Loader
Finden Sie uns
Werbung

Nasdaq bestätigt 23-Stunden-Handel ab Dezember mit neuer Nachtsitzung

Menschen vor dem Nasdaq MarketSite in New York, am sechsten August 2026.
Menschen stehen am sechsten August 2026 vor dem Nasdaq MarketSite in New York. Copyright  AP Photo/Yuki Iwamura
Copyright AP Photo/Yuki Iwamura
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Die Nasdaq führt ab dem sechsten Dezember einen fast 23-stündigen Handel ein: eine zusätzliche Overnightsitzung von 21 bis vier Uhr ET für ausländische Anleger und Krypto-Konkurrenz.

Die Nasdaq hat angekündigt, ab Sonntag, dem sechsten Dezember, US-Aktien fast 23 Stunden am Tag zu handeln.

WERBUNG
WERBUNG

Der Schritt, der noch die Zustimmung der US-Börsenaufsicht SEC braucht, würde den Handelstag der Nasdaq von Sonntagabend bis Freitagabend nahezu ohne Pause verlängern.

Für europäische Anlegerinnen und Anleger liegt das neue Zeitfenster von 21 Uhr bis vier Uhr Eastern Time, also von drei Uhr bis zehn Uhr Mitteleuropäischer Zeit. Damit könnten Europäerinnen und Europäer fast eine komplette Sitzung mit Nasdaq-notierten Aktien handeln, bevor in London der Handel startet.

Bereits heute bietet die Nasdaq erweiterte Handelsphasen: von vier Uhr bis neun Uhr dreißig am Morgen die sogenannte Pre-Market-Session und von 16 Uhr bis 20 Uhr Eastern Time die After-Hours-Session rund um den Kernhandel von neun Uhr dreißig bis 16 Uhr. Zugang zu diesen frühen und späten Phasen hatten bisher vor allem institutionelle Investoren mit direkten Marktverbindungen.

Nasdaq-Präsident Tal Cohen beschreibt die Ausweitung als Weg, „den Anlegerzugang zu verbreitern und mehr Chancen zum Vermögensaufbau für alle anderen zu eröffnen“.

Das Argument stützt sich auch auf Zahlen: Ausländische Anleger hielten Mitte 2024 US-Aktien im Wert von 17 Billionen US-Dollar (14,6 Billionen Euro), ein Anstieg um 97 Prozent seit 2019. Dieses Wachstum will die Nasdaq direkt abschöpfen, statt es an bereits durchgängig geöffnete Plattformen zu verlieren.

Börsenhandel ohne Pause: Der Markt schläft kaum noch

Klassische Börsen stehen zunehmend unter Druck, den Zugang zu verbreitern und die Handelszeiten auszuweiten.

Geopolitische Schocks unter der Regierung von Donald Trump trafen die Märkte wiederholt, wenn die Wall Street geschlossen war. Besonders deutlich wurde das an einem Samstagmorgen im Februar, als US- und israelische Angriffe auf iranische Atomanlagen bekannt wurden. Händler wichen damals auf Krypto-Börsen und dezentrale Plattformen aus, um Öl, Gold und Silber in Echtzeit zu bepreisen.

Diese Handelsplätze und neue Werkzeuge wie tokenisierte Realwerte – digitale Token, die Eigentum an Aktien, Anleihen oder Rohstoffen abbilden – sowie Perpetual-Futures, mit denen Anleger ohne Laufzeitende auf die Preisentwicklung eines Basiswerts setzen, zeigen: Die Nachfrage nach Rund-um-die-Uhr-Handel wartet nicht, bis klassische Börsen öffnen.

Die Nasdaq steht mit ihrem Vorstoß nicht allein.

Rivale NYSE hat bereits die SEC-Genehmigung für einen 22-stündigen Handelstag von ein Uhr dreißig bis 23 Uhr dreißig Eastern Time erhalten, während Cboe, die größte Börse für Optionskontrakte in den USA, ähnliche Pläne skizziert hat.

Die Nasdaq hatte im März erstmals signalisiert, den Handel nahezu durchgängig öffnen zu wollen; die jetzige Ankündigung liefert die Details.

Die neue Abendsession ist der erste konkrete Baustein. Sie verlängert den Handel in der Fünf-Tage-Woche auf fast 23 Stunden pro Tag. Langfristig zielt die Börse auf echten 24/7-Handel.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Japan: Rendite für zehnjährige Staatsanleihen auf 30-Jahres-Hoch, Wachstum enttäuscht

Nvidia-Deal über 500 Milliarden Dollar: Was er über den KI-Boom verrät

Trump verhängt Zölle von bis zu 100 Prozent auf Drohnen