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Belarus mobilisiert Streitkräfte für Übung nahe strategischer Nato-Schwachstelle

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Belarus trainiert Armee nahe NATO-Grenzen
Belarus: Militär übt nahe NATO-Grenzen Copyright  Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Von Mateusz Jaronski
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Wenige Kilometer von Polen und Litauen entfernt lässt Belarus seine Streitkräfte trainieren, ausgerechnet im sensibelsten Grenzabschnitt der Nato-Ostflanke. Minsk spricht von einer reinen Verteidigungsübung.

In Belarus haben nahe der Grenzen zu Polen und Litauen viertägige Militärübungen begonnen. Das meldet die belarussische Redaktion von Radio Freies Europa unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Minsk.

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An den Kommandostabsübungen des Westlichen Operativkommandos, die noch bis Freitag laufen, nehmen unter anderem mechanisierte Bataillone und Panzerbataillone teil. Die Soldaten trainieren den Schutz der Staatsgrenze, die Bekämpfung von Sabotagegruppen sowie die Abwehr von Angriffen durch Drohnen und leichte Luftfahrzeuge.

Besonders bemerkenswert ist der Ort der Übungen: Ein Teil davon findet unmittelbar im Umfeld des für die Nato strategisch bedeutsamen Suwałki-Korridors statt. Im Zentrum stehen die Übungsplätze Hoża direkt an der Grenze zu Litauen sowie Brzeski und Różański, die rund 15 beziehungsweise 60 Kilometer von der polnischen Grenze entfernt liegen. Geleitet wird das Manöver nach Angaben des belarussischen Verteidigungsministeriums vom Generalstabschef der Streitkräfte, Pawel Murawejko.

Verwundbarer Nato-Grenzabschnitt

Der Suwałki-Korridor gilt als einer der sensibelsten Sicherheitsräume in dieser Region Europas. Der gut 100 Kilometer lange Abschnitt der polnisch-litauischen Grenze ist die einzige Landverbindung der baltischen Staaten mit dem übrigen Nato-Gebiet und trennt zugleich Belarus von der russischen Exklave Kaliningrad.

Minsk versichert, es gebe keinen Anlass zur Sorge. Das belarussische Verteidigungsministerium bezeichnet die Übungen als ausschließlich defensiv. Die Behörden betonen zudem, Zahl der Teilnehmer und Umfang des eingesetzten Geräts lägen unterhalb der im Wiener Dokument von 2011 festgelegten Schwellen, ab denen andere Staaten vorab informiert werden müssten. Wie viele Soldaten tatsächlich an den Manövern beteiligt sind, bleibt dennoch offen.

Manöver im Schatten des Ukraine-Kriegs

Die aktuellen Übungen sind Teil umfassenderer Maßnahmen, mit denen Belarus die Einsatzbereitschaft seiner Streitkräfte überprüft. Bereits am 11. September hatte Machthaber Alexander Lukaschenko den Truppenübungsplatz Obuz-Lesnowski bei Baranawitschy besucht und erklärt, er wolle die Funktionsweise des gesamten Sicherheitsapparats des Landes testen.

Minsk organisiert seit Jahren Manöver in Grenznähe zur Nato, an denen in der Vergangenheit häufig auch russische Soldaten beteiligt waren. Im Jahr 2020 fanden im Raum Brest die Übung "Slawische Brüderlichkeit" statt, ein Jahr später folgte das Großmanöver "Sapad 21".

Die derzeitige Lage verleiht solchen Aktivitäten jedoch zusätzliches Gewicht: Belarus bleibt einer der engsten Verbündeten Russlands. Im Februar 2022 erlaubte Minsk russischen Truppen, belarussische Infrastruktur und Staatsgebiet für Angriffe auf die Ukraine zu nutzen, eigene Streitkräfte entsandte Belarus jedoch nicht direkt in die Kämpfe auf ukrainischem Boden. Radio Swoboda betont daher, dass Minsk nach den Kriterien des humanitären Völkerrechts nicht als Konfliktpartei gilt.

Der Umfang der belarussischen Unterstützung für Russland, zu der unter anderem logistische Hilfe und militärische Beiträge zählen, stößt international dennoch weiterhin auf Kritik. In den vergangenen Tagen wurden zudem neue Details zur Zusammenarbeit beider Länder bekannt. Die ukrainische Grenzschutzbehörde teilte am Montag mit, russische Truppen nutzten belarussische Relaisstationen, um Drohnen zu steuern, die Ziele im Westen der Ukraine angreifen.

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