Studierende aus dem ganzen Land begehen heute den Studententag in Lissabon. In einem Protestzug fordern sie leistbares Wohnen, Abschaffung der Studiengebühren und mehr Geld für Sozialleistungen.
„Studierende auf der Straße, der Kampf geht weiter“: Dies war einer der Slogans bei der Demonstration, die Hunderte Hochschulstudierende in Lissabon mobilisierte. Der Protestmarsch begann am Rossio und endete vor der Assembleia da República, dem portugiesischen Parlament.
„Wir wollen ein Hochschulstudium für alle. Doch immer weniger junge Menschen schreiben sich an einer Hochschule ein, und am stärksten trifft es die Ärmsten, weil sie keinen Zugang bekommen“, sagte der Sprecher der Studierendenvereinigung der Fakultät für Sozial- und Geisteswissenschaften der Universidade Nova de Lisboa, eine der Organisatorinnen des Protests, der Nachrichtenagentur Lusa.
Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum, die hohen Studiengebühren und Defizite bei der sozialen Studienförderung standen im Mittelpunkt der Proteste.
Am selben Tag erklärte der Bildungsminister, eine Senkung der Studiengebühren wäre eine „regressive“ Maßnahme und würde „die gesamte Last der Hochschulbildung auf die Gesellschaft abwälzen“. Das Ministerium trete deshalb dafür ein, dass „die Studiengebühren sogar entsprechend der Inflationsrate angepasst werden sollten“, sagte Fernando Alexandre nach einem Treffen mit Studierendenvertreterinnen und -vertretern im Teatro Thalia vor Journalistinnen und Journalisten.
Trotz seines Plädoyers für höhere Gebühren bestätigte Fernando Alexandre nicht, dass diese Erhöhung tatsächlich kommen wird. Das Thema werde erst im Rahmen des Staatshaushalts beraten.
Mit Blick auf eine weitere Forderung der Studierenden, mehr Wohnheimplätze, kündigte der Minister an, dass im kommenden Studienjahr mehr als 14.000 Betten zur Verfügung stehen sollen.
An dem Protest beteiligten sich mehr als fünfzig Organisationen des Movimento Associativo Estudantil (MAE) aus dem ganzen Land, darunter Studierendenvertretungen, akademische Gruppen, Musikensembles und Bewohnerkommissionen.
Bereits Ende Oktober vergangenen Jahres hatten Hunderte Studierende in Lissabon demonstriert – gegen einen Vorschlag der Regierung, die Studiengebühren zu erhöhen.
Der Vorschlag fand jedoch im Parlament keine Mehrheit: PCP, Chega, PS, PAN, Livre und BE stimmten dagegen.