Die Neuzulassungen in Europa steigen: In den ersten vier Monaten 2026 legten sie um vier Komma zwei Prozent zu, europäische Marken bleiben trotz wachsender Konkurrenz aus China dominant.
Der EU-Markt für Neuwagen ist in den ersten vier Monaten 2026 weiter gewachsen. Knapp 3,8 Millionen Fahrzeuge wurden neu zugelassen, ein Plus von 4,2 % gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025. Das geht aus Daten hervor, die der europäische Automobilverband ACEA am Mittwoch veröffentlicht hat.
Die Zahlen zeigen einen Markt, den Elektro- und Hybridfahrzeuge immer stärker prägen. Staatliche Kaufprämien in großen Volkswirtschaften und der zunehmende Wettbewerb durch chinesische Hersteller treiben die Entwicklung.
Zwischen Januar und April 2026 kamen laut ACEA rein batterieelektrische Autos auf einen Marktanteil von 19,7 % in der EU, nach 15,3 % ein Jahr zuvor. Das Wachstum trugen vor allem die vier größten Märkte des Blocks: Italien legte um 25,5 % zu, Spanien um 19,7 %, Deutschland um 6,6 % und Frankreich um 2,3 %.
Im April allein stiegen die Verkäufe von batterieelektrischen Fahrzeugen in der EU um 37,7 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Ihr Marktanteil kletterte damit auf 20,6 %.
Hybridfahrzeuge blieben im April der beliebteste Antriebstyp. Ihre Verkäufe erhöhten sich um 12 % und erreichten einen Anteil von rund 36,9 % am Monatsabsatz.
Plug-in-Hybride verbuchten ein Plus von 16,4 % und kamen auf einen Anteil von etwa 9,8 % an den April-Zulassungen.
Auf der Gegenseite brachen die Zulassungen von Benzinern um 16,3 % auf unter 218.500 Fahrzeuge ein. Dieselautos gingen um 17,1 % auf rund 74.000 Einheiten zurück.
Zusammen kamen Benzin- und Dieselmodelle im April auf weniger als 30 % aller in der EU verkauften Pkw.
Europäische Autobauer: Bilanz 2026
Der Volkswagen-Konzern behauptete in den ersten vier Monaten 2026 seine Spitzenposition als größter Autobauer des Blocks. Der Marktanteil lag bei 26,7 % aller Neuzulassungen, mit etwas mehr als einer Million verkaufter Fahrzeuge, ein Zuwachs von 2,9 % im Jahresvergleich.
Innerhalb des Konzerns entwickelten sich die Marken unterschiedlich. Skoda steigerte seine Zulassungen um 15,5 %, Audi legte um 8,6 % zu. Die Kernmarke Volkswagen verlor dagegen 3,2 % und büßte in mehreren Segmenten Marktanteile ein.
Stellantis belegte mit einem Marktanteil von 17,1 % und mehr als 648.000 verkauften Autos den zweiten Platz. Der Konzern wuchs um kräftige 7,8 %. Treiber waren eine Erholung bei Fiat von über 32 % sowie deutliche Zuwächse bei Opel und Vauxhall, deren Zulassungen zusammen um 22 % stiegen.
Die Renault-Gruppe schnitt in den Top drei am schwächsten ab. Ihre Zulassungen sanken um 7,4 % auf rund 384.250 Fahrzeuge, der Marktanteil lag bei 10,1 %. Besonders stark brach die Billigmarke Dacia ein, mit einem Minus von mehr als 15 %.
BMW-Gruppe und Mercedes-Benz verbuchten Zuwächse von 3,9 % beziehungsweise 3,8 %. Toyota und die Hyundai-Gruppe meldeten dagegen leichte Rückgänge zwischen 2,5 % und 3,1 %.
China-Marken legen rasant zu
Auffälligster Trend in den April-Daten ist der anhaltende Aufstieg chinesischer Hersteller.
Nach ACEA-Angaben haben sich die EU-Zulassungen von BYD in den ersten vier Monaten 2026 mehr als verdoppelt. Sie schnellten um 152,9 % auf mehr als 71.850 Fahrzeuge nach oben.
Chery Automobile wuchs mit seinen Marken Omoda, Jaecoo und Jetour um 267,1 % auf mehr als 48.350 Autos. Leapmotor, das über ein Joint Venture mit Stellantis vertreibt, schnellte sogar um 558,8 % auf über 28.700 Fahrzeuge hoch.
SAIC Motor, Eigentümer der Marke MG und nach Volumen größter chinesischer Konzern in der EU, legte um weitere 10,4 % zu und erreichte mehr als 77.000 Zulassungen.
Insgesamt kamen chinesische Marken zwischen Januar und April 2026 in der EU auf einen Zulassungsanteil von rund 6 %, nach 3,2 % im Vorjahreszeitraum. Im weiteren europäischen Markt, also einschließlich Vereinigtem Königreich und den EFTA-Staaten, erreichten sie im selben Zeitraum einen kombinierten Marktanteil von etwa 7,3 %, nach 3,7 % ein Jahr zuvor.