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Mutmaßlicher Belarus-Spion in Polen festgenommen: Auch in Deutschland aktiv

Der polnische Inlandsgeheimdienst hat einen belarussischen Staatsbürger festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, in Deutschland, Litauen und Polen spioniert zu haben.
Der polnische Inlandsgeheimdienst hat einen belarussischen Staatsbürger festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, in Deutschland, Litauen und Polen spioniert zu haben. Copyright  AP Photo
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Von Franziska Müller
Zuerst veröffentlicht am
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Der polnische Inlandsgeheimdienst hat einen 41-Jährigen festgenommen, der für Belarus unter anderem in Deutschland spioniert haben soll. Er sammelte mutmaßlich Informationen zu NATO-Einrichtungen in drei Ländern.

Er soll seit Juni 2024 in Deutschland, Litauen und Polen spioniert haben. Die Ergebnisse seiner Agententätigkeit soll der 41-Jährige aus Belarus an den heimischen Geheimdienst weitergeleitet haben.

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Wie der polnische Inlandsgeheimdienst ABW am Montag mitteilte, wurde der 41-Jährige bereits Anfang Februar festgenommen. Die Behörde wirft dem belarussischen Staatsbürger vor, Informationen zu militärischen Objekten und kritischer Infrastruktur gesammelt zu haben.

Die Festnahme soll durch die Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz sowie dem litauischen Geheimdienst ermöglicht worden sein. Nun sitzt der Mann zunächst in Untersuchungshaft. Bei einer Verurteilung drohen ihm nach Behördenangaben mindestens fünf Jahre Haft.

Vorwurf: Spionage bei NATO-Einrichtungen

Dem 41-Jährigen wird nach Angaben der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, Einrichtungen, die für die Verteidigung der NATO zuständig sind, ausspioniert und die Informationen an Minsk weitergegeben zu haben.

Am 9. Februar wurde der belarussische Staatsbürger auf polnischem Boden festgenommen. Er soll über knapp 20 Monate hinweg – von Juni 2024 bis Februar 2026 – in Polen, Deutschland und Litauen Spionageaktivitäten durchgeführt haben.

Alle drei Länder sind Teil des NATO-Bündnisses und seit Beginn der groß angelegten russischen Invasion in der Ukraine ins Visier gerückt, nachdem sie ihre Unterstützung für die Ukraine immer wieder bekräftigt hatten. Seither sind die Fälle von Spionage und hybriden Angriffen in diesen NATO-Ländern angestiegen.

In Deutschland musste sich im September 2025 ein Geschäftsmann aus Nürnberg vor dem Landgericht Frankfurt am Main verantworten. Über Jahre soll ein Geschäftsmann aus Nürnberg Geräte zur Unterwasserspionage an Russland verkauft haben. Die Technik kam ursprünglich aus Deutschland, doch die hochmodernen Technologien wurden über ein internationales Firmengeflecht aus ganz Europa an Russland weitergegeben.

Vermehrt Spionage-Vorfälle in Europa

Auch in anderen Ländern wurden über die vergangenen Monate mehrere Personen wegen Verdacht auf Spionage festgenommen und in manchen Fällen verurteilt. Auch hybride Angriffe nehmen zu, die Bedrohung durch Russland sei insbesondere im Baltikum "stärker spürbar als in anderen Teilen Europas, etwa durch provokative Luftraumverletzungen", so Verteidigungsminister Boris Pistorius.

Polen hatte erklärt, dass es seit Beginn der Invasion Dutzende von Personen festgenommen hat, die für Russland spioniert haben sollen. Auch ein ehemaliger Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums in Polen soll für russische sowie belarussische Geheimdienste spioniert haben.

So teilten Angestellte der Sicherheitsbehörde in Polen mit, dass ein Mann im nordöstlichen Białystok angeboten habe, im Auftrag des belarussischen Geheimdienstes KGB gegen Polen und die USA zu spionieren. Anfang dieses Monats verurteilte ein Gericht den Mann zu einem Jahr Gefängnis.

Litauische Beamte warnten im vergangenen Jahr, dass belarussische Geheimdienste soziale Medien und andere digitale Plattformen genutzt hätten, um Mitglieder der belarussischen Diaspora zu rekrutieren, um demokratische Bewegungen und regimekritische Dissidentengruppen auszuspionieren.

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