Selenskyj sagte, dass Russland in der vergangenen Woche über 1.700 Drohnen, 1.380 Bomben und 69 Raketen abgefeuert habe, so dass Hunderte von Gebäuden in Kyjiw ohne Heizung seien.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Sonntag die westlichen Verbündeten aufgerufen, mehr Unterstützung bei der Luftverteidigung zu leisten. Hintergrund sind die anhaltenden russischen Angriffe, durch die in Kyjiw Hunderte Gebäude bei eisigen Temperaturen ohne Heizung und Strom geblieben sind.
Russland greift die ukrainische Energieinfrastruktur seit Beginn des fast vierjährigen Krieges immer wieder an – doch laut Kyjiw ist dieser Winter der bislang härteste.
"Allein in dieser Woche haben die Russen mehr als 1.700 Angriffsdrohnen, über 1.380 gelenkte Luftbomben und 69 Raketen verschiedener Typen eingesetzt", sagte Selenskyj bei seiner Ankunft in Vilnius, wo er an einer Zeremonie zum Gedenken an den Aufstand von 1863 in Polen und Litauen gegen das zaristische Russland teilnahm.
"Deshalb werden täglich neue Raketen für unsere Luftverteidigungssysteme benötigt. Wir arbeiten weiterhin eng mit den Vereinigten Staaten und Europa zusammen, um den Schutz unseres Luftraums zu stärken", fügte er hinzu.
Die Hauptstadt Kyjiw ist besonders stark von den Angriffen betroffen – rund eine halbe Million Menschen mussten evakuiert werden.
Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte: "Nach dem Angriff des Feindes auf die Stadt Kyjiw am 24. Januar sind derzeit 1.676 Wohnhochhäuser ohne Heizung."
Die anhaltenden Minusgrade und die wiederholten Luftangriffe erschweren den Reparaturteams die Wiederherstellung von Wärme- und Stromversorgung erheblich.
Am Freitag und Samstag trafen sich Vertreter der USA, Russlands und der Ukraine in Abu Dhabi zu Gesprächen über ein mögliches Kriegsende.
Zwar brachten die Verhandlungen keinen Durchbruch, Selenskyj bezeichnete sie jedoch als "konstruktiv". Beide Seiten einigten sich darauf, sich bereits in der kommenden Woche erneut in Abu Dhabi zu treffen.