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Renditen steigen: Bessent kündigt größere Rückkäufe an

US-Finanzminister Scott Bessent spricht vor Medienvertretern vor dem Weißen Haus in Washington, 20. August 2026
US-Finanzminister Scott Bessent spricht am 20. August 2026 vor dem Weißen Haus in Washington mit Medienvertretern. Copyright  AP Photo/Jacquelyn Martin
Copyright AP Photo/Jacquelyn Martin
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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Die Renditen langfristiger US-Staatsanleihen sind wieder über das Niveau vor der Rückkaufankündigung gestiegen. Finanzminister Scott Bessent deutete an, dass Washington zu noch härteren Eingriffen bereit ist.

Weniger als 24 Stunden nachdem das US-Finanzministerium den Umfang seiner Schuldenrückkäufe verdoppelt hatte, musste es die Märkte erneut beruhigen. Die Renditen der zehn- und dreißigjährigen Staatsanleihen machten die Rückgänge vom Mittwoch zunichte und stiegen sogar über das Niveau vor der Ankündigung.

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Daraufhin trat US-Finanzminister Scott Bessent vor die Öffentlichkeit. Er stellte klar, dass die Obergrenze von vier Milliarden Dollar pro Rückkauf eher eine Untergrenze als ein starres Limit ist.

„Wir führen regelmäßig Rückkaufprogramme durch, und wir werden deren Volumen erhöhen [...] Ich möchte betonen, dass es mehr als vier Milliarden Dollar pro Emission sein kann“, sagte Bessent.

Zu den Beweggründen erklärte der US-Finanzminister: „Zum Teil geht es um ein Signal. Wir wollen zeigen, dass die Renditen nicht die fundamentale Lage widerspiegeln. Diesen Iran-Konflikt werden wir hinter uns lassen [...] wir wissen nur nicht, wann.“

Bessent verwies speziell auf die schwache Liquidität im Segment der dreißigjährigen Laufzeiten. Darin sehe er die Hauptursache für den Druck. Konkrete Zielwerte nannte er nicht. Das Ministerium wolle zunächst beobachten, wie sich die Bedingungen entwickeln.

„Wir wollen die Anleger auf die Fundamentaldaten lenken und verhindern, dass sie in einer Nachrichtenflaute in einem dünnen Markt nur auf Schlagzeilen setzen“, sagte er zum Abschluss.

Zum Zeitpunkt des Gesprächs lag die Rendite der dreißigjährigen Anleihe bei 5,25 Prozent, nachdem sie am Dienstag ein Hoch von 5,33 Prozent erreicht hatte. Die Rendite der zehnjährigen Papiere stand bei 4,7 Prozent, nach einem Zwischenhoch von 4,75 Prozent am selben Tag.

Fiskalplan nach Überschreiten der Marke von 40 Billionen Dollar Staatsschulden

Bessent nutzte das Interview außerdem, um eine weitere Ankündigung anzudeuten.

„Wir werden voraussichtlich Ende dieser Woche oder Anfang nächster Woche einen stärkeren Fokus auf Haushaltskonsolidierung ankündigen [...] und diese Initiative kommt von Präsident Trump [...] wir werden sowohl die Einnahmenseite als auch die Ausgabenseite prüfen [...] was wir tun können“, sagte Bessent und betonte, das US-Finanzministerium verfüge „über einen großen Werkzeugkasten“, der über Rückkäufe hinausreiche.

Mit Blick auf die Rekordmarke von 40 Billionen Dollar (34,4 Billionen Euro) an US-Staatsschulden relativierte Bessent die Lage. „An der Zahl 40 Billionen ist nichts Magisches [...] wir können uns da herauswachsen“, sagte er.

Zudem schob er die Verantwortung der Vorgängerregierung zu. Die USA hätten unter Biden das höchste Defizit im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt ihrer Geschichte verzeichnet, während die Trump-Regierung dieses Verhältnis im vergangenen Jahr um einen Prozentpunkt gesenkt habe, sagte er.

Die Realität läuft jedoch Bessents Darstellung entgegen. Die öffentlichen Ausgaben der USA und damit auch die Staatsverschuldung sind in diesem Jahr deutlich gestiegen – wegen des Iran-Kriegs und anderer politischer Entscheidungen, obwohl US-Präsident Donald Trump versprochen hatte, die amerikanischen Finanzen zu stabilisieren.

Nicht alle Marktteilnehmer fühlten sich beruhigt. Mehrere Investoren reagierten öffentlich auf die Aussagen des US-Finanzministers.

Krishna Guha von Evercore ISI wies den Plan als „eine schwache Variante von Operation Twist“ zurück. Das Vorhaben könne nach hinten losgehen, falls die Märkte es als Zeichen lesen, dass Washington Schwierigkeiten hat, sich günstig zu finanzieren, sagte er. Bessents Auftritt selbst habe die Anleihemärkte kaum bewegt.

Operation Twist ist ein unkonventionelles Instrument der Geldpolitik, das Zentralbanken einsetzen, vor allem die US-Notenbank Federal Reserve. Sie kaufen dabei langlaufende Staatsanleihen und verkaufen kurzfristige Papiere des Finanzministeriums, um die Zinskurve zu beeinflussen.

Maia Crook von JPMorgan äußerte sich noch schärfer. Die Intervention „verdeckt die grundlegenden strukturellen Probleme und trägt nichts zu ihrer Lösung bei“, warnte sie. Zudem berge sie ein dauerhaftes Risiko: dass das US-Finanzministerium seine seit Langem zugesagte, stetige und vorhersehbare Schuldenemission aufgebe und stattdessen auf kurzfristige Marktsteuerung umschwenke.

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