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Spanien stellt Tourismusstrategie 2030 vor: Bewohner stehen im Zentrum

Picos de Europa in Spanien
Picos de Europa in Spanien Copyright  Kaja Kadlecova/Unsplash
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Von Mike Starling
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Spanien erwartet dieses Jahr 100 Millionen internationale Gäste und rückt angesichts von Overtourism Menschen und Nachhaltigkeit in den Fokus seiner Tourismuspolitik.

Spanien steuert in diesem Jahr auf 100 Millionen ausländische Besucher zu. Angesichts der Sorgen über Massentourismus denkt das Land jedoch neu darüber nach, wie es das weitere Wachstum steuert.

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Bei einer Präsentation auf der Arabian Travel Market in Dubai skizzierte Carlos Ruiz González, Direktor des spanischen Fremdenverkehrsamts für die Golfregion bei Turespaña, wie der Plan „Spain Tourism 2030“ die nächste Wachstumsphase ausrichten soll: Menschen und Nachhaltigkeit rücken ins Zentrum, mit besonderem Blick auf Bewohnerinnen und Bewohner sowie kaum besuchte Regionen.

Der Plan entstand in Abstimmung mit mehr als 200 Tourismus-Experten, Unternehmen, Behörden und anderen Organisationen. Er trägt dem Rechnung, dass die Reiseziele in Spanien vor sehr unterschiedlichen Herausforderungen stehen – von etablierten Küstenorten und stark besuchten Städten wie Barcelona bis hin zu ländlichen und innerspanischen Regionen, die mehr Gäste anziehen wollen.

Spanien, das weltweit am zweithäufigsten besuchte Land, zählte 2025 insgesamt 96,8 Millionen internationale Gäste. Der Tourismus steht für 12,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und sichert rund drei Millionen Arbeitsplätze.

Auch 2026 steigen die Besucherzahlen weiter, doch die Regierung schaut zunehmend über bloße Ankunftszahlen hinaus. Sie sucht Wege, das Wachstum zu steuern und den Druck auf Reiseziele zu mindern, die mit Überfüllung kämpfen.

In den vergangenen Jahren habe die Regierung darüber nachgedacht, wie sie mit diesem Erfolg umgehen solle, sagte Ruiz González. „Einige Reiseziele sterben vor Erfolg, würde ich sagen. Aber wir haben ein großes, vielfältiges Land.

„Deshalb hat die spanische Regierung entschieden, dass es eine umfassende Politik für das ganze Land sein muss, nicht nur eine Tourismuspolitik. Alle Ministerien, alle Sektoren in Spanien ziehen an einem Strang.“

Carlos Ruiz González spricht auf der Arabian Travel Market in Dubai
Carlos Ruiz González spricht auf der Arabian Travel Market in Dubai Mike Starling/Euronews Travel

Wie will Spanien den Tourismus nachhaltiger machen?

Die Strategie „Spain Tourism 2030“ basiert auf einer Roadmap mit drei Phasen, die über jeweils zweijährige Aktionspläne umgesetzt werden soll. Sie ist als Politik der gesamten Regierung angelegt und umfasst wirtschaftliche, soziale und ökologische Nachhaltigkeit.

Zu den größten Herausforderungen zählen nach Angaben von Ruiz González der Klimawandel und die Qualität der Arbeitsplätze, aber auch Wohnraummangel, Überfüllung und die Entvölkerung ganzer Regionen.

Die Bewohnerinnen und Bewohner gelten dabei als „Kernzielgruppe“ und nicht bloß als „Nebeneffekt“ des Tourismus. Sie bilden eine von fünf Gruppen, auf die sich die neue Strategie konzentriert – neben den Reisezielen selbst, den Unternehmen, den Beschäftigten im Tourismus und den Besucherinnen und Besuchern.

„Wir wollen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner Teil des Systems sind“, sagte Ruiz González. „Touristen reisen dorthin, wo Menschen leben. Also müssen diese Menschen weiter dort leben können, sich eine Wohnung leisten und sich frei bewegen können, ohne ständig auf Probleme zu stoßen.“

Ein Teil der Strategie zielt darauf ab, die Besucherinnen und Besucher stärker über das Land zu verteilen und Reisen zu entschleunigen – mit längeren Aufenthalten statt kurzer Trips.

Welche Regionen in Spanien sollen Touristen entdecken?

Spanien will Reisende nicht von den beliebtesten Zielen abhalten. Turespaña möchte sie aber verstärkt in ländliche und bisher wenig besuchte Landesteile lenken.

„Manche Ziele brauchen kaum Werbung, sie sind sehr bekannt“, sagte Ruiz González. „Im Grunde möchten wir, dass die Menschen verstärkt ins Landesinnere fahren. Und wir möchten, dass sie langsam reisen und so lange wie möglich bleiben.“

Für Natur- und Wanderfans nannte er die Pyrenäen und die Picos de Europa sowie das Gebirge Sierra de Guadarrama, einen Nationalpark unweit der Hauptstadt Madrid.

Ruiz González verwies zudem auf die historischen Städte und kleineren Orte in Kastilien. Spaniens dichtes Hochgeschwindigkeitsbahnnetz erleichtert die Anreise in viele dieser Ziele abseits der bekannten Touristen-Hotspots.

„Wir wollen, dass alle unsere Reiseziele Teil der Lösung sind“, sagte er.

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