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USA und China: Warenliste über 30 Milliarden Dollar und mögliche Folgen für Europa

ARCHIV: US-Präsident Donald Trump schüttelt Chinas Staatspräsident Xi Jinping im Nationalarchiv-Museum in Washington die Hand, am 25. September 2026
Archivbild: US-Präsident Donald Trump gibt Chinas Präsident Xi Jinping im National Archives Museum in Washington am 25. September 2026 die Hand. -  Copyright  AP Photo/Julia Demaree Nikhinson
Copyright AP Photo/Julia Demaree Nikhinson
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am •Zuletzt aktualisiert
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Washington legt Warenlisten vor, die USA und China im „30‑for‑30“-Rahmen niedriger verzollen könnten – je rund 30 Mrd. Dollar Handel. Sätze und Starttermin fehlen noch; US-Schweinefleisch, Milchprodukte und Whiskey in Pekings Liste setzen Europas Exporte unter Druck.

Washington und Peking legen nun im Detail fest, welche Waren von dem Handelsabkommen profitieren, das beim Gipfel in der vergangenen Woche zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping vereinbart wurde.

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Chinas Liste umfasst 1.619 Kategorien amerikanischer Produkte. Die US-Liste nennt 77 Kategorien chinesischer Waren. Beide Seiten lassen jedoch offen, wie stark die Zölle sinken und ab wann die neuen Sätze gelten.

Die beiden Staaten prüfen die ausgewählten Produkte „mit dem Ziel, ihnen wechselseitig eine niedrigere Zollbelastung zu gewähren“, teilte das Weiße Haus mit.

Den Katalog erarbeitete das US-China Board of Trade, ein Gremium, das im Mai bei Trumps Besuch in Peking nach monatelangen Gesprächen eingerichtet wurde. Es soll den Handel mit Waren steuern, die beide Seiten als nicht sensibel einstufen.

US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer erklärte, die beiden Länder „haben jeweils 30 Milliarden US-Dollar (26,3 Milliarden Euro) Handelsvolumen mit nicht sensiblen Waren vorgeschlagen, die künftig von günstigeren Zollsätzen profitieren könnten“.

Xi beendete seinen dreitägigen Besuch in Washington am Freitag. An diesem Tag gab das Weiße Haus bekannt, dass sich beide Seiten auf „Empfehlungen“ für „nicht sensible Waren“ geeinigt haben.

Peking bestätigte die Vereinbarung am Samstag.

Die Ankündigung knüpft an einen Handelsfrieden an, den beide Staaten im vergangenen Oktober in Südkorea vereinbart haben, nachdem sich die USA und China gegenseitig Zölle von mehr als 100 Prozent auferlegt hatten.

Das Abkommen sollte im November auslaufen. Nach dem Gipfel bestätigte US-Finanzminister Scott Bessent jedoch, dass es nun bis zum zehnten Januar verlängert ist.

Fleisch, Whiskey und Medizintechnik

Chinas Liste wird von Lebensmitteln und Agrarprodukten dominiert – von Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch über Meeresfrüchte bis hin zu Käse, Butter, Getreide, Wein und Whiskey.

Außerdem enthält sie Kohle und fast 150 Holz- und Forstprodukte. Peking sagt zu, in den Jahren 2027 und 2028 mindestens zehn Millionen Tonnen Kohle aus den USA zu importieren.

Über die Landwirtschaft hinaus umfasst die Liste Medizintechnik wie MRT-Scanner, Herzschrittmacher, Stents und OP-Roboter. Sojabohnen, der wichtigste US-Agrarexport nach China, tauchen dagegen nur als Saatgut auf.

„Von Agrarprodukten bis zu medizinischen Geräten erschließt Präsident Trump einen verbesserten Marktzugang für rund 30 Prozent der US-Ausfuhren nach China und stärkt zugleich die Versorgung der Verbraucher mit Importen aus China – Haushaltswaren, Spielzeug und anderen Produkten, die die Vereinigten Staaten sonst kaum aus anderen Ländern beziehen“, erklärte Greer.

Die deutlich kürzere US-Liste konzentriert sich auf Konsumgüter. Dazu gehören Feuerwerkskörper, Glas- und Holzschmuck für Weihnachtsbäume, Lichterketten, Mikrowellen, Toaster, Kaffeemaschinen, Bettwäsche, Tennisbälle und Angelhaken.

Spielzeug steht ebenfalls auf der Liste, jedoch keine Produkte mit WLAN-, Bluetooth-, Ethernet- oder Funkverbindung.

Folgen für Europa

Am stärksten könnten europäische Exporteure die Auswirkungen möglicher Zollsenkungen beim Schweinefleisch spüren.

Die EU lieferte 2025 rund 1,07 Millionen Tonnen Schweinefleisch nach China – etwa ein Viertel ihrer Ausfuhren in Länder außerhalb des Blocks. Größte Anbieter sind Spanien, die Niederlande und Dänemark, wie Daten von S&P Global zeigen.

Auch die EU-Kommission hat China bereits als wichtigen Absatzmarkt für europäisches Schweinefleisch eingestuft.

Seit Dezember belegt China EU-Schweinefleisch mit Anti-Dumping-Zöllen zwischen 4,9 und 19,8 Prozent. Jede Zollsenkung zugunsten der US-Konkurrenten könnte europäische Erzeuger damit preislich ins Hintertreffen bringen.

Ein ähnliches Risiko besteht für Milchprodukte. China erhebt seit Februar Ausgleichszölle von 7,4 bis 11,7 Prozent auf bestimmte Käsesorten und Sahne aus der EU. US-Wein und Whiskey könnten zudem stärker mit französischen, italienischen und spanischen Weinen konkurrieren – ebenso mit irischem Whiskey und Scotch.

Umgekehrt sind auch europäische Hersteller in den USA betroffen.

Billigere chinesische Haushaltswaren, Spielzeuge und Sportartikel in den Vereinigten Staaten könnten es europäischen Herstellern ähnlicher Produkte dort schwerer machen, mitzuhalten.

Wie stark die Effekte am Ende ausfallen, hängt jedoch von Umfang und Zeitpunkt der Zollsenkungen ab. Dazu haben sich beide Seiten bisher nicht konkret geäußert.

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