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Absurder Zoo-Plan aus Florida rettet wildem Nashorn in Afrika das Augenlicht

Im August 2025 zeigt Daniel Terblanche Mitarbeitenden der Imvelo Safari Lodges in Bulawayo, Simbabwe, wie sie das bedrohte Nashorn Thuza mit Augenleiden sicher betreuen.
August 2025 in Bulawayo, Simbabwe: Daniel Terblanche zeigt dem Team der Imvelo Safari Lodges den Umgang mit Thuza, einem bedrohten Weißnashorn mit schwerer Augeninfektion. Copyright  John Towey/Palm Beach Zoo & Conservation Society via AP
Copyright John Towey/Palm Beach Zoo & Conservation Society via AP
Von Cody Jackson and David Fischer mit AP
Zuerst veröffentlicht am
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Der Plan stützte sich auf Erfahrungen aus dem Palm Beach Zoo. Dort bringen Pfleger den Tieren bei, freiwillig an ihrer eigenen Pflege mitzuwirken.

Ein wildes Nashorn in einen schmalen Verschlag zu treiben, nur um ihm Augentropfen zu geben, klingt nach einem völlig verrückten Plan. Aber wenn etwas verrückt ist und trotzdem funktioniert, lohnt sich das Risiko.

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Verhaltensforscherinnen und ‑forscher, die mit dem Palm Beach Zoo & Conservation Society in Florida zusammenarbeiten, reisten im August nach Afrika. Sie wollten einem vom Aussterben bedrohten Breitmaulnashorn helfen, das an einer lebensbedrohlichen parasitären Augeninfektion litt.

Daniel Terblanche, Sicherheitsmanager bei Imvelo Safari Lodges, sagt, in Simbabwe wäre auf diese Idee niemand gekommen.

„Glauben Sie mir, wir hatten diesen Plan nicht. Für uns klang das völlig absurd“, so Terblanche. „Aber wenn wir nicht alles versucht hätten, um die Situation zu retten, wären wir in echte Schwierigkeiten geraten.“

Ein vom Aussterben bedrohtes Breitmaulnashorn mit einer lebensbedrohlichen Augeninfektion frisst, während sich im Hintergrund in Bulawayo, Simbabwe, im August 2025 Tierverhaltensforscherinnen und ‑forscher versammeln.
Ein vom Aussterben bedrohtes Breitmaulnashorn mit einer lebensbedrohlichen Augeninfektion frisst, während sich im Hintergrund in Bulawayo, Simbabwe, im August 2025 Tierverhaltensforscherinnen und ‑forscher versammeln. John Towey/Palm Beach Zoo & Conservation Society via AP

„Ein blindes Nashorn ist ein totes Nashorn“

Außerhalb des Hwange-Nationalparks in Simbabwe bindet die Community Rhino Conservation Initiative (Quelle auf Englisch) mit Unterstützung von Imvelo Safari Lodges die umliegenden Gemeinden ein. Zum ersten Mal in der Geschichte des Landes sollen südliche Breitmaulnashörner wieder auf gemeinschaftlich genutzte Flächen zurückkehren.

Die Geschäftsführerin und Präsidentin des Palm Beach Zoo, Margo McKnight, besuchte die Region im vergangenen Jahr. Dort erzählte ihr Imvelo-Direktor Mark Butcher, dass die Erkrankung eines Nashornbullen namens Thuza das gesamte Projekt gefährden könnte.

„Dieses Nashorn hatte blutende Augen. Es rieb sich ständig die Augen“, berichtet Butcher. „Ich sah die Gefahr, dass er sein Augenlicht verliert. Und das in einem Pilotprojekt, das große Hoffnungen für den Naturschutz in ganz Afrika weckt.“

Thad und Angi Lacinak, Gründer der Verhaltens- und Tierschutzberatung Precision Behavior, reisten daraufhin nach Simbabwe, um mit den Antiwilderer-Einheiten zu arbeiten. Sie entwickelten einen Plan, der auf Erfahrungen im Palm Beach Zoo beruhte, wo Tiere lernen, freiwillig bei ihrer medizinischen Versorgung mitzumachen.

„Mit so wenigen Tieren an diesem Ort in Afrika war es entscheidend, jedes einzelne zu retten“, sagt Angi Lacinak. „Als dann der Anruf kam: Thuza wird sein Auge verlieren, war für uns klar: Ein blindes Nashorn ist ein totes Nashorn. Also mussten wir hinfliegen und es versuchen – egal, was es kostet.“

Daniel Terblanche trägt im August 2025 in den Imvelo Safari Lodges in Bulawayo, Simbabwe, Medikamente auf das entzündete Auge eines vom Aussterben bedrohten Breitmaulnashorns auf.
Daniel Terblanche trägt im August 2025 in den Imvelo Safari Lodges in Bulawayo, Simbabwe, Medikamente auf das entzündete Auge eines vom Aussterben bedrohten Breitmaulnashorns auf. John Towey/Palm Beach Zoo & Conservation Society via AP

Tiere lernen, bei ihrer Behandlung freiwillig mitzumachen

Die Idee: Thuza mit seinem Lieblingsfutter in einen engen Gang locken. Dort sollte er sich daran gewöhnen, dass Menschen sein Gesicht berühren und ihm Wasser ins Gesicht sprühen.

„Nach ungefähr einer Woche konnten wir ihm die Augentropfen gezielt ins Auge geben, während er ruhig stehen blieb“, erzählt Lacinak. „Und nach zwei Wochen hatten wir dieses Training nicht nur an Daniel weitergegeben, der die Rangergruppe leitete, sondern an alle Ranger.“

Der Schutzstatus der südlichen Breitmaulnashörner gilt als „potenziell gefährdet“. In freier Wildbahn leben noch rund 16 000 Tiere. Wilderei und der Verlust ihres Lebensraums bleiben große Gefahren. Thuza und andere Nashörner kämpfen also weiter ums Überleben – immerhin sind seine Augen jetzt geschützt.

„Sie bringen ihm jeden Tag zuverlässig die Medikamente ins Auge“, sagt Lacinak. „Die Nashörner gedeihen, und das Team ist überzeugt, dass das Problem damit gelöst ist.“

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