Deutschland ist besonders stark betroffen. Autofahrer in ganz Europa sehen sich mit höheren Benzinpreisen konfrontiert, da der Krieg im Iran die globalen Energiemärkte erschüttert. Regierungen überlegen, wie sie am besten reagieren können.
Die Verbraucher und Verbraucherinnen in Europa sehen sich mit besonders hohen Preisen an den Zapfsäulen konfrontiert, da der anhaltende Krieg im Iran die globalen Energiemärkte erschüttert und die Kraftstoffkosten in die Höhe treibt.
Aus den Daten des Weekly Oil Bulletin der Europäischen Kommission geht hervor, dass zwischen dem 23. Februar und dem 9. März einige der stärksten Preiserhöhungen für bleifreies Benzin Euro-Super 95 in Deutschland und Österreich verzeichnet wurden.
In Deutschland stiegen die Benzinpreise von rund 1,82 € pro Liter auf 2,07 € pro Liter, was einem Anstieg von fast 14 % innerhalb dieser Wochen entspricht. Im benachbarten Österreich war ein ähnlich starker Anstieg zu verzeichnen: Der Benzinpreis stieg von 1,51 € auf 1,71 € pro Liter, was einem Anstieg von rund 13 % entspricht.
Auch Finnland meldete einen bemerkenswerten Preisanstieg von rund 1,71 € auf 1,93 € pro Liter, obwohl der Preisanstieg bereits vor den gemeinsamen US-amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran am 28. Februar einsetzte.
In Estland, Polen und Spanien fielen die Preissteigerungen bescheidener aus.
In der gesamten Europäischen Union stiegen die Benzinpreise nach Angaben der Europäischen Kommission von etwa 1,64 € auf 1,77 € pro Liter, was einem Anstieg von etwa 8 % entspricht.
Steigende Preise
Der Kraftstoffpreis ist an die Rohölsorte Brent gekoppelt, die Ende Februar und Anfang März im Zuge des eskalierenden Konflikts stark anstieg.
Entwicklungen im Iran, wie die teilweise Schließung der Straße von Hormus, die zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman liegt, treiben die Preise in die Höhe treiben und schlagen sich in Europa in überhöhten Einzelhandelspreisen für Benzin nieder.
Der wöchentliche Preisanstieg bei Euro-Super 95 ist in der Regel gering und liegt im Durchschnitt bei 1 % oder weniger. Ein Vergleich der Preise vor und nach der Eskalation des Konflikts zeigt, dass dieser Anstieg in mehreren europäischen Ländern zugenommen hat.
In Deutschland zum Beispiel waren die Preise in den Wochen vor Beginn des Konflikts im Allgemeinen stabil, bevor sie Anfang März stark anstiegen.
Nach Untersuchungen von Transport and Environment, einer Denkfabrik, die sich für nachhaltigen Verkehr in Europa einsetzt, könnten Autofahrer so viel bezahlen wie zuletzt im Jahr 2022, als der Angriffskrieg Russlands in der Ukraine die Weltmärkte durcheinanderbrachte und die Preise in die Höhe trieb.
Nach Schätzungen der Denkfabrik könnten die europäischen Autofahrer und Autofahrerinnen 150 Millionen Euro pro Tag mehr bezahlen, wenn der Ölpreis über 100 Dollar (87 Euro) pro Barrel steigt.
Die Regierungen reagieren
Die deutsche Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, um den Preisanstieg zu regulieren.
Nach dem Vorbild Österreichs hat Berlin festgelegt, dass die Tankstellen die Preise nur noch einmal am Tag - um 12 Uhr - erhöhen dürfen, wobei Preissenkungen den ganzen Tag über zulässig sind. Das Gesetz ist noch nicht in Kraft getreten, da Bundestag und Bundesrat noch darüber abstimmen.
Österreich hat unterdessen seine Vorschriften weiter verschärft und erlaubt den Betreibern, die Kraftstoffpreise nur dreimal pro Woche zu erhöhen, wobei Preissenkungen jederzeit möglich sind.
Ungarn kündigte an, dass die Benzinpreise für Fahrzeuge mit ungarischen Kennzeichen gedeckelt würden, um zu verhindern, dass Autos die Grenze überqueren, um von den niedrigeren ungarischen Preisen zu profitieren. Auch die Slowakei bekämpft den Tank-Tourismus.
Die Preise in Ungarn hatten am 9. März 1,50 € pro Liter erreicht. Ministerpräsident Viktor Orbán kündigte an, dass die Obergrenze bei 595 Forint oder 1,50 bis 1,52 Euro pro Liter liegen werde.