Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Iran-Krieg treibt Ölpreise: Bank of England lässt Zinsen unverändert

ARCHIV - Ein Mann geht an der Bank of England im Londoner Finanzviertel vorbei, 5. Februar 2026.
ARCHIV: Ein Mann geht am Sitz der Bank of England im Londoner Finanzviertel vorbei, am fünften Februar 2026. Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Una Hajdari mit AP
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

Die Notenbank folgt Fed und Bank of Japan und hält still. Der Krieg im Nahen Osten treibt Ölpreise hoch und lässt Frühjahrspläne für Zinssenkungen kollabieren.

Die Bank of England belässt den Leitzins bei drei Komma sieben fünf Prozent. Der Krieg im Iran und die faktische Schließung der Straße von Hormus durch Teheran treiben den Ölpreis auf den höchsten Stand seit vier Jahren.

WERBUNG
WERBUNG

Die Entscheidung am Donnerstag galt als weitgehend erwartet. Zuvor hatten bereits die US-Notenbank am Vortag und die japanische Zentralbank am Dienstag ihre Leitzinsen zum dritten Mal in Folge unverändert gelassen.

Die Nordseesorte Brent, die als internationale Referenz gilt, sprang im Verlauf des Donnerstagshandels zeitweise über 126 Dollar (108 Euro) je Barrel. Das ist der höchste Stand seit der Zeit unmittelbar nach Beginn von Russlands umfassender Invasion in die Ukraine. Viele Marktteilnehmer setzen darauf, dass die Straße von Hormus langfristig gesperrt bleibt.

In Friedenszeiten wird rund ein Fünftel des weltweiten Rohöls durch die Wasserstraße transportiert.

Bevor der Krieg am 28. Februar ausbrach, hatten Finanzmärkte mit einer Zinssenkung der Bank of England gerechnet. Die Inflation schien sich im Frühjahr ihrem Ziel von zwei Prozent zu nähern.

Der Konflikt hat diese Erwartungen über den Haufen geworfen. Öl- und Energiepreise sind deutlich nach oben geschossen.

In den vergangenen Tagen sind die Energiekosten erneut stark gestiegen, die Unsicherheit um die Meerenge nimmt zu. Die Inflation im Vereinigten Königreich kletterte im März auf drei Komma drei Prozent und damit auf ein Hoch der vergangenen drei Monate. Haupttreiber waren stark gestiegene Benzinpreise seit Kriegsbeginn.

Die neun Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses haben sich aller Voraussicht nach mehrheitlich für einen unveränderten Leitzins ausgesprochen. Ein oder zwei Mitglieder könnten eine Anhebung um einen Viertelpunkt unterstützt haben, um einer weiteren Inflation vorzubeugen.

Ökonominnen und Ökonomen rechnen damit, dass das Gremium mögliche weitere Erhöhungen andeutet, falls der Konflikt im Nahen Osten, wo derzeit eine fragile Waffenruhe hält, die Preise weiter nach oben treibt.

Sandra Horsfield, Volkswirtin beim Finanzhaus Investec, sagte, die Auswirkungen des Konflikts seien „nach wie vor deutlich spürbar, und die Unsicherheit darüber, wie sich die Lage weiterentwickeln könnte, bleibt groß“.

Mehr Gewicht als die Zinsentscheidung selbst könnten die vierteljährlichen Konjunkturprognosen der Notenbank haben, die zeitgleich veröffentlicht werden, sowie die anschließende Pressekonferenz von Notenbankchef Andrew Bailey.

Die neuen Prognosen, die ersten seit den Angriffen der USA und Israels auf den Iran, dürften die Inflationsprognosen anheben und die Wachstumserwartungen senken.

Finanzministerin Rachel Reeves, deren Pläne zur Entlastung angesichts der Lebenshaltungskosten durch die Krise im Nahen Osten aus dem Tritt geraten sind, hat erklärt, sie sei bereit, Haushalte und Unternehmen bei Bedarf zu unterstützen.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Umstrittenes EU-Mercosur-Abkommen tritt vorläufig in Kraft

Austritt der Emirate aus Opec markiert Kurswechsel, Golf-Allianz steht vor Öltest

Ist Polen ein Hauptziel für Cyberangriffe in Europa? Exklusives Gespräch mit Vizepremierminister Gawkowski