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Portugiesischer Airbus war 30 Sekunden vom Absturz bei Prag entfernt

TAP-Flugzeug konnte sicher landen
TAP-Flugzeug konnte sicher landen Copyright  AP Photo
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Von Inês dos Santos Cardoso
Zuerst veröffentlicht am
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Ein TAP-Airbus ist beim Anflug auf Prag in dichtem Nebel gefährlich tief gesunken und war nur Sekunden von einer Katastrophe entfernt. Erst ein Steigflugmanöver in letzter Minute stoppte den Sinkflug, nun ermitteln die Behörden.

Ein Flugzeug der portugiesischen Airline TAP war beim Anflug auf Prag nur noch rund 60 Kilometer vom Flughafen entfernt, als es nach Angaben der tschechischen Behörden nur etwa 30 Sekunden vor einem möglichen Absturz stand. Der Vorfall ereignete sich am 17. Januar, wurde aber erst jetzt öffentlich. Am 12. Februar meldete die tschechische Zivilluftfahrtbehörde UZPLN den Zwischenfall.

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Der Flug TP1240 aus Lissabon geriet bei sehr ungünstigen Wetterbedingungen in Schwierigkeiten. Dichter Nebel und geringe Sicht erschwerten den Anflug. Der Airbus A320neo soll in der Nähe von Krivoklát in einem schnellen Sinkflug bis auf rund 300 Meter über dem Boden abgesackt sein. Radio Prague International zufolge konnte ein Unfall nur durch ein von der Besatzung in letzter Minute eingeleitetes Steigflugmanöver verhindert werden.

Das Flugzeug befand sich im Anflug auf die Landebahn 06 des Flughafens Václav Havel, als es unter die empfohlene Mindesthöhe sank. Nach den Vorgaben hätte sich die Maschine in etwa 4.000 Fuß, also rund 1.200 Metern, über dem Boden befinden müssen. Tatsächlich lag die Höhe jedoch bei 2.600 Fuß, etwa 792 Metern, über dem mittleren Meeresspiegel.

Die Besatzung wurde zweimal gewarnt. Außerdem wurde das Bodenannäherungswarnsystem TAWS aktiviert, als der unzulässige Sinkflug erkannt wurde. Daraufhin leiteten die Piloten sofort einen Steigflug ein, um Höhe zurückzugewinnen. Rund elf Minuten später stabilisierte sich die Situation, das Flugzeug konnte anschließend sicher landen.

Was war die Ursache des Zwischenfalls?

TAP Air Portugal untersucht den Vorfall nach eigenen Angaben intern und arbeitet mit den zuständigen tschechischen Behörden zusammen. Das erklärte ein Sprecher der Airline gegenüber der Nachrichtenagentur Lusa.

Die Ursache ist bislang unklar. Experten warnen jedoch, der Autopilot könnte falsch eingesetzt worden sein.

Luftfahrtbehörden stufen den Vorfall als einen der schwerwiegendsten am Prager Flughafen in den vergangenen Jahrzehnten ein. Er wurde als CFIT-Fall registriert, also als "Controlled Flight Into Terrain". Gemeint ist damit ein kontrollierter Flug in Richtung Boden, ohne dass die Besatzung das Risiko rechtzeitig erkennt. Häufig hängen solche Ereignisse mit Fehlern bei Konfiguration und Nutzung der Flugsysteme zusammen. Verletzte oder Schäden wurden nicht gemeldet.

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