Inhaftierte im Abschiebezentrum Newark verlangen bessere Lebensbedingungen und medizinische Versorgung. Einige bekommen nach eigenen Angaben ihre Medikamente nicht. Nun ist ein Mann in New Jersey in Abschiebehaft gestorben.
Ein Mann aus El Salvador ist in einem Einwanderungsgefängnis im US-Bundesstaat New Jersey zu Tode gekommen. Das teilten Bundesbehörden am späten Montagabend mit. Die Einrichtung steht seit Monaten wegen der Unterbringungsbedingungen in der Kritik.
Todesursache noch unklar
Der 41-jährige Edwin Lopez-Cornejo saß nach seiner Festnahme am 18. Juni im Abschiebehaftzentrum Delaney Hall in Newark, wie die US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE mitteilte. Die Behörden warfen Lopez-Cornejo vor, die USA illegal betreten zu haben. Er starb am Samstag, wie ICE erklärte. Die Behörde will die offizielle Todesursache nach weiteren medizinischen Untersuchungen veröffentlichen.
Demokratische Politikerinnen und Politiker sowie Bürgerrechtsorganisationen in New Jersey wollen wissen, ob sein Tod vermeidbar gewesen wäre. Sie bezweifeln, dass die Menschen in der 1000-Betten-Anlage angemessen versorgt werden.
„Ich habe die Einrichtung selbst besucht und diese Zustände mit eigenen Augen gesehen, also sage ich es ganz deutlich: Delaney Hall muss sofort und dauerhaft geschlossen werden“, so der Senator weiter.
ICE betonte, Lopez-Cornejo habe eine angemessene medizinische Versorgung erhalten und sei während seiner Haft von medizinischem Fachpersonal behandelt worden.
Zweiter Toter in Einrichtung seit Anfang 2025
Es ist demnach der zweite Todesfall in Delaney Hall seit Beginn der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump, wie aus Daten der Nachrichtenagentur Associated Press hervorgeht.
Ein weiterer 41-jähriger Mann, der haitianische Staatsbürger Jean Wilson Brutus, war im Dezember nach einem Kollaps plötzlich gestorben. Eine Gerichtsmedizinerin stufte den Tod als natürliche Folge einer Verstopfung der Lunge ein.
Insgesamt sind während Trumps zweiter Amtszeit mindestens 56 Menschen in ICE-Gewahrsam gestorben. Lopez-Cornejo ist der zweite Mann aus El Salvador. Der erste war Norlan Guzman-Fuentes, der im September bei einem Scharfschützenangriff auf ein ICE-Büro in Dallas getötet wurde.
Häftlinge in der Einrichtung in Newark fordern bessere Lebensbedingungen und eine verlässliche medizinische Betreuung. Einige berichten, ihnen werde notwendige Medizin verweigert. Anfang dieses Jahres traten manche aus Protest in den Hungerstreik, wie die Migrantenorganisation Cosecha berichtet.
Mehr als eine Abschiebeeinrichtung
Die Einrichtung ist zudem zu einem Brennpunkt der Proteste gegen Trumps harte Einwanderungspolitik geworden. Demonstrierende versuchten, Fahrzeuge an der Ein- und Ausfahrt zu blockieren.
Trump und seine engsten Mitarbeitenden verteidigen den Betrieb des Zentrums. Sie bestreiten, dass es dort einen Hungerstreik, Misshandlungen oder schlechte Zustände gibt.
Die Anlage gehört dem Unternehmen Geo Group, einem privaten Betreiber mehrerer Haftzentren in den USA. Das Unternehmen reagierte zunächst nicht auf eine per E-Mail übermittelte Bitte um Stellungnahme.
New Jerseys demokratische Gouverneurin Mikie Sherrill erklärte, ihre Regierung arbeite daran, die Umstände des Todes besser zu verstehen.
„Gleichzeitig stoßen wir weiter auf Widerstand, wenn wir eine umfassende Gesundheitsinspektion der Einrichtung durchführen wollen“, sagte sie in einer Mitteilung.
„Jeder Versuch, eine unabhängige Kontrolle zu blockieren, wirft schwerwiegende Fragen auf – darüber, was in Delaney Hall geschieht und was die Betreiber der Einrichtung verbergen wollen“, so Sherrill weiter.