Vor diesem Hintergrund fordert das Komitee für die Freiheit der politischen Gefangenen in Venezuela mehr Transparenz und verlässliche Informationen über die Lage der Inhaftierten.
In einer in sozialen Netzwerken veröffentlichten Erklärung betonte das Komitee, bislang sei ihm keine Freilassung politischer Gefangenen aus El Helicoide mitgeteilt worden. „Wir fordern Transparenz, Respekt vor Leben und körperlicher Unversehrtheit, die sofortige Freilassung aller aus politischen Gründen Inhaftierten ohne Diskriminierung sowie den Verzicht auf willkürliche Verlegungen in andere Haftanstalten. Bis heute wurde uns keine Freilassung der in El Helicoide festgehaltenen politischen Gefangenen bestätigt“, heißt es darin.
Auch andere internationale Menschenrechtsorganisationen mahnten an, dass die Schließung von El Helicoide mit umfassenden Untersuchungen und der Aufarbeitung der dokumentierten Missbräuche einhergehen müsse. Zudem müsse den noch inhaftierten Personen Sicherheit, ein ordnungsgemäßes Verfahren und gegebenenfalls ihre rasche Freilassung garantiert werden.