Volkswagen verdient deutlich weniger: Der Gewinn des Konzerns brach 2025 um fast die Hälfte ein. Handelskonflikte, ein schwieriges China-Geschäft und der Strategiewechsel bei Porsche setzen Europas größten Autobauer unter Druck.
Der Volkswagen-Konzern hat ein schwieriges Jahr hinter sich – und verschärft nun seinen Sparkurs. Nach einem massiven Gewinneinbruch kündigte Konzernchef Oliver Blume an, dass bis 2030 rund 50.000 Arbeitsplätze in Deutschland wegfallen sollen. Damit geht der Konzern deutlich weiter als bisher geplant: Ende 2024 hatte Volkswagen mit den Gewerkschaften noch einen Abbau von 35.000 Stellen vereinbart.
2025 brach der Nettogewinn um rund 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro ein – nach 12,4 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Damit fällt das Ergebnis auf den niedrigsten Stand seit der Zeit unmittelbar nach dem Dieselskandal 2016.
Wie Europas größter Autobauer am Dienstag in Wolfsburg mitteilte, stagnierte der Umsatz mit rund 322 Milliarden Euro, während sich der operative Gewinn auf etwa 8,9 Milliarden Euro nahezu halbierte. Finanzchef Arno Antlitz sprach von einem "herausfordernden Umfeld", von geopolitischen Spannungen, neuen Handelsbarrieren und wachsender Konkurrenz, vor allem aus China.
Probleme in China und den USA
Die Verkaufszahlen gingen leicht zurück. Weltweit lieferte der Konzern 2025 rund 8,98 Millionen Fahrzeuge aus – ein Minus von 0,5 Prozent. Zwar legte Volkswagen in Europa zu, doch Rückgänge in China und Nordamerika konnten damit nicht ausgeglichen werden.
Besonders auf dem US-Markt belasten neue Zölle, die unter Präsident Donald Trump eingeführt wurden. Zugleich haben Änderungen bei Umweltvorschriften und der Wegfall staatlicher Förderungen die Nachfrage nach Elektroautos gebremst. Auch geplante Projekte geraten dadurch unter Druck, etwa das Werk für Elektro-Pickups der Konzernmarke Scout.
Auch in China, lange Zeit der wichtigste Wachstumsmotor des Konzerns, wächst der Druck. Lokale Hersteller wie BYD, Geely oder Nio holen technologisch auf und gewinnen Marktanteile. Volkswagen setzt deshalb verstärkt auf eine "In China für China"-Strategie mit lokalen Entwicklungs- und Lieferketten – ein Ansatz, den Analysten als entscheidend für die Zukunft des Konzerns sehen.
Porsche wird zum Problemfall
Besonders stark wirkte sich die Entwicklung bei der Sportwagenmarke Porsche aus. Der Hersteller litt unter einem deutlichen Absatzrückgang in China sowie unter hohen Kosten für einen Strategiewechsel. Nachdem Porsche lange stark auf Elektroautos gesetzt hatte, korrigiert das Unternehmen nun seinen Kurs und setzt wieder stärker auf Modelle mit Verbrennungsmotor.
Das operative Ergebnis der Marke brach dadurch drastisch ein: Von rund 5,3 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf lediglich 90 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Einschließlich Finanzdienstleistungen lag der Gewinn noch bei 413 Millionen Euro – ein Bruchteil des Vorjahreswerts.
Millionenboni trotz Gewinneinbruch
Für Diskussionen sorgt unterdessen die Vergütung des Managements. Trotz des massiven Gewinneinbruchs erhalten die Vorstände erneut Millionenboni. Ausschlaggebend ist dabei vor allem der Netto-Cashflow – also die Barmittel, die dem Konzern nach Investitionen und laufenden Kosten verbleiben.
Mit 6,4 Milliarden Euro erreichte dieser Wert die höchste Zielstufe im Vergütungssystem. Medienberichten zufolge summieren sich die Bonuszahlungen für den Vorstand auf rund 13,6 Millionen Euro. Konzernchef Oliver Blume kommt auf eine Gesamtvergütung von etwa 7,4 Millionen Euro – etwas weniger als im Vorjahr, unter anderem wegen eines freiwilligen Gehaltsverzichts.
Arbeitnehmervertreter fordern nun, dass auch die Belegschaft stärker vom hohen Cashflow profitiert. Gespräche über mögliche Sonderzahlungen laufen.
Hoffnung auf Erholung 2026
Trotz der schwachen Jahresbilanz zeigte sich der Konzern zuletzt etwas stabiler. Im Schlussquartal entwickelte sich das Geschäft besser als zuvor. Noch im dritten Quartal hatte Volkswagen wegen Sonderbelastungen bei Porsche einen Verlust von mehr als einer Milliarde Euro ausgewiesen.
Für 2026 rechnet der Konzern nun wieder mit einer Verbesserung der Profitabilität. Die operative Marge soll auf 4,0 bis 5,5 Prozent steigen, nachdem sie 2025 auf 2,8 Prozent abgesackt war.