Forscher, religiöse Führungspersönlichkeiten und Politikexperten diskutieren, wie jahrhundertelange islamische Gelehrsamkeit Bildung, Forschung und internationale Zusammenarbeit prägt.
Jahrhunderte nachdem Gelehrte aus Zentralasien Mathematik, Medizin, Astronomie und Philosophie entscheidend geprägt haben, steht ihr geistiges Erbe erneut im Zentrum einer internationalen Debatte. Das Erste Internationale Forum der islamischen Zivilisation versammelt mehr als 450 Forschende, religiöse Führungspersönlichkeiten und politische Entscheidungsträgerinnen und -träger aus über 50 Ländern. Sie untersuchen, wie das über viele Jahrhunderte gewachsene islamische Gelehrtentum bis heute Bildung, wissenschaftliche Forschung und internationale Zusammenarbeit beeinflusst.
Die Reise beginnt in Taschkent. Dort eröffnet das Forum mit Gesprächen über die Rolle von Bildung, Wissenschaft und kulturellem Dialog bei der Bewältigung aktueller globaler Herausforderungen. Anschließend führt sie nach Samarkand und Termez, historischen Zentren islamischer Gelehrsamkeit. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschäftigen sich dort mit dem Erbe von Imam al-Maturidi und Imam al-Tirmidhi und zugleich mit neuen Initiativen – von interaktiven Museen und der Digitalisierung von Manuskripten bis hin zu Künstlicher Intelligenz und internationalen akademischen Partnerschaften.
Unterwegs rückt das Programm auch die bleibenden Beiträge von Gelehrten wie al-Chwarizmi, Ibn Sina und al-Biruni in den Fokus. Ihre Entdeckungen prägen die moderne Wissenschaft bis heute. Zum Abschluss verabschieden die Beteiligten die Taschkent-Erklärung, die einen Fahrplan für die künftige Zusammenarbeit in Forschung und Bildung sowie für die Bewahrung des islamischen Kulturerbes festlegt.