Die Fusion erfolgt in einer Phase wachsender finanzieller Belastungen für britische Universitäten. Darunter sind einige der weltweit angesehensten Hochschulen.
Die University of Greenwich in London und die University of Kent im Südosten Englands haben am Montag mitgeteilt, ihre Fusion abgeschlossen sei. Durch den Zusammenschluss entstand die neue „London and South East University Group“, kurz LASE. In einer Stellungnahme war von der ersten "Super-Universität" des Landes die Rede.
50.000 Studierende - und offen für weitere Partner
Die neue Gruppe ist so angelegt, dass künftig weitere Universitäten integriert werden können. Sie wird mehr als 50.000 Studierende haben und damit zur drittgrößten Universität des Landes.
Die beiden Universitäten treten weiterhin unter ihren eigenen Namen auf und behalten getrennte Fachbereiche. Studieninteressierte bewerben sich, studieren und schließen ihr Studium an der Einrichtung ihrer Wahl ab. Der Verbund LASE erhält eine eigene Kanzlerin oder einen eigenen Kanzler, ein Aufsichtsgremium und ein Führungsteam.
Die offizielle Gründung des LASE-Verbunds ist für den 7. September geplant. An diesem Tag sind Veranstaltungen auf allen vier Standorten vorgesehen: Greenwich, Avery Hill, Medway und Canterbury.
Ehrgeiziger Zeitplan
In einer Mitteilung versprach Professorin Jane Harrington, Gründungs-Vizekanzlerin und Geschäftsführerin von LASE, einen „wirklich spektakulären Start“. Weitere Einzelheiten sollen zum Termin bekanntgegeben werden.
„Ein riesiges Dankeschön an alle, die uns bis zu diesem Punkt gebracht haben – im vergangenen Jahr wurde unter einem ehrgeizigen Zeitplan unermüdlich gearbeitet und ein neues Universitätsmodell entwickelt, das es so noch nie gegeben hat“, sagte Harrington.
Der Zusammenschluss erfolgt in einer Phase wachsender wirtschaftlicher Belastungen für britische Hochschulen, darunter einige der weltweit angesehensten Universitäten.
Hochschulen stehen vor großen Herausforderungen
Im Mai warnten Abgeordnete des Bildungsausschusses, die Hochschulen im Vereinigten Königreich stünden unter erheblichem finanziellen Druck und es bestehe die Gefahr, dass eine große Universität schließen müsse.
„Der Hochschulsektor in England steckt in einer Finanzkrise, die inzwischen ein reales Risiko für die Zahlungsfähigkeit einzelner Einrichtungen darstellt“, heißt es im Bericht des Ausschusses.
„Wir haben eindrückliche Hinweise erhalten, dass ohne rasches und abgestimmtes Handeln die Schließung einer Universität klar möglich ist“, heißt es weiter. „Die Folgen wären gravierend – nicht nur für Studierende und Beschäftigte, sondern auch für die lokale Wirtschaft, die Gemeinden und den internationalen Ruf der britischen Wissenschaft.“