Der Vatikan sagt nicht, wann, wo und mit welchen Betroffenen der Papst auf seiner Reise nach Madrid, Katalonien und auf die Kanaren zusammentrifft – ein lange geforderter Schritt der Opferverbände.
Im Vatikan scheint man die Kritik aus Spanien gehört zu haben. Wenige Stunden bevor León XIV seine einwöchige Reise durch das Land beginnt, fehlten in seinem Programm noch immer Treffen mit Opfern sexualisierter Gewalt durch Vertreter der katholischen Kirche in Spanien. Nun lenkt der Papst ein und will sich mit Betroffenen treffen, ohne allerdings bislang Datum oder Ort dieser Begegnungen zu nennen.
Vertreter des Vatikans hatten zunächst nach den ersten Protesten erklärt, der enge Terminkalender des Pontifex lasse solche Treffen nicht zu. Die Pressestelle des Vatikans ruderte nun zurück. Sie erklärte, das Treffen solle doch stattfinden, vermittelt von der Spanischen Bischofskonferenz. Weitere Einzelheiten nannte sie nicht und kündigte an, zusätzliche Informationen „nach dem Treffen des Papstes mit den Opfern und unter Wahrung ihres Willens und ihrer Privatsphäre“ zu veröffentlichen.
Kritik am Papst
Derweil bewirbt der Schauspieler Alberto San Juan („Cristóbal Balenciaga“) seinen neuen Spielfilm „La luz“, der an diesem Freitag in die Kinos kommt und in dem er einen pädophilen Priester spielt. In den vergangenen Tagen hatte er öffentlich sein Unverständnis darüber geäußert, dass der Papst für die Opfer keinen Termin finde.
**„**Es schmerzt mich sehr, den Schmerz der Opfer zu hören (...), die vergeblich darum bitten, vom Papst empfangen zu werden.Es schmerzt mich, dass Papst León XIVoder sein Team es offenbar für angemessener halten, sich mit dem spanischen Königspaar oder mit DJ Pulpo zu treffen, statt den Opfern zuzuhören, die historisch zum Schweigen gebracht wurden. Dieses Nicht‑Treffen fügt nur weiteren Schmerz hinzu“, sagte San Juan.
In Spanien gilt derzeit ein System, das sich Regierung, Kirche und Ombudsmann teilen. Es sieht symbolische Wiedergutmachung für die Opfer und finanzielle Entschädigungen für strafrechtlich verjährte Fälle vor. Die Betroffenenverbände haben jedoch seit vier Jahren kein Treffen mehr mit dem Vorsitzenden der Spanischen Bischofskonferenz, dem aus Palencia stammenden Luis Argüello, erreicht.