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Venezuela: Vier Polizisten sollen Geld aus Erdbebentrümmern gestohlen haben

La Guaira: am stärksten von Venezuelas Erdbeben betroffene Region
La Guaira: am stärksten von den Erdbeben in Venezuela betroffene Region Copyright  AP Photo
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Von Sergio Garcia
Zuerst veröffentlicht am
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Polizei-Beamte in Venezuela nutzten Rettungsarbeiten in La Guaira, um Bargeld aus eingestürzten Wohnungen zu stehlen. Anwohner stellten sie und holten die Beute zurück. Die ehemaligen Polizisten wurden aus dem Dienst entlassen.

Vier Beamte der venezolanischen Polizei sind festgenommen und aus dem Dienst entlassen worden, weil sie sich laut Anklage Geld angeeignet haben. Es handelt sich um Bargeld, das in den Trümmern eingestürzter Gebäude gefunden wurde. Diese waren bei den Erdbeben der vergangenen Woche in La Guaira, dem am stärksten betroffenen Bundesstaat, zerstört worden.

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Nach Angaben lokaler Medien gehörten alle vier zum Cuerpo de Investigaciones Científicas, Penales y Criminalísticas (CICPC), der wichtigsten Kriminalpolizei Venezuelas. Deren Einsatz in den Katastrophengebieten soll eigentlich dazu dienen, die Gebäude zu sichern und das Hab und Gut der Betroffenen zu schützen.

Nach dem offiziellen Kommuniqué haben die Beamten jedoch "ihre Pflichten verletzt und sich während der Rettungsarbeiten und der humanitären Hilfe ungebührlich verhalten, indem sie sich zwischen den Trümmern gefundene Geldwerte aneigneten". Der Leiter der Behörde, Douglas Rico, erklärte, die Polizisten seien "endgültig und unwiderruflich" aus dem Dienst entfernt worden und bestätigte, dass sie sich nun vor Gericht verantworten müssen.

Tüte mit 10.000 Dollar Bargeld

Der Fall, der den Skandal ausgelöst hat, ereignete sich in den Wohnanlagen Vallarta in Playa Grande. Dort wurde einer der beteiligten Beamten gefilmt, wie er eine Tasche voller 100-Dollar-Scheine trug, angeblich aus den eingestürzten Wohnungen. Empörte Anwohner umringten ihn und nahmen ihm die Beute wieder ab – sie schätzen den Betrag auf rund 10.000 Dollar. Die Aufnahmen verbreiteten sich in den sozialen Netzwerken rasend schnell und schüren den Zorn einer Bevölkerung, die tatenlos mitansehen muss, wie das Wenige geplündert wird, das das Beben übrig gelassen hat.

Innenminister Diosdado Cabello versprach bislang Nulltoleranz. Er warnte, die Behörden würden "noch wesentlich strenger" gegen alle vorgehen, die in Uniform "den Schmerz anderer und deren Besitz ausnutzen wollen", in einem Moment "großer Erschütterung".

Der Hintergrund ist erschütternd. Ein mehrfaches Beben am 24. Juni forderte inzwischen 1.943 Todesopfer und mehr als 10.500 Verletzte. Allein in La Guaira stürzten rund 250 Gebäude ein. Rettungskräfte durchsuchen weiterhin die Trümmer nach Überlebenden. Gleichzeitig versetzen Plünderungen, zunächst durch Zivilisten und inzwischen auch durch Polizisten, ein Land in Alarm, das diese Serie von Katastrophen kaum verkraften kann.

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