Regen und Tauwetter lassen Flüsse in Deutschland anschwellen. Erste Ufer treten über, Wege werden gesperrt, Schutzwände aufgebaut. Noch keine Extremlage, doch die Pegel steigen weiter.
In vielen Teilen Deutschlands steigen die Pegel spürbar an. Vor allem im Osten, im Süden und Südwesten sorgt das Zusammenspiel aus Tauwetter und Regen für angespannte Situationen an den Flüssen.
Besonders deutlich zeigt sich das an der Oder an der Grenze zu Polen. Bei Frankfurt (Oder) legte der Wasserstand innerhalb weniger Tage um etwa 50 Zentimeter zu. Am Donnerstagmorgen wurden dort mehr als vier Meter gemessen, deutlich mehr als noch zu Beginn des Monats, wie die Bild-Zeitung berichtet.
Mit den milderen Temperaturen gerät nun auch die Eisdecke in Bewegung. Aufbrechende Schollen treiben flussabwärts und können den Abfluss behindern. Nach Einschätzung der zuständigen Behörden ist deshalb noch nicht mit einer schnellen Entspannung zu rechnen. Zwar laufen bereits Wiesen und Uferbereiche voll, Wohngebiete gelten derzeit aber nicht als akut bedroht.
Bayern: Flüsse treten stellenweise über die Ufer
Auch in Bayern spitzt sich die Lage zu. Schmelzender Schnee und kräftiger Regen lassen kleinere und mittlere Flüsse anschwellen. Entlang der Zenn bei Veitsbronn im Landkreis Fürth sind Uferbereiche überflutet, mancherorts stehen Wege und Nebenstraßen unter Wasser.
Einige Städte sorgen vor: Rad- und Fußwege in Flussnähe wurden gesperrt, damit niemand in riskante Bereiche gerät, wie das Portal inFranken meldet.
In Oberfranken bleibt die Situation angespannt. In den Landkreisen Bamberg und Coburg gilt weiterhin eine Hochwasserwarnung. Auch bebaute Gebiete könnten betroffen sein, sollte der Regen anhalten. Meteorologen rechnen in höheren Lagen mit weiteren nennenswerten Niederschlägen.
Gleichzeitig steigen die Temperaturen teils deutlich über null Grad. Zusätzliches Schmelzwasser aus den Mittelgebirgen könnte die Pegel weiter nach oben treiben.
Rheinland-Pfalz: Schutzmaßnahmen am Mittelrhein
Auch am Mittelrhein laufen Vorbereitungen. In Koblenz wird am Zusammenfluss von Rhein und Mosel ein Teil der mobilen Hochwasserschutzwand aufgebaut, wie ntv berichtet. Im Stadtteil Neuendorf werden Zugänge zum Ufer vorsorglich geschlossen.
Auslöser sind auch hier die anhaltenden Regenfälle der vergangenen Tage. Von einer außergewöhnlichen Extremlage sprechen die Behörden bislang jedoch nicht.
Unabhängig von der Region raten Einsatzkräfte dazu, Absperrungen ernst zu nehmen und überflutete Wege zu meiden. Gerade bei schnell fließenden Gewässern kann sich die Situation binnen weniger Stunden verändern.