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Deutschlands neuer Bundestrainer? Klopp vor möglicher Rückkehr an die Seitenlinie

Freundschaftsspiel, RB Leipzig - FC Liverpool, 21. Juli 2020
Freundschaftsspiel, RB Leipzig - FC Liverpool, 21. Juli 2020 Copyright  Steffen Prößdorf
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Von Nela Heidner
Zuerst veröffentlicht am
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Der DFB hat Jürgen Klopp als Wunschkandidaten für die Nachfolge von Julian Nagelsmann benannt. Sollte alles planmäßig verlaufen, könnte der 59-Jährige bereits im September beim Nations-League-Auftakt gegen die Niederlande erstmals als Bundestrainer an der Seitenlinie stehen.

Jürgen Klopp kommt möglicherweise zurück auf die große Fußballbühne. Nach seinem Abschied aus Liverpool war lange offen, ob und in welcher Funktion er wieder an die Seitenlinie zurückkehrt.

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Klopp bestätigte "MagentaTV" Gespräche mit dem DFB und deutete an, dass eine Verpflichtung nicht selbstverständlich sei. Er erklärte, der DFB habe ihn im Rahmen der Nachfolgesuche nach dem Rücktritt von Julian Nagelsmann kontaktiert und sei dabei auf ihn zugekommen.

Klopp gilt als einer der prägendsten Trainer seiner Generation und formte sowohl Borussia Dortmund als auch Liverpool zu Topteams. Zu seinen größten Erfolgen zählen deutsche Meistertitel mit Dortmund sowie der Gewinn der UEFA Champions League und der englischen Premier League mit Liverpool.

Auch wenn Jürgen Klopp laut Verbandsangaben seine grundsätzliche Bereitschaft für das Amt signalisiert hat, steht er derzeit noch bei der Red Bull GmbH unter Vertrag. Als „Head of Global Soccer“ ist er dort bis Ende 2029 gebunden. Angaben zu einer möglichen Ausstiegsklausel sind widersprüchlich. Nach Angaben der Bild-Zeitung soll ein solches Zugeständnis im Vertrag nicht vorgesehen sein.

Demnach könnte im Falle einer Anfrage des DFB eine Ablösesumme im einstelligen Millionenbereich fällig werden – ein bislang einmaliger Vorgang für den Verband, schreibt die Fußball-Webseite transfermarkt.

Für Julian Nagelsmann endet damit nach 27 Monaten ein kurzes Kapitel als Bundestrainer.

Nagelsmann habe in einem vertraulichen Gespräch mit der Verbandsspitze darum gebeten, ihn nach dem enttäuschenden Verlauf der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko von seinen Aufgaben zu entbinden, teilte der DFB mit. Dieser Bitte sei von den Gesellschaftervertretern sowie dem Aufsichtsrat entsprochen worden.

Seine Amtszeit endete nur vier Tage nach der Niederlage im Elfmeterschießen gegen Paraguay am Montag. Damit schaffte es Deutschland – das sowohl 2018 als auch 2022 bereits in der Gruppenphase ausgeschieden war – erneut nicht, das Achtelfinale zu erreichen.

Obwohl sein Vertrag noch bis zur EM 2028 lief, hat sich der ehemalige Trainer des FC Bayern München damit entschieden, sein Amt niederzulegen, "nachdem ihm praktisch mitgeteilt worden war, er müsse sich in sein Schwert stürzen oder entlassen werden", schreibt der britische Mirror.

Direkt nach dem Ausscheiden hatte er einen Rücktritt noch ausgeschlossen. "Ich bin keiner, der wegläuft", hatte er im ZDF gesagt. In den darauffolgenden Tagen nahm der Druck auf Nagelsmann aber deutlich zu.

Vom Bundesliga-Aufsteiger zum Champions-League-Sieger

Zum Start des Turniers hatte Jürgen Klopp mit einer Aussage für Diskussionen gesorgt. Mit Blick auf die deutsche Startelf sagte er: "Zum Glück stellt Julian Nagelsmann die Mannschaft auf – noch." Viele interpretierten das als Einmischung in eine damals noch nicht öffentlich geführte Debatte über die mögliche Nachfolge auf dem Posten des Nationaltrainers. Später entschuldigte sich Klopp für seine Äußerung.

Jürgen Klopp wurde am 16. Juni 1967 in Stuttgart geboren und wuchs im Schwarzwald auf. Seine Profikarriere begann er als Fußballspieler beim 1. FSV Mainz 05, wo er zunächst als Stürmer und später auch in der Abwehr eingesetzt wurde und über ein Jahrzehnt lang zum festen Bestandteil der Mannschaft gehörte.

Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn übernahm Klopp 2001 erstmals das Traineramt bei Mainz 05 und führte den Klub 2004 in die Bundesliga. 2008 wechselte er zu Borussia Dortmund, wo er eine äußerst erfolgreiche Ära prägte: Unter seiner Leitung gewann der BVB zweimal die deutsche Meisterschaft (2011 und 2012), den DFB-Pokal 2012 und erreichte 2013 das Finale der UEFA Champions League.

2015 übernahm Klopp den englischen Spitzenklub FC Liverpool. Dort entwickelte er die Mannschaft zu einem der erfolgreichsten Teams Europas und gewann unter anderem 2019 die Champions League sowie 2020 die Premier League – den ersten Meistertitel des Vereins seit 30 Jahren. Zudem holte er mit Liverpool weitere internationale und nationale Titel, darunter den UEFA Super Cup und die Klub-Weltmeisterschaft.

Klopp, der Architekt des Gegenpressings

Klopp ist bekannt für seine Spielphilosophie des "Gegenpressings", die den modernen Fußball stark geprägt hat.

Gegenpressing ist eine Fußballtaktik, bei der eine Mannschaft unmittelbar nach dem Ballverlust versucht, den Ball sofort wieder zurückzuerobern, anstatt sich zunächst in die eigene Defensive zurückzuziehen. Ziel ist es, den Gegner direkt nach dem Ballgewinn unter Druck zu setzen, solange er noch keinen kontrollierten Spielaufbau entwickelt hat. Dadurch entstehen häufig schnelle Ballgewinne in gefährlichen Zonen und unmittelbare Torchancen.

Die Spielweise erfordert ein hohes Maß an Laufbereitschaft und eine enge Abstimmung im Team.

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