Zinédine Zidane übernimmt mehr als 20 Jahre nach seinem Abschied als Spieler die französische Nationalmannschaft. Der Weltmeister von 1998 folgt auf Didier Deschamps und erhält einen Vertrag bis 2030.
“Dieser Moment ist da, es ist heute”: Mehr als 20 Jahre nach seinem Abschied als Spieler der Bleus übernimmt Zinédine Zidane die französische Nationalmannschaft. Er folgt auf Didier Deschamps.
FFF-Präsident Philippe Diallo gab die Entscheidung am Dienstag auf einer Pressekonferenz offiziell bekannt. Zu Beginn dankte er Deschamps, den er “DD” nannte, dafür, die Équipe de France “an die Spitze” geführt zu haben.
“Zinédine ist eine Legende des französischen Fußballs. Seit vielen Jahren hat er erkennen lassen, dass es einer seiner Träume ist, die Nationalmannschaft zu trainieren”, sagte Diallo.
Zidane erhält einen Vertrag über vier Jahre. In diese Zeit fallen die Qualifikation für die Nations League, die EM 2028 und die WM 2030.
“DD ist DD, Zizou ist Zizou”
Bei seinem ersten Auftritt als Nationaltrainer richtete Zidane zunächst eine Solidaritätsbotschaft an die Menschen in den von Bränden betroffenen Gebieten im Südwesten Frankreichs sowie an die Feuerwehrleute und Landwirte vor Ort.
“Meine ersten Gedanken gelten ihnen”, sagte er.
Zidane erklärte zudem, er habe in den vergangenen Jahren mehrere Angebote erhalten, einen Klub zu übernehmen. Diese habe er jedoch alle “um der Équipe de France willen” abgelehnt.
“Für mich ist das eine riesige Freude. Mir fehlen die Worte”, sagte der Weltmeister von 1998.
Seine Zielsetzung formulierte Zidane klar: “Die französische Nationalmannschaft soll weiter gewinnen.”
“DD ist DD, Blanc war Blanc, Zizou ist Zizou. Ich werde das tun, was ich kann”, sagte er vor der Presse.
Zidane tritt sein Amt am 1. August an. Seinen Trainerstab will er im September vorstellen. Dieser werde “praktisch” derselbe sein wie jener, der ihn bei Real Madrid begleitet habe. “Ich bin in dieser Hinsicht ziemlich treu”, betonte er.
Noch kein Gespräch mit Mbappé
Den ersten Kader will Zidane im September benennen. Mit Spielern habe er bislang noch nicht gesprochen, auch nicht mit Kapitän Kylian Mbappé.
“Das Wichtigste für ihn ist, sich auszuruhen. Wir werden bald, im September, Gelegenheit haben, über all das zu sprechen”, sagte Zidane. Ob Mbappé Kapitän bleiben wird, ließ er offen.
Seine “Methode Zinédine Zidane” wolle er zu einem späteren Zeitpunkt genauer erklären. Den wichtigsten Vorteil seiner Mannschaft sieht er aber bereits im Kader.
“Ich weiß, dass wir das Potenzial haben. Wir haben außergewöhnliche Spieler. Jetzt muss ich sie sehen und ihnen erklären, was ich vorhabe”, sagte Zidane.
Zidane fordert Kampf gegen Rassismus
Auf Nachfrage zu rassistischen Kommentaren gegen französische Nationalspieler nach jüngsten Partien rief Zidane dazu auf, “Rassismus zu bekämpfen”.
“Wir werden die Dinge vielleicht nicht verändern. Wir leben in einem wunderbaren Land mit dieser Vielfalt. Ich bin in einem Viertel aufgewachsen, in dem es Platz für alle gab. So ist mein Leben”, sagte er. “Mit allen ins Gespräch zu kommen, das ist es, was wir versuchen.”
Auch an die Fans seiner Geburtsstadt Marseille richtete Zidane Worte: “Sie waren immer da. Wenn ich in die Region zurückkomme, spüre ich diese Leidenschaft. Ich möchte sie weiter träumen lassen.”
Deschamps verabschiedet sich nach einem enttäuschenden WM-Aus, hinterlässt seinem Nachfolger jedoch ein äußerst erfolgreiches Erbe. In 14 Jahren als Nationaltrainer gewann er 2018 die Weltmeisterschaft, erreichte 2022 das WM-Finale und 2026 das Halbfinale. Zudem stand Frankreich unter seiner Leitung 2016 im EM-Finale.
Die Équipe Tricolore bestreitet im September vier Spiele. Am 25. September steht in der Türkei die erste Partie unter Zidane an.