Ein Berufungsgericht bestätigt zentrale Vorwürfe gegen den Leiter der „Arche der Welt“. Auch mehrere Mitarbeiter werden schuldig gesprochen.
Ein Berufungsgericht in Griechenland hat den Gründer der Hilfsorganisation Arche der Welt, den orthodoxen Geistlichen Antonis Papanikolaou (bekannt als Pater Antonios), wegen körperlicher Misshandlung von Kindern in mehreren Fällen schuldig gesprochen.
Das dreiköpfige Gericht bestätigte damit einen Teil der Vorwürfe, ging in einigen Punkten jedoch über das Urteil der ersten Instanz hinaus: Während Papanikolaou zunächst wegen fünf Taten verurteilt worden war, befand ihn das Berufungsgericht nun in neun Fällen für schuldig. Grundlage waren insgesamt 19 angeklagte Vorfälle.
Schwere Vorwürfe gegen den Gründer
Nach Angaben des Gerichts umfassen die Schuldsprüche unter anderem schwere Körperverletzung an Minderjährigen in seiner Obhut (in mehreren Fällen), Anstiftung zu gefährlicher und einfacher Körperverletzung und Anstiftung zu Bedrohung.
Die Taten sollen sich innerhalb von Einrichtungen der Organisation ereignet haben, die eigentlich dem Schutz und der Betreuung benachteiligter Kinder dienen.
Neben Papanikolaou wurden auch vier weitere Personen aus dem Umfeld der Organisation schuldig gesprochen – darunter ehemalige leitende Mitarbeiter und Verantwortliche einzelner Einrichtungen, etwa in der Stadt Volos.
Je nach Einzelfall wurden sie wegen Körperverletzung, Bedrohung und anderer Übergriffe verurteilt. Zwei weitere Angeklagte sprach das Gericht vollständig frei.
Hintergrund der Organisation
Die „Arche der Welt“ gilt in Griechenland als bekannte NGO, die sich um gefährdete und sozial benachteiligte Kinder kümmert. Der Fall hat deshalb landesweit für großes Aufsehen gesorgt und eine Debatte über Kontrolle und Transparenz in sozialen Einrichtungen ausgelöst.