Wahlsonntag in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern: Wer kann die Wähler überzeugen, und wie fallen die Mehrheiten aus? Die Ergebnisse, Reaktionen und die wichtigsten Entwicklungen im Euronews-Liveblog.
Mit großem Jubel und Konfettikanonen hat die Linke auf ihrer Wahlparty ihr Ergebnis bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin gefeiert. Spitzenkandidatin Elif Eralp kündigte an: "Ab heute verändern wir gemeinsam Berlin." Im Mittelpunkt stehe dabei vor allem die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum.
Die AfD erreicht laut Prognose 16 Prozent und damit ihr bisher bestes Ergebnis bei einer Abgeordnetenhauswahl. Damit wird sie drittstärkste Kraft.
In Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und AfD ab: Laut ARD-Prognose liegt die AfD mit 37 Prozent knapp vor der SPD, die auf 35,5 Prozent kommt. Damit wäre die SPD erstmals seit 28 Jahren nicht mehr stärkste Partei im Land.
Alle Entwicklungen des Wahlsonntags im Liveblog.
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Live beendet
CDU liegt laut Hochrechnungen in Mecklenburg-Vorpommern bei 4,8 Prozent
CDU und BSW liegen in Mecklenburg-Vorpommern nach dem aktuellen Auszählungsstand jeweils bei 4,8 Prozent der Zweitstimmen. Damit liegen beide Parteien unter der Fünf-Prozent-Hürde und müssen um den Einzug in den Landtag bangen.
Die CDU müsste in den verbleibenden 50 Stimmbezirken in #MecklenburgVorpommern fast doppelt so viele Stimmen holen wie bisher im Schnitt. Sieht jetzt alles dan…
Remmo bei Wahlparty der Linken
Laut einem Bericht der Berliner Morgenpost ist Issa Remmo am Sonntag bei der Wahlparty der Neuköllner Linken aufgetaucht. Sein Besuch sorgte für Kritik. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) bezeichnete Remmos Anwesenheit in einem Beitrag auf X als "verstörendes Signal" und forderte von der Berliner Linken eine Erklärung.
Die Neuköllner Linke betonte, Remmo sei nicht eingeladen gewesen. Er habe eine öffentliche Veranstaltung besucht und sei nicht auf der Anmeldeliste gewesen. Politische oder persönliche Beziehungen zu ihm gebe es nicht.
Auch Spitzenkandidatin Elif Eralp äußerte sich gegenüber dem rbb: Remmo habe keine Einladung gehabt und sei sofort gebeten worden, die Veranstaltung zu verlassen. Remmo selbst äußerte sich bei der Wahlparty gegenüber der Berliner Morgenpost auch zu den Antisemitismusvorwürfen gegen Teile der Berliner Linken. "Die Berliner Linke ist Juden gegenüber nicht feindlich eingestellt", sagte er demnach.
CDU fällt auf 5,0 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern
Auch Die CDU rutscht in Mecklenburg-Vorpommern laut aktuellen Hochrechnungen von ARD und ZDF auf 5,0 Prozent. Damit steht die Partei unmittelbar an der Fünf-Prozent-Hürde und muss um den Einzug in den Landtag bangen.
Sollte die CDU noch unter die Marke fallen, wäre es das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik, dass sie in keinem Landesparlament vertreten wäre. Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz hatte das Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern bereits als "Desaster" bezeichnet.
BSW fällt auf 4,9 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern
Das BSW rutscht in Mecklenburg-Vorpommern unter die Fünf-Prozent-Hürde. Nach einer aktuellen Hochrechnung der Forschungsgruppe Wahlen kommt die Partei auf 4,9 Prozent und würde damit den Einzug in den Schweriner Landtag verpassen.
Damit wird die Regierungsbildung zusätzlich erschwert. Die bisherige rot-rote Koalition hat ihre Mehrheit verloren. Für eine Fortsetzung einer SPD-geführten Regierung von Manuela Schwesig könnten damit neben der Linken auch die Grünen nötig sein.
Klingbeil: "Wir müssen uns hinterfragen, was wir anders machen können"
SPD-Chef und Vizekanzler Lars Klingbeil zeigt sich nach den Wahlergebnissen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern selbstkritisch. Die Bundesregierung müsse analysieren, warum die Verunsicherung im Land so groß sei. "Wir haben es nicht geschafft, Reformen so rüberzubringen, dass die Menschen auch sehen, da finden Veränderungen statt", sagte Klingbeil im ZDF.
Häufig seien die Debatten in Berlin nur von Kürzungen geprägt gewesen. Klingbeil verteidigte zugleich den Reformkurs der Bundesregierung. Besonders beim Thema Rente sieht er aber Gesprächsbedarf. "Die Sorge, dass man trotz Lebensleistung, trotz 45 Jahre Arbeit am Ende nicht gut in die Rente kommt, die müssen wir ernst nehmen und dafür werden wir Lösungen finden", sagte er.
Auch die Kritik an den Plänen zur Rente nach 45 Beitragsjahren nehme er ernst. "Da müssen wir jetzt Lösungen finden, die die Menschen nicht verunsichern, sondern die für alle verständlich sind", so Klingbeil. Die Bundesregierung wolle die Rente so reformieren, dass sie auch für künftige Generationen gerecht sei.
Den Wahlerfolg von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in Mecklenburg-Vorpommern würdigte Klingbeil ausdrücklich. Die SPD sei dort vor einem Jahr noch bei 19 Prozent gelegen und habe eine "riesige Aufholjagd" hingelegt. "Das ist ein Erfolg dort für Manuela Schwesig", sagte der SPD-Chef. Eine neue starke Frau an der Spitze der SPD sieht Klingbeil in Schwesig dennoch nicht.
Parteivorsitz und Ministerämter müssten nicht neu verteilt werden. "Bärbel Bas und ich sind gewählt und wir haben einen klaren Auftrag", sagte er. Einen Parteitag oder eine innerparteiliche Debatte wolle er nach den Wahlen nicht in den Vordergrund stellen. Die SPD müsse nun für ein starkes Deutschland kämpfen und dafür sorgen, dass die AfD wieder schwächer werde.
Holm: "Wir haben den Regierungsauftrag"
AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm beansprucht nach dem Wahlergebnis in Mecklenburg-Vorpommern den Regierungsauftrag für seine Partei. "Wir haben den Regierungsauftrag und jetzt wollen wir natürlich auch das Gespräch suchen mit allen anderen Parteien, um etwas zu bewegen", sagt Holm in der ARD.
Holm kündigt an, nach der Wahl alle anderen Parteien zu Gesprächen einzuladen. "Wir werden natürlich gerne auch alle anderen Parteien einladen und die erwarten eigentlich auch eine Gesprächsbereitschaft", sagt er.
Es gehe darum, eine Regierung zu bilden, "die dann auch Veränderungen vornimmt". Das Wahlergebnis habe gezeigt, dass die Menschen Veränderungen wollten. Holm verweist dabei auf das Programm der AfD: "Wir haben ein sehr einlich-konservatives Programm aufgelegt", sagt er. Es gehe um Veränderungen in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Sicherheit.
Grünen-Chef: Klare Bedingungen für Gespräche mit der Linken
Grünen-Chef Felix Banaszak nennt eine Bedingung für eine mögliche Zusammenarbeit mit der Linken in Berlin. "Es braucht ein klares Bekenntnis gegen Antisemitismus. Ansonsten wird das nicht funktionieren", sagt er im ARD.
Die Grünen wollten zwar mit allen Parteien sprechen, ein Bündnis mit Linken und SPD sei aber weiterhin das bevorzugte Modell. Dabei gehe es auch um ein sicheres Berlin für alle: "Ich bin dafür, dass wir uns dafür einsetzen, dass Jüdinnen und Juden und Menschen muslimischen Glaubens gleichermaßen sicher sind in Berlin und hier ihre Heimat haben."

Annette Riedl/dpa via AP
Mit Blick auf Mecklenburg-Vorpommern kritisiert Banaszak Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Sie habe einen "enorm aggressiven Wahlkampf" geführt, "ehrlicherweise nicht gegen die AfD, sondern gegen die demokratischen Mitbewerber".
Banaszak gratuliert Schwesig zum Ergebnis, fügt aber hinzu: "Man sieht ja, zu welchem Preis dieser Aufstieg nochmal ermöglicht wurde." Zugleich verweist er auf das Abschneiden der CDU: "Es kann sein, dass die Union aus dem Landtag von Mecklenburg-Vorpommern fällt. Das gab es noch nie."
Eralp: "Es braucht endlich diesen Politikwechsel"
Die Berliner Linke will nach ihrem Wahlerfolg den Regierungsauftrag annehmen. Spitzenkandidatin Elif Eralp sagt im ZDF-Interview: "Natürlich, vor allem ist es der Auftrag der Berlinerinnen und Berliner, Berlin bezahlbar zu machen, endlich ein neues Kapitel aufzuschlagen für ein sozialeres, gerechteres Berlin, wo alle Menschen ein gutes Leben in Würde haben können."

Sebastian Gollnow/dpa via AP
Im Zentrum steht für Eralp die Wohnungspolitik. "Die Mietenkrise ist die größte soziale Frage in unserer Stadt", sagt sie. Nötig seien mehr Regulierung auf dem Mietmarkt und mehr sozialer Wohnungsbau. Zur Regulierung gehöre für die Linke auch die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne.
Eralp bekräftigt die Forderung auch mit Blick auf mögliche Koalitionsgespräche: "Ich habe immer gesagt, wir arbeiten ab Tag 1 an der Vergesellschaftung."
Das werde länger dauern, daneben wolle die Linke kurzfristige Maßnahmen angehen. "Und dafür haben wir jetzt ein Votum der Berlinerinnen und Berliner bekommen. Es braucht endlich diesen Politikwechsel."
Alice Weidel im ZDF: "Wir sind die neue Volkspartei"
AfD-Co-Chefin Alice Weidel wertet das Ergebnis ihrer Partei in Mecklenburg-Vorpommern als politischen Erfolg. „Wir sind die neue Volkspartei in Deutschland“, sagt sie im ZDF. Die Wähler hätten der AfD starke Zuwächse beschert, weil sie einen Politikwechsel wollten.

Fabian Sommer/dpa via AP
Weidel betont, ihre Partei habe keine "Brandmauer" zu anderen Parteien gezogen. "Wir führen Gespräche und wir haben keine Brandmauern eingezogen", sagt sie. Die AfD wolle mit allen Parteien sprechen und die Interessen des Landes an erste Stelle setzen.
Die CDU habe mit ihrer Abgrenzung zur AfD dagegen eine andere Politik verhindert, sagt Weidel. Dadurch seien bereits vor Jahren Regierungen möglich gewesen. Die CDU sei auch deshalb in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und im Bund schwach, "weil sie als Volkspartei von uns abgelöst wurde".
Bundeskanzler Friedrich Merz müsse daraus Konsequenzen ziehen. Langfristig wolle die AfD Koalitionsgespräche mit der CDU führen. "Aber wir werden uns auf keinen Fall verbiegen", sagt Weidel.
Schwesig: "Wir haben diesen Kampf angenommen"
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bedankt sich nach dem Wahlergebnis bei ihrer Partei. Die SPD habe vor einem Jahr noch bei 19 Prozent gelegen, sagt sie.
"Das war die schwerste Landtagswahl."
Schwesig spricht von einer Landtagswahl "in schwierigen Zeiten" und von "ziemlich viel Gegenwind aus dem Bund".
Zugleich attackiert sie die AfD: Sie spricht von einer "extremistischen, in Teilen rechtsextremistischen AfD". Die SPD habe von Anfang an daran geglaubt, der AfD etwas entgegensetzen zu können. "Und das haben wir getan. Mit Inhalt, mit Personen, mit Klarheit und mit einem gemeinsamen Kampf", sagt Schwesig.
Infratest dimap: Linke liegt in Berlin vorn
Bei der Abgeordnetenhauswahl kommt die Linke laut erster Infratest-dimap-Prognose auf 24,8 Prozent. Die CDU folgt mit 20 Prozent, die Grünen erreichen 15 Prozent, die AfD 15,7 Prozent.
Die SPD kommt auf 12 Prozent, das BSW erreicht 5 Prozent.

Sebastian Gollnow/dpa via AP
Mecklenburg-Vorpommern: AfD liegt laut Infratest dimap vorn
Die AfD liegt bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern nach der ersten Infratest-dimap-Hochrechnung bei 37,1 Prozent. Die SPD kommt auf 35,6 Prozent. Die CDU erreicht 5,4 Prozent, die Linke 7,4 Prozent.
Merz: "Reformen müssen kommen", sie sind "das Mittel gegen das autoritäre Gift"
Bundeskanzler Friedrich Merz findet klare Worte für das Abschneiden der CDU in Mecklenburg-Vorpommern. "Das Ergebnis in Mecklenburg-Vorpommern können wir nicht schönreden, es ist ein Desaster", sagt der CDU-Chef im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin.
Die CDU sei dort "zerrieben worden in der Zuspitzung zwischen SPD und AfD". Für Berlin fällt sein Urteil freundlicher aus. Spitzenkandidat Stefan Evers habe die CDU in einer "sehr schwierigen Situation" zu einem "ordentlichen Ergebnis" geführt. Merz dankte den Wahlkämpfern in beiden Ländern und räumt ein, dass der CDU zuletzt auch der Rückenwind aus Berlin gefehlt habe.
Dann richtet Merz den Blick auf die Bundespolitik. Deutschland sei zu kompliziert geworden, die Wirtschaft stehe vor einem tiefen Umbruch und der Ton in der Gesellschaft werde rauer. Seine Antwort darauf: Reformen. "Die Reformen müssen kommen", sagt Merz. Die Veränderungen würden Kraft kosten und nicht sofort überall Zustimmung finden. Aufschieben will er sie trotzdem nicht, denn "diese Reformen sind das Mittel gegen das autoritäre Gift"
"Ich möchte, dass unser Land wieder ein Land des Aufbruchs wird", sagt der Kanzler.
Er wolle die Reformen als CDU-Chef und Bundeskanzler vorantreiben.
Krach: "Kein Abend für Jubel. Das ist ein katastrophales Ergebnis für die Berliner SPD"
SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach räumte ein, dass dies ein "katastropales Ergebnis für die Berliner SPD" und eine "Zäsur" sei. Er gratulierte der Links Partei.
Eralp: "Ab heute verändern wir gemeinsam unser Berlin und machen es zu einem besseren Ort"
Die Spitzenkandidatin der Linken, Elif Eralp, hat den Wählern auf der Wahlparty der Linken gedankt und versprochen Berlin "zu einem besseren Ort zu machen".
"In unserer Stadt hat die Liebe und die Gerechtigkeit über den Hass gewonnen. Das haben wir heute alle zusammen gezeigt", so Eralp.
Mecklenburg-Vorpommern: AfD bei 37 Prozent, SPD bei 35,5 Prozent
Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern kommt die AfD laut erster Prognose auf 37 Prozent und legt damit massiv zu. 2021 hatte sie 16,7 Prozent erreicht.
Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig liegt bei 35,5 Prozent. Die CDU stürzt auf 5,5 Prozent ab und fährt damit ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern ein. Die Linke kommt auf 7,5 Prozent, die Grünen auf 5,5 Prozent. Das BSW erreicht 5 Prozent, die FDP bleibt mit 1,2 Prozent klar unter der Fünf-Prozent-Hürde.
Linke liegt in Berlin vorn – CDU auf Platz zwei
Bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin kommt die Linke laut erster ARD-Prognose auf 24,5 Prozent. Die CDU folgt mit 20 Prozent, dahinter liegen die AfD mit 16 Prozent und die Grünen mit 15 Prozent.
Die SPD erreicht 12 Prozent. Das BSW kommt auf 5 Prozent.
Merz will sich kurz nach 18 Uhr äußern
In der CDU-Zentrale laufen die letzten Vorbereitungen für den Wahlabend. Im Konrad-Adenauer-Haus steht bereits das Pult für den Auftritt von CDU-Chef Friedrich Merz, berichtet die Bild-Zeitung.
Merz will sich kurz nach 18 Uhr vor der Presse äußern. Nach Informationen der Bild soll seine Botschaft "nach vorne" gerichtet sein.
Landeswahlleiter unterwegs in Berliner Wahllokalen
Berlins Landeswahlleiter Stephan Bröchler und sein Stellvertreter Roland Brumberg waren am Sonntagvormittag in mehreren Wahllokalen unterwegs.
Sie besuchten unter anderem das Rathaus Zehlendorf und die Urania. Bröchler nutzte den Wahlsonntag vor allem, um den Wahlhelferinnen und Wahlhelfern für ihren Einsatz zu danken. In ganz Berlin sind sie am Sonntag in den Wahllokalen im Einsatz.
Vandalismus: Wahlplakate beschädigt, vor allem AfD betroffen
Im laufenden Wahlkampf in Berlin hat die Polizei indes zwischen dem 2. August und dem 16. September mehr als 1.300 Fälle von beschädigten Wahlplakaten registriert.

Besonders häufig betroffen sind Plakate der AfD, so die Bild nach Anfrage bei der Berliner Polizei: berlinweit wurden bislang 801 Sachbeschädigungen an AfD-Plakaten erfasst. Dahinter folgen die CDU mit 148 Fällen, parteilose Kandidaten beziehungsweise Listen mit 102, Die Linke mit 95, die SPD mit 88, Bündnis 90/Die Grünen mit 37, die FDP mit 30, das BSW mit 16, Volt mit 13 und die ÖDP mit zwei Fällen.
CDU-Spitze trifft in der Parteizentrale ein
In der CDU-Zentrale in Berlin beginnt sich die Parteispitze zu versammeln, wie die Bild-Zeitung berichtet. Bundeskanzler Friedrich Merz ist bereits im Konrad-Adenauer-Haus eingetroffen. Auch der neue CDU/CSU-Fraktionschef Thorsten Frei und Sachsen-Anhalts noch amtierender Ministerpräsident Sven Schulze sind inzwischen vor Ort.
Antisemitismus-Vorwürfe setzen die Berliner Linke unter Druck
Die Berliner Linke steht wegen Antisemitismus-Vorwürfen unter Druck. Zuletzt sorgte der Auftritt des Rappers Dahabflex bei einer Wahlkampfveranstaltung in Neukölln für Empörung. Er sang unter anderem "Death to the IDF" (Tod der israelischen Armee) und "Yalla Yalla Intifada".
Spitzenkandidatin Elif Eralp distanzierte sich davon und nannte die Äußerungen inakzeptabel. Umstritten sind aber auch andere Positionen aus der Partei. Innerhalb der Linken gibt es zudem Streit über den Umgang mit Israel und den Gaza-Krieg.
Auf einem Bundesparteitag bezeichnete die Partei Israels Militäreinsatz im Gazastreifen als "Genozid". Israel weist den Vorwurf zurück.
Entscheidend sei, ob entsprechende Kräfte in der Linken Einfluss hätten oder geduldet würden. Ähnlich äußerte sich Grünen-Chefin Franziska Brantner. Sie machte eine Zusammenarbeit davon abhängig, "ob die Linkspartei sich am Ende von diesen Leuten trennt".
Auch der Berliner Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf hatte eine Regierungsbeteiligung ausgeschlossen, wenn Antisemiten Teil der Regierung seien oder eine Regierung auf ihre Stimmen angewiesen wäre.
Eralp selbst betont, jüdisches, palästinensisches und muslimisches Leben schützen zu wollen. Sie hat sich mehrfach von antisemitischen Äußerungen distanziert.
Mutmaßlich falsche Stimmzettel sorgen für Verwirrung
In den sozialen Netzwerken kursieren am Wahltag Bilder von angeblich manipulierten Stimmzetteln aus Mecklenburg-Vorpommern. Darauf soll die AfD fehlen. Die Wahlrechtsplattform Wahlrecht.de weist die Behauptung zurück und bezeichnet die gezeigten Stimmzettel als Fälschungen.
Auf den echten Stimmzetteln zur Landtagswahl ist die AfD aufgeführt. Wahlrecht.de spricht von einer gezielten Desinformationskampagne und warnt davor, die Bilder weiterzuverbreiten.
Erwartungsgemäß gibt es auch für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern eine Desinformationkampagne (von dafür bekannten Profilen). Angeblich fehle die AfD…
Wahlbeteiligung auch in Mecklenburg-Vorpommern deutlich höher als 2021
In Mecklenburg-Vorpommern haben bis 14 Uhr bereits 40,7 Prozent der rund 1,3 Millionen Wahlberechtigten in den Wahllokalen ihre Stimme abgegeben. Bei der Landtagswahl 2021 waren es zu diesem Zeitpunkt 32,5 Prozent.
2021 wurde in Mecklenburg-Vorpommern parallel zur Bundestagswahl gewählt. Auch bei der Landtagswahl 2016 lag die Beteiligung um 14 Uhr mit 32,8 Prozent deutlich niedriger.
MECKLENBURG-VORPOMMERN: Wahlbeteiligung um 14 Uhr (Urnenwahl), laut Landeswahlleitung 2026: 40,7% 2021: 32,5%#ltwmv
Berlin: Linke und CDU liefern sich enge Duelle
Wie knapp es in Berlin werden könnte, zeigen Simulationen von Zweitstimme.org und dem Tagesspiegel für die einzelnen Wahlkreise. Besonders eng geht es zwischen Linken und Grünen zu: In mehreren Wahlkreisen liegen beide Parteien nur wenige Prozentpunkte auseinander.
In Friedrichshain-Kreuzberg 3 kommen die Grünen auf 51 Prozent, die Linke auf 49 Prozent. In Friedrichshain-Kreuzberg 1 liegt die Linke mit 51 zu 49 Prozent vorn. Auch zwischen CDU und AfD gibt es mehrere enge Duelle. In Pankow 2 etwa kommt die AfD in der Simulation auf 48 Prozent, die CDU auf 38 Prozent. In Pankow 1 liegt die AfD mit 65 Prozent deutlich vor der CDU mit 34 Prozent. In Marzahn-Hellersdorf 4 führt dagegen die CDU mit 54 Prozent vor der AfD mit 34 Prozent.
Bei den Duellen zwischen CDU und Grünen liegen die Grünen in mehreren Wahlkreisen vorn. In Steglitz-Zehlendorf 1 kommen sie auf 47 Prozent, die CDU auf 42 Prozent. In Charlottenburg-Wilmersdorf 4 sind es 48 zu 38 Prozent.
Kampf um Direktmandate: Im östlichen Zentrum bündelt die Linke alte & neue Wählerschaft und fordert die Grünen heraus. Im alten Westen konkurrieren CDU und Grü…
Das Rennen um das Rote Rathaus in Berlin
In Berlin liegen Linke und CDU in den Umfragen vorn, dahinter folgen AfD und Grüne. Die SPD ist auf 10 bis 12 Prozent abgerutscht – 2023 waren es noch 18,4 Prozent. Damit steht auch die bisherige schwarz-rote Koalition aus CDU und SPD vor dem Aus, zumindest reicht es in den aktuellen Umfragen nicht für eine Mehrheit.

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Bei der CDU tritt Stefan Evers als Spitzenkandidat an. Er setzt auf innere Sicherheit, eine stärkere Polizei und Justiz und will Genehmigungen und Verwaltung beschleunigen.
Die Linke mit Elif Eralp macht vor allem Mieten und soziale Themen zum Wahlkampfthema.

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Die Grünen mit Werner Graf könnten bei der Regierungsbildung eine wichtige Rolle spielen.
Auch die AfD hat deutlich zugelegt und kommt in den aktuellen Umfragen auf 17 bis 18 Prozent. Spitzenkandidatin Kristin Brinker setzt vor allem auf Migration und innere Sicherheit. Eine Koalition mit der AfD schließen CDU, SPD, Grüne und Linke aus.
Für die SPD geht es darum, ob sie trotz ihres Absturzes noch Teil der nächsten Regierung sein kann. Spitzenkandidat Steffen Krach wirbt unter anderem mit mehr Wohnungsbau und Investitionen in die Infrastruktur. Auch FDP, Volt und BSW kämpfen um den Einzug ins Abgeordnetenhaus.
Leif-Erik Holm: Vom Radiomoderator zum AfD-Spitzenkandidaten
Leif-Erik Holm ist Spitzenkandidat der AfD in Mecklenburg-Vorpommern. Der 56-Jährige stammt aus Schwerin und war lange als Radiomoderator tätig, unter anderem beim NDR.
Nach seinem Studium der Volkswirtschaftslehre in Berlin begann seine politische Karriere mit dem Eintritt in die AfD im Jahr 2013. Holm gehört zu den dienstältesten Politikern der AfD in Mecklenburg-Vorpommern. Er war bereits Landtags- und Bundestagsabgeordneter und führt den Landesverband mit kurzer Unterbrechung seit dessen Gründung. Aktuell sitzt er wieder im Bundestag und ist Mitglied im Wirtschaftsausschuss.
Im Wahlkampf tritt Holm mit dem Slogan "Bereit für die blaue Wende" an.
Die AfD fordert unter anderem weniger Bürokratie, flexiblere Arbeitszeiten und ein Baby-Begrüßungsgeld von 3.000 Euro, schreibt meine Kollegin Laura Fleischmann. Bei der Migration will die Partei Abschiebungen ausweiten und die muslimische Migration nach Mecklenburg-Vorpommern begrenzen. Für die Wirtschaft setzt sie auf günstigere Energie, neue Gaskraftwerke und eine Wiederaufnahme von Nord Stream. Auch die Rückkehr zur Kernenergie gehört zum Programm.
Holm gilt innerhalb der AfD als vergleichsweise gemäßigt auftretender Politiker und pflegt ein volksnahes Image. Im Wahlkampf setzt er unter anderem auf seine ostdeutsche Herkunft und zeigt sich immer wieder mit DDR-Mopeds der Marke Simson.
Wer sind die Spitzenkandidaten in Mecklenburg-Vorpommern? Manuela Schwesig, die "Frau gegen Blau"
Seit 2017 regiert Manuela Schwesig Mecklenburg-Vorpommern. Bei dieser Landtagswahl steht die SPD allerdings stärker unter Druck als lange zuvor. In den Umfragen liegt die AfD knapp vor den Sozialdemokraten. Schwesig setzt im Wahlkampf deshalb stark auf ihre eigene Person. Unter dem Motto "Frau gegen Blau" grenzt sie sich auch von Entscheidungen der Bundesregierung ab.
So kritisierte sie unter anderem die geplante Renten- und Pflegereform und drohte bei der Rentenreform mit einem Veto im Bundesrat. Politisch gilt Schwesig als pragmatische Sozialdemokratin, wie meine Kollegin Laura Fleischmann berichtet.
Schwesig steht für klassische SPD-Themen wie einen starken Sozialstaat, bezahlbaren Wohnraum und Entlastungen für Familien. Vor ihrer Zeit als Ministerpräsidentin war sie unter anderem Bundesfamilienministerin. Für Schwesig ist die Wahl auch persönlich von großer Bedeutung: Seit 28 Jahren stellt die SPD den Ministerpräsidenten in Mecklenburg-Vorpommern. Nun könnte diese lange Vorherrschaft enden. Zugleich hat Schwesig ihre Partei nach einem Umfragetief von 19 Prozent vor rund einem Jahr wieder deutlich nach oben geführt.
Für Kritik sorgt ihre frühere Unterstützung für Nord Stream 2. Unter ihrer Landesregierung wurde 2020 die Stiftung Klima- und Umweltschutz MV gegründet, die den Weiterbau der Pipeline trotz US-Sanktionen unterstützte. Schwesig verteidigte das Projekt mit dem Ziel einer sicheren und günstigen Energieversorgung.
In Berlin wird nicht nur das Abgeordnetenhaus gewählt
In Berlin wird heute auch über die russische Staatsduma abgestimmt. Für die Russen in der Hauptstadt ist es der letzte von drei Wahltagen. In Russland gilt ein Sieg der Kremlpartei Einiges Russland als sicher.

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Die Wahl steht allerdings unter strenger Kontrolle: Die oppositionelle Partei Jabloko wurde von der landesweiten Wahl ausgeschlossen, die übrigen zugelassenen Parteien unterstützen Präsident Wladimir Putin und den Krieg gegen die Ukraine.
In Berlin können auch dort lebende russische Staatsbürger ihre Stimme abgeben. Vor der russischen Botschaft in Berlin gab es am Sonntag Proteste gegen die Wahl.

AP Photo/Markus Schreiber
Berlin: Wahlbeteiligung liegt über dem Wert von 2023
Bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl zeichnet sich bislang eine höhere Wahlbeteiligung ab als 2023. Bis 12 Uhr hatten nach Angaben von Landeswahlleiter Stephan Bröchler 448.072 Menschen im Wahllokal ihre Stimme abgegeben. Das entspricht 27,9 Prozent – 4,5 Prozentpunkte mehr als zur selben Zeit bei der Wahl 2023. Am höchsten war die Beteiligung in Treptow-Köpenick mit 30,5 Prozent, am niedrigsten in Mitte mit 24,8 Prozent, wie Landeswahlleiter Stephan Bröchler laut dem Tagesspiegel berichtete.
Rund 1.100 Einsatzkräfte sind am Wahlsonntag in Berlin im Einsatz. Wie es laut einem Video der Polizei auf X heißt, wurden noch "vor Beginn der Wahlen Sachbeschädigungen an einigen Wahllokalen gemeldet". "In einem Fall wurde das Schloss des Wahllokals verklebt. Das Lokal konnte dennoch rechtzeitig und ohne Einschränkungen geöffnet werden. Über den Notruf erreichten uns Informationen, dass Wahlplakate zu nah an den Wahllokalen hängen würden."
CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers gab seine Stimme in Friedrichshain ab. Er beschrieb die Stimmung vor der Wahl als "ausgesprochen gelöst und entspannt".
In den jüngsten Umfragen liegt Evers mit Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp eng beieinander.
Sebastian Gollnow/dpa via AP
Bus wird in Rostock zum Wahllokal
In Rostock-Kassebohm mussten Bürger vorübergehend in einem Bus ihre Stimme abgeben. Der Zugang zum eigentlichen Wahllokal war zunächst nicht möglich. Die Wahlbehörde ließ deshalb einen Bus der Rostocker Straßenbahn AG als Ersatz-Wahllokal einsetzen, wie die Ostsee-Zeitung berichtet.
Nach rund einer halben Stunde konnte wieder im regulären Wahlraum in einem Schulgebäude gewählt werden.
In Schwerin haben unterdessen die Spitzenkandidaten von SPD und AfD ihre Stimmen abgegeben. SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig wählte am Mittag, AfD-Kandidat Leif-Erik Holm hatte bereits am Vormittag abgestimmt.
Nach den jüngsten Umfragen liegen SPD und AfD in Mecklenburg-Vorpommern eng beieinander. Für die CDU geht es derweil um den Einzug in den Landtag.
Guten Nachmittag und willkommen zu unserem Liveblog zur Wahl in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern
Seit 8 Uhr sind die Wahllokale geöffnet, bis 18 Uhr können die Stimmen abgegeben werden. In Berlin wird ein neues Abgeordnetenhaus gewählt, in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag.
Danach wird es spannend: Die ersten Prognosen werden kurz nach 18 Uhr erwartet.
Wir begleiten den Wahlsonntag mit den wichtigsten Entwicklungen, Ergebnissen und Reaktionen.