Die Außenminister von Iran und Oman haben in Teheran über die Steuerung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus und ein gemeinsames Minenräumprojekt beraten.
Die Außenminister Irans und Omans haben sich am Dienstag in Teheran über einen schrittweisen Ansatz zur Regelung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus beraten. Die zentrale Wasserstraße ist seit Beginn des Iran-Krieges im Februar faktisch geschlossen.
Omans Außenminister Badr al-Busaidi und sein iranischer Amtskollege Abbas Araghtschi erörterten "einen stufenweisen Rahmen, der eine praktische und umsetzbare Grundlage für weitere Schritte bieten könnte", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.
Der vorgeschlagene Rahmen sieht einen "gemeinsamen befristeten Navigationskorridor" durch die Meerenge sowie ein Minenräumprojekt in der Wasserstraße vor.
In weiteren Verhandlungen wollen beide Seiten einen "dauerhaften Navigationskorridor und die künftige Verwaltung der Straße" festlegen. Zudem soll ein Mechanismus für Informationsaustausch, Verkehrsmanagement und die Bereitstellung entsprechender Navigations- und Sicherheitsdienste entstehen, hieß es weiter.
"Ich bin zuversichtlich, dass wir bald einen temporären Korridor für die Straße von Hormus bekanntgeben werden", schrieb al-Busaidi auf X. Die Länder wollen zugleich auf eine dauerhafte Lösung und eine Einigung darüber hinarbeiten, wer die Meerenge verwaltet.
Irans stellvertretender Außenminister Kassem Gharibabadi sagte im Staatsfernsehen, die vorübergehende Route für Schiffe, die vom Golf von Oman in den Persischen Golf einlaufen, solle vollständig durch iranische Hoheitsgewässer führen. Die Auslaufroute solle sowohl durch iranische als auch durch omanische Gewässer verlaufen.
Iran und Oman wollen nach seinen Worten in den nächsten 30 bis 60 Tagen weitere Gespräche führen.
Die Gespräche fanden eine Woche nach der Drohung von US-Präsident Donald Trump statt, Oman anzugreifen, falls das Land den Verhandlungen zwischen Washington und Teheran über die Straße von Hormus "in die Quere kommt":
"Wenn Oman uns in die Quere kommt, bomben wir sie zum Teufel weg", hatte Trump in einem Interview mit Fox News am Montag gesagt, als die im Juni geschlossene US-Iran-Vereinbarung auslief.
Noch ist offen, ob Trump die Vereinbarung zwischen Iran und Oman akzeptiert.
Irans Präsident und andere ranghohe Vertreter haben die Lage in der Meerenge außerdem mit einer pakistanischen Delegation erörtert, die Teheran am Dienstag nach Gesprächen verließ. Diese sollten Verhandlungen zur Beendigung des Krieges in Iran wiederbeleben, teilte das pakistanische Militär mit.