Iran wählt - doch Einige sind außen vor

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Von Frank Weinert
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Der Iran wählt einen neuen Präsidenten. Doch nicht alle dürfen mitmachen - auch Ex-Präsident Ahmadinedschad nicht.

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Es ist eigentlich nur eine Wahl - doch im Iran geht es um mehr. Die internen Spannungen im Land sind hoch. Ein neuer Präsident steht zur Wahl. Und ausgerechnet der ehemalige Staatschef Mahmoud Ahmadinejad hat die Flammen angefacht und behauptet, dass sein Ausschluss vom Rennen den Willen des Volkes verleugnet.

In einem Exklusiv-Interview mit Euronews sagte Ahmadinejad, er habe die Unterstützung von Millionen von Menschen und die Behörden hätten keinen Grund, ihn an der Kandidatur zu hindern: "Millionen von Menschen aus dem ganzen Land kamen in Versammlungen zu mir nach Hause und schickten Briefe und Nachrichten... und bestanden darauf, dass ich an dieser Wahl teilnehme. Ich wollte der Bitte der Menschen entsprechen. Ich erklärte mich bereit, als Kandidat anzutreten. Aber ohne besonderen Grund wurde ich kaltgestellt. Heute fühle ich die Verantwortung, mein Bestes zu tun. Ich will dagegen angehen, dass die Interessen der Menschen und der Wille einer Mehrheit des Volkes nicht beiseite geschoben wird."

Ebenfalls nicht für die Wahl zugelassen wurde der des als moderat-konservativ geltende Ex-Parlamentspräsident Ali Laridschani. Laridschani hatte damit geworben, das internationale Atomabkommen mit dem Iran zu unterstützen.

Mahmoud Ahmadinejad, Irans ehemaliger Präsident, setzt auf Dialog: "Wir haben einen Wunsch, aber wir wissen nicht, ob er realisitisch ist oder nicht. Wir würden es gerne sehen, wenn die EU aus dem Schatten der USA heraustreten würde. Die EU könnte eine gute Beziehung zum Iran haben. Und die Vereinigten Staaten könnten das auch. Ich erinnere mich, als Herr Obama kandidierte, versprach er mehrmals, seine Politik zu ändern. Und die Länder begrüßten das mit offenen Armen. Aber leider hat er sein Versprechen nicht eingelöst. Er hat die Gelegenheit verpasst. Ich hoffe, Herr Biden nutzt seine Chance. Ich denke, am Ende werden sich die gebildeten Eliten zusammensetzen und das Problem lösen."

Als Favorit bei der Wahl gilt nun der Oberste Richter Ebrahim Raisi - ein religiöser Hardliner, der mit einer Antikorruptionskampagne um Stimmen wirbt. Raisi war bereits bei der Präsidentschaftswahl im Jahr 2017 angetreten und unterlegen. Die beiden wichtigsten konservativen und ultrakonservativen Gruppierungen Irans haben jetzt Raisi ihre Unterstützung ausgesprochen.

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