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Peru setzt Übergangspräsidenten ab – nach vier Monaten im Amt

José Jeri, der abgesetzte Interimspräsident Perus
José Jeri, der abgesetzte Interimspräsident Perus Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
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Von Juan Carlos De Santos Pascual & Euronews mit AFP
Zuerst veröffentlicht am
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Das peruanische Parlament hat den Interimspräsidenten José Jerí seines Amtes enthoben und damit eine neue Episode politischer Instabilität in dem Land ausgelöst. Peru hatte in den vergangenen zehn Jahren sieben Präsidenten.

Die Parlamentssitzung begann dauerte mehrere Stunden. Von den 115 teilnehmenden Abgeordneten waren mindestens 58 Stimmen erforderlich, um das Amtsenthebungsverfahren zu genehmigen.

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Der 39-jährige Präsident José Jerí hatte sein Amt im Oktober nach der Absetzung von Dina Boluarte angetreten, die vom Parlament inmitten von Protesten wegen angeblicher Korruption und einer Welle von Gewalt im Zusammenhang mit dem organisierten Verbrechen abgesetzt worden war. José Jerí wurde ernannt, um Boluartes Amtszeit bis Juli zu vollenden, wenn nach den Wahlen am 12. April ein neuer Präsident sein Amt antreten soll. Es war ihm verfassungsmäßig untersagt, als Kandidat anzutreten.

Doch schon kurz nach Amtsantritt gab es staatsanwaltschaftliche Untersuchungen wegen Unregelmäßigkeiten. Es wurde ein Verfahrens angekündigt, um festzustellen, ob Jeri bei der Ernennung von neun Frauen in öffentliche Ämter unzulässigen Einfluss ausgeübt hat. Einem Bericht der Untersuchungssendung "Cuarto Poder" zufolge sollen fünf Frauen nach einem Treffen mit dem Präsidenten Posten im Präsidialamt und im Umweltministerium erhalten haben. Am Sonntag, vor der Abstimmung, erklärte Jeri im peruanischen Fernsehen, dass er kein Verbrechen begangen habe.

Gegen den ehemaligen Präsidenten wird auch wegen angeblicher "illegaler Interessenvertretung" nach einem privaten Treffen mit einem chinesischen Geschäftsmann mit Geschäftsbeziehungen zur Regierung ermittelt.

Sieben Präsidenten in 10 Jahren

Das Misstrauensverfahren wurde zwar schnell eingeleitet, doch einige politische Beobachter haben es mit den Wahlen in Verbindung gebracht. Bei den Präsidentschaftswahlen im April treten mehr als 30 Kandidaten an, eine Rekordzahl. Der Kandidat der Partei Renovación Popular, Rafael López Aliaga, war eine der stärksten Stimmen, die sich für die Absetzung von Jeri aussprachen.

Nach dem Amtsenthebungsverfahren muss der Präsident des Kongresses das Amt des Interimspräsidenten übernehmen. Vorher muss ein neuer Parlamentspräsident gewählt werden, weil der derzeitige Präsident ebenfalls interimistisch tätig war.

Peru hatte seit 2016 sieben Präsidenten, von denen mehrere angeklagt wurden oder gegen die wegen angeblichen Fehlverhaltens ermittelt wird. Das Land sieht sich auch mit einer Erpressungswelle konfrontiert, die Dutzende von Toten gefordert hat, insbesondere Busfahrer, die angegriffen wurden, als ihre Unternehmen sich weigerten, Geld an kriminelle Banden zu zahlen. Innerhalb von zwei Jahren stieg die Zahl der gemeldeten Fälle von 2.396 auf über 25.000 im Jahr 2025.

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