Die zwei italienischen Seen ziehen seit der Römerzeit Urlauber an. Im 19. Jahrhundert wird organisierter Tourismus rund um ihre Ufer zum wichtigen Wirtschaftszweig.
Der Comer See in der nordwestlichen Region Lombardei und der weiter östlich gelegene Gardasee, der sich über Venetien, die Lombardei und Trentino-Südtirol erstreckt, gelten als die wohl bekanntesten Seen Italiens.
Beide ziehen schon seit der Römerzeit Reisende an. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der organisierte Tourismus an ihren Ufern zu einem wichtigen Wirtschaftszweig.
Bis heute gehören sie zu den Lieblingszielen vieler Urlauber. Im Jahr 2024 verzeichnete der Comer See 4,3 Millionen touristische Übernachtungen, der Gardasee allein an seinem venezianischen Ufer 14,7 Millionen.
Welcher der beiden Seen passt also besser zu Ihren Reiseplänen?
Comer See
Der Comer See steht für italienischen Glamour: ein Hotspot für Luxushotels, Prominenz und opulente Filmkulissen. Entlang des Ufers reihen sich aristokratische Villen und pittoreske Dörfer, dahinter ragen über dem Y-förmigen See die zerklüfteten Felsen der Voralpen auf.
Wer Fünf-Sterne-Luxus sucht, wird hier schnell fündig. Am Westufer des westlichen „Seearms“ liegt Passalacqua, zum besten Hotel der Welt 2023 gekürt und noch immer unter den Top fünf. Es gibt zahlreiche Hotel-Ikonen, etwa das Grand Hotel Villa Serbelloni aus den 1850er-Jahren und das im Jugendstil erbaute Grand Hotel Tremezzo.
Das Angebot an gehobenen Unterkünften wächst weiter: In diesem Jahr eröffnen The Lake Como EDITION und Mama Shelter Lake Como.
Für Fine-Dining-Gourmets wartet eine ganze Reihe von Michelin-Sterne-Restaurants. Im Hotel Il Sereno, gestaltet von Patricia Urquiola, liegt das Restaurant Al Lago. Kitchen bietet ein Degustationsmenü mit Zutaten aus dem eigenen biodynamischen Garten. Materia serviert kräftige italienisch-asiatische Fusionsküche.
Auch abseits der Hotels ist einiges geboten. In Bellagio finden sich edle Boutiquen und elegante Cafés direkt am Wasser, ideal für den Aperitivo. Varenna wirkt ruhiger, mit steilen Treppengassen und einer Promenade am See.
Gartenliebhaber sollten die Villa Carlotta mit ihrem blühenden Botanischen Garten besuchen oder das sorgfältig gestaltete Anwesen Villa del Balbianello. Es liegt auf einer Landzunge nahe dem Dorf Lenno und diente als Kulisse für die Filme „Casino Royale“ und „Star Wars: Episode II“.
Der Comer See steht zwar vor allem für Luxus, doch er hat auch andere Seiten. Etwas abseits des Ufers liegen zahlreiche Pensionen und Agriturismi, in denen die Übernachtung deutlich günstiger ist.
Anstelle teurer privater Bootstouren reicht oft die Linienfähre, die gemächlich zwischen den Orten pendelt. Für den Zugang zum See braucht es kein Luxushotel: Entlang des Ufers liegen viele kostenlose öffentliche Strände.
Gardasee
Auch mit kleinerem Budget ist der Comer See möglich, doch der Gardasee bietet deutlich mehr Auswahl für günstige Ferien. Rund um den See gibt es zahlreiche Campingplätze mit Pools, Kinderanimation, eigenen Stränden und Fahrradverleih. Außerdem finden sich Hostels, Pensionen und Hotels ab etwa 70 Euro pro Nacht.
Wer dennoch Luxus sucht, wird ebenfalls fündig. Viele Fünf-Sterne-Hotels am Comer See ziehen Gäste an, die den großen Auftritt mögen. Am Gardasee entstehen dagegen immer mehr Rückzugsorte, die auf Wellness und Ruhe setzen.
Lefay Resort & SPA wurde mehrfach ausgezeichnet, auch für Nachhaltigkeit. Die Anlage bietet umweltfreundliche Suiten, sieben Saunen, 21 Behandlungsräume und einen 27 Acres großen Park. Das Adults-only-Resort Cape of Senses, versteckt am Hang am Ostufer, verfügt über ein 2.000 Quadratmeter großes Wellnesszentrum mit Saunen, Infinity-Pool, Spa-Bibliothek und Teebereich.
Der Gardasee zieht vor allem Aktivurlauber an. In Torbole und Riva del Garda gibt es Hotspots für Wind- und Kitesurfen, dazu Dutzende Segelschulen und Verleihstationen. Am Monte Baldo wird Gleitschirm geflogen, rund um den See bieten die Berge und Täler ideale Bedingungen zum Wandern, Mountainbiken und Canyoning.
Auch Familien finden hier viel Abwechslung: der große Freizeitpark Gardaland, mehrere mittelalterliche Burgen wie in Sirmione und zahlreiche frei zugängliche Strände.