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Angst vor Inflation durch Iran-Krieg treibt europäische Anleiherenditen

Archivbild: Rechts ist die Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main zu sehen, aufgenommen am Dienstag, 21. Juli 2026.
Archivbild: Rechts im Bild die Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main, Deutschland, am Dienstag, 21. Juli 2026. Copyright  AP Photo/Michael Probst
Copyright AP Photo/Michael Probst
Von Doloresz Katanich
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Europäische Staatsanleihen standen am Dienstag unter Druck: Die Rendite französischer zehnjähriger Anleihen erreichte ein 17-Jahreshoch, die deutscher Bundesanleihen ihren höchsten Stand seit 2011.

Die Zinskosten für Staaten steigen dies- und jenseits des Atlantiks stark an.

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Langfristige Anleiherenditen in den großen Volkswirtschaften Europas haben am Dienstag Mehrjahreshochs erreicht. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen kletterte auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten.

Der Ausverkauf setzte ein, nachdem die Hoffnung auf eine rasche Lösung des Iran-Konflikts geschwunden war. Das trieb die Ölpreise nach oben und schürte erneut die Sorge vor anhaltend hoher Inflation. Die Nordseesorte Brent notierte am Dienstagmorgen bei knapp 91 Dollar je Barrel, vor dem Hintergrund der angespannten Lage im Nahen Osten.

„Das Scheitern der Friedensgespräche zwischen den USA und Iran hat das Risiko erhöht, dass die Energiepreise für den Rest des Jahres hoch bleiben“, sagte Richard Carter, Leiter Anleiheforschung beim Vermögensverwalter Quilter Cheviot, Euronews Business. „Das könnte die Inflation höher halten als erwartet und die Wahrscheinlichkeit weiterer Zinserhöhungen der Notenbanken steigern.“

An den Märkten wächst die Wette auf eine straffere Geldpolitik im Euroraum. Der Einlagensatz der EZB dürfte nach Einschätzung vieler Investoren bis März 2027 auf zwei Komma 76 Prozent steigen, von derzeit zwei Komma 25 Prozent.

Nach Daten von Trading Economics rechnen Anleger mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent mit einer Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank im September.

Zur selben Zeit stieg in den USA die Rendite 30-jähriger Staatsanleihen auf fünf Komma 33 Prozent, den höchsten Stand seit 2007. In Großbritannien rentierten 30-jährige Staatsanleihen (Gilts) bei fünf Komma 85 Prozent, so hoch wie zuletzt im Mai 2026.

Weltweit gerieten Staatsanleihen erneut unter Verkaufsdruck. In Frankreich kletterte die Rendite zehnjähriger Papiere am Dienstagmorgen auf vier Komma zehn Prozent und damit auf den höchsten Wert seit Juni 2009.

Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, der Referenz für den Euroraum, stieg über drei Komma 25 Prozent und erreichte damit das höchste Niveau seit März 2011.

Die Rendite französischer 30-jähriger Staatsanleihen stieg auf den höchsten Stand seit 2008. Hintergrund sind der weltweite Abverkauf von Anleihen und zunehmende Sorgen über die Haushaltsverhandlungen für 2027 sowie die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr. Die Rendite 30-jähriger Bundesanleihen legte auf drei Komma 78 Prozent zu und erreichte damit den höchsten Wert seit 15 Jahren.

Der Anstieg der Renditen langlaufender Anleihen hat jedoch nicht nur mit Erwartungen höherer Leitzinsen und Inflationssorgen zu tun.

„Anleger machen sich Sorgen über das Ausmaß der Staatsverschuldung in wichtigen Volkswirtschaften wie Großbritannien, Frankreich und Japan“, so Carter weiter. Zudem habe „das hohe Emissionsvolumen von Anleihen im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz das Angebot erhöht, was zusätzlichen Druck auf die Kurse ausübt und die Renditen nach oben treibt“.

Höhere Zinskosten belasten die Volkswirtschaften und verteuern die Finanzierung in vielen Anlageklassen.

Da die staatlichen Schuldenagenturen laufend frisches Geld über die Anleihemärkte aufnehmen, schlagen die gestiegenen Renditen nach und nach auf ihre Finanzierungskosten durch, wenn fällige Schulden refinanziert werden.

Nach Angaben von S&P Global Ratings muss Italien im Jahr 2026 fällige Anleihen im Umfang von 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts refinanzieren. In Frankreich sind es zwölf Prozent, in Deutschland und Großbritannien jeweils sieben Prozent.

„Vorerst bleiben die Anleihemärkte wohl sehr empfindlich gegenüber politischen Entwicklungen und neuen Konjunkturdaten“, sagte Carter.

Zugleich bleiben Anleihen seiner Ansicht nach attraktiv, weil die Renditen im historischen Vergleich hoch sind und deutlich über der Inflation liegen. Anleger erzielen damit also real einen positiven Ertrag.

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