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Studie: Fünf Prozent der Kantabrischen Braunbären täuschen Artgenossen

Ein Braunbär im Zoo Hexentanzplatz ruht in einem Teich in der Sommerhitze in Thale, Deutschland, am Mittwoch, dem 24. Juni 2026.
Ein Braunbär aus dem Zoo Hexentanzplatz ruht in einem Wasserbecken und sucht bei Sommerhitze in Thale, Deutschland, am Mittwoch, dem 24. Juni 2026, Abkühlung. Copyright  Matthias Bein/dpa vía AP
Copyright Matthias Bein/dpa vía AP
Von Javier Iniguez De Onzono
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Das Fachjournal „Journal of Mammalogy“ zeigt mit Fotofallen: Einige Braunbären übertreiben ihre Kratzspuren, wirken größer und gefährlicher, das eröffnet neue Forschung zur List von Säugetieren.

Der Mensch ist nicht das einzige Säugetier, das seine Artgenossen täuschen kann. Das zeigt eine Studie über Braunbären im Kantabrischen Gebirge, an der Fachleute vom CSIC und dem FAPAS, mehrere spanische und europäische Universitäten sowie das Fürstentum Asturien mitgewirkt haben.

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Die im „Journal of Mammalogy“ veröffentlichte Untersuchung (Quelle auf Spanisch) kommt zu dem Schluss, dass eine kleine Minderheit der Bären, die in den Bergen von León, Asturien und Kantabrien lebt, über ihre tatsächliche Körpergröße „flunkern“ könnte, um Auseinandersetzungen mit stärkeren Rivalen zu vermeiden. Wie? Über Duft- und Kratzmarken, mit denen sie ihr Revier kennzeichnen.

Sieben Männchen (4,3 % der 164 untersuchten Tiere) setzten ihre Duftmarken ungewöhnlich hoch, indem sie auf Bäume kletterten oder Stämme und andere natürliche „Plattformen“ nutzten, um Spuren in einer Höhe zu hinterlassen, die ihre wirkliche Körpergröße nicht zulässt. Von ihnen waren 57,1 % ausgewachsene Tiere, 42,9 % halbwüchsig. „Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Braunbären sogenannte Indexsignale manipulieren können, die bislang als unfälschbar galten. Damit wird ihr Kommunikationssystem noch komplexer“, fassen die Autorinnen und Autoren zusammen.

Um dieses Verhalten zu untersuchen, überwachte das Team 14 Markierstellen im Kantabrischen Gebirge und sammelte 117.552 Stunden Videoaufnahmen zwischen 2021 und 2024. Die Auswertung zeigte, dass genau diese sieben findigen Männchen Bäume hinaufkletterten, um chemische und visuelle Signale deutlich höher zu platzieren, als es ihre reale Körpergröße zulässt.

Braunbären setzen ihre Markierungen normalerweise in der maximalen Höhe, die sie aufgerichtet auf den Hinterläufen erreichen, also in rund zwei Metern Höhe. Die Forschenden entdeckten jedoch eine sichtbare Markierung in drei Metern. Diese Höhe kann kein Bär vom Boden aus erreichen. Ein abgebrochener Ast direkt unterhalb der Spur deutet darauf hin, dass das Tier hinaufgeklettert ist, um sie zu hinterlassen.

„Für ein untergeordnetes Männchen oder ein junges Tier kann diese Taktik von Vorteil sein. Wenn sie größer wirken, können sie stärkere Rivalen abschrecken und so die Wahrscheinlichkeit einer direkten Konfrontation senken. Sie sparen die damit verbundenen Kosten und können möglicherweise sogar ihre Fortpflanzungschancen erhöhen. Diese Strategie erinnert an Täuschungsmanöver, die bei anderen Säugetieren beschrieben wurden, sie ist bei Bären jedoch bislang nie dokumentiert worden“, erklärt der Forscher Vincenzo Penteriani vom Museo Nacional de Ciencias Naturales.

Dennoch bleiben er und seine Kolleginnen und Kollegen zurückhaltend, den Ursus arctos pauschal als ‚unehrliche‘ Art zu bezeichnen. Die gefundenen „Tricks“ sind selten und betreffen nur sehr kleine Teilbereiche des Untersuchungsgebiets. „Unsere Arbeit zeigt eine faszinierende Verhaltensfähigkeit der Bären und rechtfertigt weitere Beobachtungs- und Experimentierstudien“, betont Penteriani.

Die beiden spanischen Braunbärenpopulationen, im Kantabrischen Gebirge und in den Pyrenäen, umfassen inzwischen mehr als 400 Tiere, nachdem sie in den 1970er- und 1980er-Jahren kurz vor dem Aussterben standen. Sie gelten weiterhin als gefährdet, sind dank des Einsatzes von Naturschützerinnen und Naturschützern aber nicht mehr als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft.

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