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Für den Fall der Wehrpflicht: Ministerium plant Rückkehr des Zivildienstes

Für den Fall der Wehrpflicht in Deutschland sollte es auch Zivildienst geben - Symboldbild
Für den Fall der Wehrpflicht in Deutschland sollte es auch Zivildienst geben - Symboldbild Copyright  AP Photo
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Von Kirsten Ripper
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Falls wieder eine Wehrpflicht in Deutschland eingeführt wird, sollte es auch einen Zivildienst geben. Dieser wird Medienberichten zufolge bereits vorbereitet.

Bisher haben in Deutschland junge Leute, die im Jahr 2008 geboren sind, nur einen Brief von der Bundeswehr erhalten. Mit einem Fragebogen soll ermittelt werden, wer bereit ist, sich für einen Wehrdienst zu engagieren. Das Ausfüllen und die Rücksendung sind für junge Frauen freiwillig, junge Männer sind zum Antworten verpflichtet.

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Wie viele junge Leute angesichts des Krieges in der Ukraine zu einem Dienst bei der Bundeswehr bereit sind, dazu gibt es bisher keine offiziellen Zahlen. Verteidigungsminister Boris Pistorius will eine Rückkehr zu einer Wehrplicht nur einführen, wenn sich nicht genug Freiwillige melden.

Doch wie BILD berichtet, bereitet das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Berlin bereits - für den Fall einer neuen Wehrpflicht - die Rückkehr zum Wehrersatz- oder Zivildienst vor.

Auf Euronews hatte sich schon vor Monaten Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank für eine allgemeine Wehrpflicht und für ein verpflichtendes soziales Jahr für alle ausgesprochen.

"Basis für modernen Zivildienst schon vorbereitet"

"Zwar gibt es keinen Zivildienst, solange wir keine Wehrpflicht haben", erklärte jetzt ein Sprecher des Familienministeriums laut BILD. "Aber falls die Wehrpflicht einmal nötig werden sollte, müssen wir die Basis für einen modernen Zivildienst schon vorbereitet haben." Die Pläne sollten offiziell nach der Sommerpause vorgestellt werden.

Zu den Einsatzmöglichkeiten für Wehrdienstverweigerer hat das Familienministerium in den vergangenen Monaten schon 23 große Verbände und Organisationen kontaktiert. Und den Medienberichten zufolge haben 22 der 23 befragten Verbände erklärt, dass sie grundsätzlich bereit wären, Wehrersatzdienstleistenden Angebote zu machen.

Freiwilliges Soziales Jahr und Kriegdienstverweigerung

Derzeit machen nach Angaben des Bundesarbeitskreises FSJ etwa 50.000 junge Leute in Deutschland ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Krankenhäusern und anderen sozialen Einrichtungen. Das sind etwa 10 Prozent eines Schulabschlussjahrgangs. Rund ein Drittel davon sind junge Männer.

Der Zivildienst war in Deutschland 2011 mit der Aussetzung der Wehrpflicht abgeschafft worden.

Zivildienstleistender in einem Krankenhaus
Zivildienstleistender in einem Krankenhaus AP Photo

Zuletzt war die Zahl der jungen Deutschen, die ankündigen, dass sie auf keinen Fall einen Dienst an der Waffe leisten wollen, stark gestiegen. Das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) teilte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) mit, dass im ersten Halbjahr 2026 bereits 5862 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung eingereicht wurden. Im gesamten Jahr 2025 hatten in Deutschland 3867 Menschen einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung gestellt.

Gleichzeitig versucht die Bundeswehr mit zahlreichen Werbeaktionen ihre Attraktivität zu erhöhen.

Verteidigungsminister Pistorius war im vergangenen Jahr davon ausgegangen, dass Deutschland etwa 60.000 aktive Soldatinnen und Soldaten zusätzlich brauche. Denn Ziel der Bundesregierung ist es - vor allem wegen der NATO-Vorgaben, bis 2035 die Zahl der Soldaten und Soldatinnen von derzeit rund 184.000 auf eine Truppenstärke von 255.000 bis 270.000 zu erhöhen.

Anders als SPD-Verteidigungsmister Boris Pistorius gingen viele CDU-Politiker davon aus, dass die Zahl der Freiwilligen nicht ausreichen werde.

Im Nachbarland Dänemark ist die Länge des Wehrdienstes gerade auf 11 Monate erhöht worden - und es haben sich genug Freiwillige junge Männer und Frauen dafür gemeldet.

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