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"Partydrogen"-Aus: Lachgas und K.O.-Tropfen ab April in Deutschland verboten

Hoopers treten am Freitag, den 27. Juli 2012, mit beleuchteten Hula-Hoops bei einem Flashmob am Potsdamer Platz in Berlin auf.
Hoopers treten am Freitag, den 27. Juli 2012, mit beleuchteten Hula-Hoops bei einem Flashmob am Potsdamer Platz in Berlin auf. Copyright  AP Photo
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Von Kirsten Ripper & Euronews
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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In den vergangenen Jahren ist - mit einiger Verzögerung - auch in Deutschland der Gebrauch von Lachgas rasant angestiegen. Ab April werden der Verkauf der sogenannten "Partydroge" sowie die Anwendung von KO-Tropfen strenger geahndet.

Der Gebrauch der sogenannten "Partydroge" Lachgas ist in den vergangenen Jahren in Deutschland nach oben geschnellt. Lachgas ist am Kiosk und sogar an Automaten und über das Internet einfach zu kaufen. Dabei warnt die Wissenschaft schon seit Jahren. In einigen Städten wie in Frankfurt am Main und Osnabrück sowie in Regionen wie Hamburg und Schleswig-Holstein war der Gebrauch des Rauschmittels für Kinder und Jugendliche bereits verboten.

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Gesundheitsministerin Nina Warken erklärt: "Vermeintlich harmlose Industriechemikalien dürfen nicht länger missbraucht werden! Lachgas ist kein Spiel und keine harmlose Partydroge, sondern ein hohes Risiko für die Gesundheit: Gefrierverletzungen oder Bewusstlosigkeit – bis hin zu bleibenden neurologischen Schäden – können die Folge sein. Daher verbieten wir die Abgabe von Lachgas an Kinder und Jugendliche sowie den Verkauf über Versandhandel und Automaten." Dieses Verbot tritt jetzt am 12. April 2026 in Kraft.

Lachgas wird meist aus einer Kartusche in einen Ballon gefüllt und inhaliert, um einen 30 Sekunden bis 1 Minute langen Rausch zu erleben.

Das Gas N20 wird eigentlich in der Medizin vor allem bei kurzen Eingriffen als Betäubungsmittel zur Schmerzlinderung und Entspannung eingesetzt. Schmerzempfindlichkeit und Angst werden weniger, das Zeitgefühl geht verloren.

Doch in den vergangenen Jahren ist die Zahl der Fälle von Vergiftungen und Patienten mit neurologischen Symptomen, die in Kliniken eingeliefert wurden, deutlich gestiegen, wie die Giftnotrufstelle der Charité Berlin meldete.

Konsum von Lachgas in Deutschland
Konsum von Lachgas in Deutschland Charité Berlin

In mehreren EU-Ländern schon seit 2023 verboten

In Deutschlands Nachbarland Dänemark beschäftigte die "Modedroge Lachgas" schon 2018 das Parlament in Kopenhagen - und es wurde darüber beraten, ob auch Einschränkungen für die Kartuschen für Sprühsahne gelten sollten.

Das deutsche Gesundheitsministerium schreibt dazu: "Weiterhin erlaubt bleiben Produkte wie Fertigsprühsahne, bei denen die Entnahme zu missbräuchlichen Zwecken nur mit unverhältnismäßigem Aufwand möglich ist."

Lachgas gilt zudem als "Klimakiller", denn es bleibt mehr als 100 Jahre in der Atmosphäre und wirkt rund 300-mal stärker auf das Klima als Kohlendioxid (CO2).

Seit 2023 ist die Partydroge in Dänemark verboten. In den Niederlanden und Großbritannien wird es zudem als Droge eingestuft. So weit geht das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes (NpSG) auch mit der aktuellen Änderung nicht.

Strengere Regeln gegen K.O.-Tropfen

Die Regeln für Regeln für die als K.O.-Tropfen bekannten Chemikalien Gamma-Butyrolacton (GBL) und 1,4-Butandiol (BDO) werden gleichzeitig verschärft.

"K.O.-Tropfen sind nicht harmlos, sondern ein Mittel gezielter chemischer Gewalt. GBL und BDO können Menschen binnen Minuten willenlos, bewusstlos und erinnerungslos machen. Als Arzt weiß ich, welche körperlichen und seelischen Schäden solche Substanzen hinterlassen", erklärte Prof. Hendrik Streeck, der Sucht- und Drogenbeauftragte der Regierung, der sich auch gegen die Teil-Legalisierung von Cannabis ausgesprochen hatte.

Gesundheitsministerin Warken sagte, die Regierung erhöhe den "Schutz unschuldiger Personen – in den meisten Fällen sind Frauen die Leidtragenden – vor traumatischen sexuellen Übergriffen und anderen Straftaten, indem wir den Handel und Vertrieb von K.O.-Tropfen drastisch einschränken. Das Gesetz ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Gesundheit sowie zur Stärkung der sexuellen Selbstbestimmung und der öffentlichen Ordnung."

Zuvor gab es mehrere Initiativen, durch die vor allem Frauen, aber auch Männer versuchten, sich selbst vor KO-Tropfen zu schützen.

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