Vor dem G7-Gipfel im französischen Évian-les-Bains demonstrierten in Genf rund 20.000 Menschen. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Frankreich und die Schweiz sichern das Treffen mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften.
In Genf in der Schweiz haben sich am Sonntag Tausende Demonstrierende versammelt. Sie protestierten gegen die Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten, kurz vor Beginn des Gipfels im nahegelegenen französischen Kurort Évian-les-Bains.
Der dreitägige Gipfel beginnt heute in Évian-les-Bains. Die Staats- und Regierungschefs beraten dort über den Nahen Osten, die Ukraine und Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft.
Die meisten Staats- und Regierungschefs landen zunächst auf dem Flughafen Genf und reisen von dort weiter nach Évian-les-Bains.
In der Nähe des Sitzes der Vereinten Nationen in Genf ist es am Sonntag zu Zusammenstößen zwischen Demonstrierenden und Polizei gekommen. Demonstrierende warfen Flaschen, Steine, Zementbrocken und Feuerwerkskörper. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein.
Nach Angaben des Genfer Polizeisprechers Alexandre Brahier nahmen schätzungsweise 20.000 Menschen an der Demonstration teil, darunter rund 600 Angehörige des sogenannten "Schwarzen Blocks".
Unter den Protestierenden waren nach Behördenangaben auch Umwelt- und Frauenrechtsaktivistien. In einem Park am Genfersee versammelten sie sich zusammen mit Kritikern des Imperialismus, Vertretern unabhängiger Medien, Unterstützern palästinensischer Rechte und vielen weiteren Gruppen zu einem Marsch durch die Stadt.
G7-Gipfel: Frankreich und Schweiz setzen Tausende Polizisten ein
Die Schweizer und französischen Behörden setzen nach eigenen Angaben Tausende Polizisten zur Sicherung des dreitägigen Gipfels ein. In Frankreich sollen mehr als 13.000 Angehörige von Polizei und Gendarmerie das Gebiet rund um den Gipfel unmittelbar hinter der Grenze schützen. Mehr als 800 französische Grenzbeamte sind eingeplant, sonst sind es etwa 60.
Zusätzlich zur verstärkten Polizeipräsenz sperren die Behörden Straßen und verbieten nicht genehmigte Versammlungen. Sie sagen auch finanzielle Hilfe für Betriebe zu, die unter möglichen Ausschreitungen leiden könnten.
Zahlreiche Unternehmen und Geschäftei in dem französischen Kurort haben ihre Schaufenster vorsorglich mit Holzplatten vernagelt.
Einwohner Robin Hedz beklagte das "Chaos" und zeigte sich ratlos angesichts der "überall". Zugleich erinnerte er an die große Spur der Verwüstung beim Gipfel im Jahr 2003 vor mehr als 20 Jahren.
Der G7-Gipfel ist das erste große internationale Treffen, seit die USA und Israel am 28. Februar den Krieg gegen den Iran begonnen haben.
Seitdem erschüttert der Krieg die fragile Stabilität im Nahen Osten. Er hat zu einer Blockade der Straße von Hormus geführt, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Seeverkehrs laufen. Die Folge sind steigende Energiepreise weltweit.