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Polen wird zum Magneten für deutsche Auswanderer

Ein Grenzpfahl markiert die deutsch-polnische Grenze an der Oder in der Nähe der Stadt Lebus, 28. Oktober 2021
Ein Grenzpfahl markiert die deutsch-polnische Grenze an der Oder in der Nähe der Stadt Lebus, 28. Oktober 2021 Copyright  AP Photo/Markus Schreiber, File
Copyright AP Photo/Markus Schreiber, File
Von Johanna Urbancik
Zuerst veröffentlicht am
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Während Polens Wirtschaft wächst, zieht es immer mehr Deutsche über die Grenze. Das Land gehört inzwischen zu den wichtigsten Auswanderungszielen Europas.

Lange prägte vor allem die Zuwanderung aus Polen nach Deutschland die Migrationsstatistik zwischen beiden Ländern. Neuere Daten zeigen jedoch ein differenzierteres Bild: Knapp 5.000 Deutsche zogen 2025 nach Polen. Gleichzeitig kehrten mehr Polen aus Deutschland in ihre Heimat zurück, als neu in die Bundesrepublik einwanderten.

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Damit liegt Polen zwar noch hinter klassischen Auswanderungszielen wie der Schweiz, Österreich oder Spanien, ist aber dennoch inzwischen zu einen der wichtigsten Zielländer für deutsche Auswanderer geworden.

Erstmals mehr Polen zurück als neu nach Deutschland

Besonders deutlich zeigt sich der Wandel jedoch bei den polnischen Staatsangehörigen. Erstmals seit Jahrzehnten kehrten 2024 mehr Polen aus Deutschland in ihre Heimat zurück, als aus Polen nach Deutschland zogen.

Nach Destatis-Daten verließen rund 95.000 polnische Staatsangehörige Deutschland, während etwa 84.000 Menschen aus Polen in die Bundesrepublik kamen. Damit ergab sich ein negatives Migrationssaldo von rund 11.000 Personen. Noch vor wenigen Jahren war die Entwicklung genau umgekehrt. Seit dem EU-Beitritt Polens 2004 und insbesondere nach der vollständigen Arbeitnehmerfreizügigkeit 2011 gehörte Deutschland zu den wichtigsten Zielländern polnischer Arbeitsmigration.

Polnische Staatsangehörige machten 2024 6,6 Prozent der ausländischen Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter in Deutschland aus – die drittgrößte ausländische Gruppe nach Türken und Ukrainern. Im Jahr 2024 war die Nettozuwanderung dieser Gruppe erstmals seit der Einführung der Arbeitnehmerfreizügigkeit im Jahr 2011 rückläufig – der Wanderungssaldo sank von plus 15.000 auf minus 11.000 Personen.

Rund 30,7 Prozent der in Deutschland lebenden Polinnen und Polen haben laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) über eine Ausreise nachgedacht. Rund 4,1 Prozent hegten bereits konkrete Abwanderungspläne – von diesen wollen 68 Prozent nach Polen zurückkehren, besonders ausgeprägt bei Jüngeren unter 35 Jahren.

Wirtschaftswachstum verändert die Migrationsrichtung

Polen gehört seit Jahren zu den wachstumsstärkeren Volkswirtschaften der EU. Die EU-Kommission erwartet für 2026 ein Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent, die OECD prognostiziert für 2025 ein Plus von 3,4 Prozent. Damit wächst die polnische Wirtschaft deutlich schneller als viele westeuropäische Ländern.

Auch bei den Lebenshaltungskosten bestehen weiterhin Unterschiede,obwohl auch die Preise in polnischen Großstädten wie Warschau, Krakau oder Danzig in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen sind. Daten von Eurostat zeigen jedoch, dass das allgemeine Preisniveau in Polen weiterhin unter dem deutschen liegt.

Zugleich investieren internationale Unternehmen verstärkt in den Standort Polen. Nach Angaben der staatlichen Investitionsagentur PAIH wächst insbesondere der Dienstleistungssektor dynamisch. Branchenverbände und Investoren verweisen zudem auf eine starke Entwicklung in den Bereichen IT, Unternehmensdienstleistungen, Logistik und Industrie. Auch große US-Unternehmen wie Google haben ihre Aktivitäten in Polen zuletzt weiter ausgebaut.

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