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Mindestens 2.295 Tote in Venezuela: Gesundheitskrise nach Erdbeben spitzt sich weiter zu

Khaterine Roa weint, Feuerwehrleute des Bezirks Los Angeles suchen in einem eingestürzten Gebäude in La Guaira, Venezuela, nach Überlebenden.
Khaterine Roa weint, Feuerwehrleute des Bezirks Los Angeles suchen nach starken Erdbeben in La Guaira in einem eingestürzten Gebäude nach Überlebenden. Copyright  (AP Photo/Matias Delacroix)
Copyright (AP Photo/Matias Delacroix)
Von Sertac Aktan mit AP
Zuerst veröffentlicht am
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Ärzte warnen vor einer schweren Gesundheitskrise in Venezuela nach den Beben vom 24. Juni. Bisher gab es dadurch 2.295 Tote, über 11.000 Verletzte, Tausende leben derzeit ohne sauberes Wasser in überfüllten Notunterkünften.

Nach den Erdbeben vom 24. Juni schlafen Tausende vertriebene Venezolaner in überfüllten Notunterkünften oder im Freien, ohne Zugang zu sauberem Wasser. Die hygienischen Bedingungen sind miserabel. Nach offiziellen Angaben sind dabei mindestens 2.295 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 11.000 wurden verletzt.

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Hilfsorganisationen warnen, dass sich die Lage nach den Erdstößen zu einer schweren medizinischen Krise entwickelt hat. Wenn sie nicht rasch unter Kontrolle kommt, werde sie in den nächsten Tagen und Wochen weitere Todesopfer fordern. Der Notstand legt den chronischen Ärztemangel in Venezuela offen – eine Folge jahrelanger Wirtschaftskrise, Unterfinanzierung und Auswanderung.

"Das Problem, das wir bald sehen werden, sind Infektionen bei den Patientinnen und Patienten, die der Katastrophe am längsten ausgesetzt waren", sagte Eugenio Cova, Leiter der Traumastation des Hospital del Oeste Dr. José Gregorio Hernández in der Hauptstadt Caracas. "Wir haben bereits eine Phase mit komplexen Verletzungen hinter uns, und solche Fälle wird es weiter geben. Jetzt kommen aber Infektionen dazu."

Hilfskräfte warnen zudem, dass die starken Schäden an der Infrastruktur in besonders betroffenen Gemeinden Krankheitsausbrüche begünstigen könnten.

"Die Hitze ist groß, und es gibt große Sorge vor möglichen durch Mücken und andere Vektoren übertragenen Krankheiten", sagte Veronique Durroux, Sprecherin der UN-Hilfsorganisationen für Lateinamerika und die Karibik. "Müllentsorgung ist ein Problem. Auch der Umgang mit Schutt bereitet angesichts des Ausmaßes der Zerstörung große Sorgen."

Bewohnerin Kerli Faria macht zwischen den Trümmern eine Pause, während sie in einem bei den Erdbeben eingestürzten Gebäude in La Guaira, Venezuela, nach ihren Neffen sucht
Bewohnerin Kerli Faria macht zwischen den Trümmern eine Pause, während sie in einem bei den Erdbeben eingestürzten Gebäude in La Guaira, Venezuela, nach ihren Neffen sucht (AP Photo/Ariana Cubillos)

US-Militär entsendet 900 Einsatzkräfte nach Venezuela

Seit Mittwoch sind 900 US-Soldatinnen und -Soldaten vor Ort, um Hilfs- und Rettungseinsätze zu unterstützen.

Das Militär hat eine durch das Beben beschädigte Start- und Landebahn am wichtigsten internationalen Flughafen bei Caracas wieder instand gesetzt. So können Hilfslieferungen inzwischen erneut landen. Zudem liegen Marineeinheiten vor der Küste, um per Lufttransport gerettete Menschen aufzunehmen. Eine Sprecherin des Militärs bestätigte, dass weitere 100 Mitarbeitende des US-Außenministeriums zur Unterstützung entsandt wurden.

Die Regierung von Präsident Donald Trump hat bisher Hilfen in Höhe von 300 Millionen Dollar für Venezuela zugesagt, die über Hilfsorganisationen und die Vereinten Nationen fließen sollen. Das deckt jedoch nur einen kleinen Teil des Bedarfs nach den Erdbeben. Nach Satellitenanalysen des UN-Entwicklungsprogramms beläuft sich der materielle Schaden auf mehr als 6,7 Milliarden Dollar.

In den vergangenen Tagen sind zusätzlich 50 internationale Teams zur Unterstützung bei der Suche nach Verschütteten eingetroffen, darunter Einsatzkräfte aus Ländern wie Ecuador und Israel, die keine diplomatischen Beziehungen zu Venezuela unterhalten. Trotz der immer geringeren Chancen finden Retter weiter einzelne Überlebende, darunter ein Kleinkind, das am Dienstag nach sechs Tagen unter den Trümmern lebend geborgen wurde.

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