Der Gouverneur von Minnesota, Tim Waltz, gab bekannt, dass Bundesbeamte im Rahmen des harten Vorgehens der Trump-Regierung gegen Einwanderer "eine weitere schreckliche Schießerei" verübt hätten.
Bundesbeamte haben in Minneapolis erneut eine Person erschossen – im Zusammenhang mit der anhaltenden Einwanderungsoffensive der Trump-Regierung. Das berichtete der Gouverneur des Bundesstaates Minnesota, Tim Walz, am Samstag. Laut einem Krankenhausbericht, der den Tod bestätigte und der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) vorliegt, handelte es sich dabei um einen 51-jährigen Mann.
Ein in sozialen Medien verbreitetes Video zeigt, wie mehrere Bundesagenten der Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) mit einem Mann auf einem Bürgersteig ringen und ihn auf den Boden drücken. Dabei schlagen sie wiederholt auf ihn ein. Dann fallen mehrere Schüsse. Die maskierten Agenten lassen schließlich von dem Mann ab, der regungslos auf dem Bürgersteig liegen bleibt.
Die lokale Zeitung Star Tribune berichtete unter Berufung auf Augenzeugen von mehreren Schüssen, die den Mann in die Brust getroffen hätten. Anschließend sei ein Krankenwagen eingetroffen. Trotz lebensrettender Maßnahmen der Sanitäter sei der Mann später im Krankenhaus gestorben.
Mann soll bewaffnet gewesen sein
Nach Angaben des Ministeriums für Innere Sicherheit der Vereinigten Staaten hatte der Mann eine Schusswaffe bei sich getragen. Demnach führten Einsatzkräfte der Bundesbehörden in Minneapolis eine gezielte Operation gegen einen mutmaßlich illegal eingereisten Ausländer durch, der wegen eines Gewaltdelikts gesucht wurde.
Während des Einsatzes habe sich eine Person mit einer halbautomatischen 9-mm-Pistole US-Grenzschutzbeamten genähert. Die Beamten hätten daraufhin versucht, den Verdächtigen zu entwaffnen, dieser habe jedoch gewaltsam Widerstand geleistet.
Nach Angaben des Ministeriums feuerte einer der Beamten Schüsse ab, da er um sein eigenes Leben und das seiner Kollegen fürchtete. Weitere Details zu dem Gerangel fehlen bisher noch.
Der Verdächtige habe zwei Magazine bei sich getragen und keine Ausweisdokumente gehabt. Nach Einschätzung des DHS deute dies darauf hin, dass er den größtmöglichen Schaden anrichten und gezielt Einsatzkräfte angreifen wollte.
Walz: "Minnesota reicht es"
Nach dem Schusswaffenvorfall versammelten sich nach Angaben von AP Passanten und schrien Bundesbeamten Beschimpfungen entgegen, nannten sie "Feiglinge" und forderten sie auf, nach Hause zu gehen. Ein Beamter soll spöttisch reagiert haben, als er sich entfernte, und rief: "Buhuhu." An anderer Stelle schoben Einsatzkräfte einen laut rufenden Demonstranten in ein Auto.
Walz teilte in sozialen Medien mit, er habe nach dem Vorfall Kontakt mit dem Weißen Haus aufgenommen und Präsident Donald Trump aufgefordert, das Vorgehen in seinem Bundesstaat zu beenden.
Die Schießerei ereignete sich vor dem Hintergrund täglicher, landesweiter Proteste in den Zwillingsstädten Minneapolis und St. Paul. Auslöser waren die tödlichen Schüsse eines ICE-Beamten auf die 37-jährige Renée Good, eine US-Bürgerin und Mutter von drei Kindern, die am 7. Januar in ihrem Fahrzeug in Minneapolis erschossen wurde.
Seit Freitag demonstrieren Tausende Menschen in der eisigen Kälte von Minneapolis, um gegen das Vorgehen der Einwanderungsbehörde zu protestieren und den Abzug der Bundesbeamten aus der Stadt zu fordern.
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