Weltbörsen erholen sich, Anleiherenditen geben nach: Washingtons Ankündigung von Schuldenrückkäufen stützt Kurse, Ölpreise bleiben im US-Iran-Konflikt nahe Mehrwochenhochs.
Die Ölpreise sind am Donnerstag gestiegen und liegen weiter nahe ihren höchsten Ständen seit Wochen. Der festgefahrene Konflikt zwischen den USA und Iran hält die Sorgen um das Angebot im Nahen Osten hoch.
Brent, die internationale Referenzsorte, verteuerte sich um 0,3 % auf 91,90 Dollar je Barrel. Die US-Referenzsorte legte um 0,2 % auf 84,57 Dollar zu.
Die Preise steigen seit Anfang August stetig. Damals notierte Brent noch bei rund 87,38 Dollar je Barrel. Der Konflikt um die Straße von Hormus schürt die Sorge vor möglichen Lieferausfällen, auch ohne eine neue Eskalation.
Beide Referenzsorten kosten damit deutlich mehr als vor Ausbruch des Kriegs.
US-Finanzministerium stützt Börsen
Die Aktienmärkte weltweit haben sich am Donnerstag erholt und den Kursrutsch vom Mittwoch bei KI-Werten teilweise wettgemacht. Auslöser war eine Ankündigung des US-Finanzministeriums: Es will ab September das Volumen seiner Rückkaufprogramme für länger laufende Staatsanleihen mindestens verdoppeln – auf 4 Milliarden Dollar, also rund 3,4 Milliarden Euro, oder mehr je Vorgang.
Die Entscheidung nahm den Anleihemärkten etwas Druck, nachdem die Renditen in den vergangenen Monaten auf Mehrjahreshochs gestiegen waren. In Asien stieg dadurch die Risikobereitschaft.
Der südkoreanische Leitindex Kospi sprang um 6,1 % auf 6.858,91 Punkte, nachdem er am Mittwoch noch um 5,8 % eingebrochen war. Samsung Electronics kletterten um 9,7 %, SK Hynix sogar um 14,1 %, nachdem der Speicherchiphersteller ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt hatte.
In Tokio gewann der Nikkei 225 rund 0,9 %, der breiter gefasste Topix legte 0,8 % zu und machte damit einen Teil der Verluste vom Mittwoch wett. In Hongkong stieg der Hang-Seng-Index um 1,1 % auf 25.786,32 Punkte, der Shanghai Composite rückte um 0,3 % auf 3.905,23 Punkte vor. Der australische S&P/ASX 200 lag 0,3 % höher bei 9.066,40 Zählern.
Anleiherenditen sinken von Mehrjahrzehnt-Hochs
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel auf rund 4,64 % nach 4,71 % am Dienstag. Bei dreißigjährigen Papieren sank sie von 5,28 auf 5,18 %, nachdem sie zuvor den höchsten Stand seit 2007 erreicht hatte.
In den vergangenen Monaten waren die Renditen gestiegen, getrieben von Sorgen über die durch den Krieg in Iran angefachte Inflation und die zunehmende Staatsverschuldung.
Die Rendite zehnjähriger japanischer Staatsanleihen, die zuletzt nahe dem höchsten Niveau seit drei Jahrzehnten lag, gab von mehr als 2,89 auf etwa 2,83 % nach.
An der Wall Street legte der S&P 500 am Mittwoch um 0,2 % zu und verzeichnete damit den ersten Tagesgewinn seit vier Handelstagen; damit endete eine Serie von drei Verlusttagen. Der Dow Jones Industrial Average und der Nasdaq Composite gewannen ebenfalls jeweils 0,2 %.
Der US-Dollar verteuerte sich auf 158,60 Yen nach 158,16 Yen. Der Euro gab leicht nach auf 1,1676 Dollar nach 1,1677 Dollar.